Mittwoch, 24. Januar 2018

(L) Das Lied des Blutes - Anthony Ryan


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

Vielleicht wollte er vor seinem Ende noch einmal jemanden sein Herz ausschütten, ein Vermächtnis der Wahrheit hinterlassen, damit er nicht nur als Hoffnungstöter in die Geschichte eingehen würde. Vielleicht war es ein letzter Versuch, seine Seele und die seines Königs reinzuwaschen. (...) „Also gut, erzählte mir Eure Geschichte.“ Seite 22
Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs befindet sich auf dem Weg zu dem Ort, an dem er um sein Leben kämpfen soll. Einst wurde er im Kloster des Sechsten Orden zum Krieger ausgebildet und jetzt sind die Namen, die er sich im Kampf verdiente, überall im Land bekannt: Schwert des Königs, Dunkelklinge, Rabenschatten und am gefürchtetsten: Hoffnungstöter.
Doch wie wurde aus einem einfachen Jungen eine Legende?
Vaelin Al Sorna ist der Sohn eines gefeierten Kriegshelden und Vertrauten des Königs. Doch als seine Mutter stirbt, verändert sich das ohnehin schon verschlossene Wesen seines Vaters und schließlich bringt er Vaelin zu den Toren des sechsten Ordens. Hier werden Krieger ausgebildet, in allen Künsten des Kampfes und für Vaelin beginnt eine Zeit voller blauer Flecken, Training und Tod, in dem er einiges über sich selbst und auch über die Welt, in der er lebt herausfindet.
Aber er findet auch Freunde, denn jeder Junge wird einer Gruppe zugeteilt, die gemeinsam lernt, trainiert und die Prüfungen bestreitet. Hier trifft er Dentos, Nortah, Caenis und Brakus, die ihm zu treuen Gefährten werden. Später gesellt sich noch ein Straßenjunge dazu, der darum bittet einer von ihnen werden zu dürfen. Doch schon bald stellt Vaelin fest, dass die Dinge nicht so sind, wie er dachte. Er findet den wahren Grund heraus, warum er zum Sechsten Orden gebracht wurde und außerdem, dass außerhalb der Tore jemand auf ihn lauert.

Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jungen, der zum Krieger wird und sich selbst des Öfteren als Mörder bezeichnet. Vaelin ist sehr selbstkritisch, aber nicht ichbezogen. Für seine Brüder würde er alles tun, dennoch zweifelt er an dem, was aus ihm wird, denn sie werden dazu erzogen, zu töten. Der König sieht in ihm eine mächtige Waffe und versucht seiner habhaft zu werden, während der Anführer des Ordens seine eigenen Pläne hat.

Das Buch ist so aufgebaut, dass man Vaelin am Anfang als verurteilten Helden auf dem Weg in den Tod trifft. Ein Schreiber, der ihn begleitet hört sich seine Geschichte an und erfährt sie zusammen mit dem Leser, mit vier oder Fünf Unterbrechungen, die die Geschehnisse im Jetzt kurz erzählen. Es hat mich an die Patrick Rothfuss Bücher erinnert, die in einem ähnlichen Still erzählt werden.
„Ich habe geglaubt schon so viel gelernt zu haben, dachte er. Doch ich wusste nichts.“ Seite 331
Das Buch ist sehr dick und enthält eine Menge Stoff, es ist aber keineswegs langatmig. Im Laufe der Geschichte sammeln sich viele Fragen, sowohl für Vaelin, als auch für den Leser. Es ist eine einfache Sprache, nicht blumig, der Autor hält sich nicht mit großen Beschreibungen auf, sondern es ist recht nüchtern. Nichtsdestotrotz hat es mich absolut in seinen Bann gezogen. Es gibt eine kleine Liebesgeschichte, doch die Freundschaft der Jungen/Männer steht im Vordergrund. Es gibt Schlachten, Heldenmomente, Treue und Verrat. Außerdem auch Magie, die im Allgemeinen als „das Dunkle“ bezeichnet wird.
"Vielleicht finden wir einen Ort, wo es keine Könige gibt und keinen Krieg, keine Menschen, die einander aufgrund ihres Glaubens töten oder für Geld." Seite 699
Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne, aber hin und wieder hatte ich Schwierigkeiten zu folgen und mir fehlte ein bisschen Farbe, was die Figuren angeht. Ein bisschen was hat mir auch an der Geschichte gefehlt, die Sprünge hätten vielleicht gekennzeichnet werden können, aber das ist alles Jammern auf sehr sehr hohem Niveau. Die Sprache war toll und für ein High Fantasy Buch war alles gut zu verstehen und nicht zu kompliziert. Das Ende war absolut schockierend, damit hätte ich niemals gerechnet und ich bin super auf den zweiten Band gespannt! 
Alle Fans von Patrick Rothfuss werden sich in diesen Geschichten wohlfühlen und wen die hohe Seitenanzahl nicht schreckt und noch weniger der Gedanke, dass es bereits drei Bände in dieser Größe gibt, dem kann ich Anthony Ryan sehr empfehlen.
In mein Regal werden auf jeden Fall seine anderen Bücher auch noch einziehen.
Anthony Ryans "Das Lied des Blutes" ist ein sehr sehr gutes High Fantasy Buch mit viel Stoff, einer spannenden Handlung über das Heranwachsen eines Helden, der sich selbst einen Mörder nennt. Von mir gibt es vier sehr gute Bücher und eine klare Leseempfehlung für High Fantasy Fans!


Rabenschatten Band 1 – Das Lied des Blutes
Rabenschatten Band 2 – Der Herr des Turmes
Rabenschatten Band 3 – Die Königin der Flammen

Zusätzlich gibt es noch „Das Duell der Bösen“ als Ergänzung.




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Kommentare:

  1. Hallo,

    mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, kann aber auch deine Kritikpunkte nachvollziehen. Mir ist es auch schwer gefallen der Geschichte permanent zu folgen, weil sie einfach sehr komplex und aufwendig geschrieben ist.
    Hier meine Rezi dazu:
    http://fantasie-und-traeumerei.blogspot.de/2014/09/rabenschatten-01-das-lied-des-blutes.html

    Ich kann übrigens unbedingt auch Ryans neuste Trilogie "Draconis Memoria" empfehlen. Eins meiner Highlights aus 2017.

    Liebe Grüße,
    Nanni

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  2. Hu Nanni (:
    Gut zu hören, dass du da genauso denkst! Ich habe echt eine Weile gegrübelt, ob ich mich zu sehr anstelle. Aber dann musste ich es doch reinschreiben, weil es mir einfach wichtig war (:
    Mein Arbeitskollege schwärmt auch sehr von den neuen Büchern ^-^ ist die Reihe schon abgeschlossen?
    Danke für den Link, die Rezi schaue ich mir gerne an! *-*
    Liebe Grüße,
    Liz

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