Donnerstag, 29. März 2018

(L) Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow - Rainbow Rowell

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Ich stelle mir gern vor, dass ich lange genug lebe, um herauszufinden, was ich mit mir anfangen soll.“
Seite 49

„Du siehst gemein und schmächtig aus.“
Das stimmt, und es ist seine Schuld. Wie sollte ich essen und schlafen, wenn er irgendwo da draußen einen fiesen Plan gegen mich schmiedet? Aber jetzt ist er hier, und wenn er mir nicht gleich etwas Brauchbares erzählt, könnte ich ihn ebenso gut erdrosseln.
Ich könnte natürlich auch meine Hausaufgaben machen.
Seite 172
Ein Auserwählter, ein Lieblingsfeind, eine verrückte beste Freundin, eine wunderschöne Ex und viel Magie.

Simon Snow ist der prophezeite Zauberer, der mächtigste Magier, den die Welt je gesehen hat, der Einzige, der das Böse aufhalten kann. Nur leider, ist Simon ziemlich unfähig seine Magie zu beherrschen. Selbst die Jahre auf der Zauberschule haben das nicht ändern können. Doch Simon hat dort Freunde gefunden, die ihm zur Seite stehen und einen Feind. Baz, Vampir aus guter Familie, der den Auserwählten für eine ordentliche Fehlbesetzung hält. Und doch ist zwischen den Beiden eine besondere Hassliebe, trotz gegenseitiger Ermordungsversuche. Doch in dieser Geschichte müssen sie sich zusammentun, denn der Mord an Baz Mutter ist plötzlich gar nicht mehr so klar, wie gedacht und da ist auch immer noch der Schatten, der mit allen Mitteln versucht Simon zu ermorden.
Nachdem ich „Fangirl“ fertig gelesen hatte, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Es empfiehlt sich Simon Snow direkt im Anschluss zu lesen, das macht einige Voraussetzungen und Inhalte für die Geschichte vermutlich klarer. So fühlte es sich jetzt ein bisschen an, als würde man den letzten Band einer ganzen Reihe leisen, weil es viele Anspielungen gibt und die Entstehung der Freundschaften, Begegnungen und Erlebnisse quasi im Zeitraffer zwischendurch erzählt werden. Es war aber alles zu verstehen und nachzuvollziehen.

Der Schreibstil ist gewohnt leicht, teilweise sehr nachdenklich, besonders, wenn aus der Sicht von Agathe, Simons (Ex)-Freundin erzählt wird. Das Buch wechselt seine Sichten öfter, stellenweise sogar innerhalb der Kapitel. Es ist ein kleines Schleuderkarussell, aber irgendwie auch angenehm, die ganzen Sichten machen es interessant und aus jedem Kopf heraus wirkte die Geschichte irgendwie anders. Es gibt super gute Dialoge, herrlichen Sarkasmus, Stellen zum Lachen und auf jeden Fall auch eine gute Portion Spannung. Die ersten Seiten haben mich direkt sehr neugierig gemacht.

Die Parallelen zu Harry Potter sind schon ziemlich krass. Wen sowas stört, dem kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Ich persönlich fand es okay, man muss sich halt darauf einlassen. Es ist nicht alles gleich, eher so die äußeren Umstände, Auserwählter, mächtiger Magier, der ihn aufnimmt aber auch irgendwie nicht ganz an sich ran lässt, das Böse, das vor den Toren lauert, beste superschlaue Freundin ...

Die Figuren lernt man schnell kennen. Den Magier fand ich persönlich total doof. Agathe anfangs auch, aber das gibt sich, wenn man ein paar Szenen aus ihrer Sicht liest.
Simon ist ein Trottel, aber er ist auch ziemlich süß und irgendwie hilflos. Penny ist Hermine, ich mag sie. Superschlau, ein bisschen freaky und herzensgut. Und dann ist da noch Baz, der als kleiner Junge von einem Vampir gebissen und damit in einen verwandelt wurde. Simon vermutet das schon lange doch bisher hat sonst niemand Baz' Geheimnis herausgefunden bzw. Simons Anschuldigungen geglaubt. Die Vampire sind in dieser Welt geächtet, niemand darf erfahren, was Baz ist. Ihn selber stürzt es immer wieder in arge Selbstzweifel, besonders, als sich am Mord seiner Mutter neue Seiten aufzeigen.

Und dann wäre da noch die Liebesgeschichte. Sie setzt recht spät ein, das fand ich gut, denn die war ehrlich gesagt nicht so ganz mein Ding. Ich konnte sie nicht wirklich nachvollziehen, Beweggründe, Verhalten, erst Feinde, dann plötzlich so ... Aber sie war nicht aufdringlich oder stellte den Mittelpunkt der Geschichte da, das fand ich gut.
Was ich ganz und gar nicht gut fand, war stellenweise der Sprachgebrauch. Soweit ich weiß, geht Simon Snow noch als Jugendbuch durch und da haben gewisse Schimpfwörter meiner Meinung nach einfach nichts zu suchen. Trotzdem hat mich das Buch wirklich gut unterhalten und ich konnte es stellenweise nicht zur Seite legen, was auch an den kurzen Kapitel gelegen hat und den Sichtwechseln, die immer wieder für Spannung gesorgt haben. Das Ende kam recht plötzlich und besonders ein Teil wurde für die Charaktere nicht aufgeklärt und das war für die total okay, was ich ein bisschen seltsam fand. Aber als Leser erfährt man eigentlich alles und hat eine abgeschlossene Geschichte vor sich.
„Das ist keine Geschichte.“
„Alles ist eine Geschichte.“
Seite 496
"Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" ist eine Geschichte über Freundschaft mit deutlichem Harry Potter Einfluss, die mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten hat, trotz kleinen Kritikpunkten. Vier Bücher und eine klare Leseempfehlung, für jeden, der Rainbow Rowell und Zauberergeschichten mag und sich von Parallelen nicht stören lässt.
Es ist keine richtige Reihe. Simon Snow ist die FanFiction, die Cath in „Fangirl“ schreibt. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, „Fangirl“ zuerst zu lesen.





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Kommentare:

  1. "Fangirl" fand ich wahnsinnig gut :) Ich will das Buch unbedingt auch noch lesen.
    Schöne Rezi!

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    1. Dankeschön 🤗
      Das Lesen hat echt Spaß gemacht und alles nochmal schön abgerundet (:

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  2. Hallo liebe Lizzy,

    ich habe Fangirl auch gelesen und fand es genial. Dieses Buch hatte ich ebenfalls gelesen, allerdings konnte es mich einfach nicht so umhauen. Schön, dass es dich aber begeistern konnte. ;)

    Liebe Grüße, Toni

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    1. Ich weiß, was du meinst (:
      Beim nächsten Buch, haut es dich sicher wieder um ♡

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  3. Klingt im Kern interessant, im Enddeffekt ist es für mich als Harry Potter Fan aber wahrscheinlich eher nur eine schlechtere Harry Potter Kopie.
    Sieht wirklich lecker aus! Gerade in den Ferien, in denen man sich einmal mehr Zeit für das Frühstück nehmen kann, sind variable Gerichte bestimmt eine gelungene Abwechslung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joel von Büchervergleich.org

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    1. Ich bin auch Harry Potter Fan (: und fand es trotzdem okay, aber wie gesagt, das kann störend sein ^-^

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