Samstag, 20. Januar 2018

♀ Der Schein (Ella Blix) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

Alina soll während der beruflichen Abwesenheit ihres alleinerziehenden Vaters für ein halbes Jahr auf ein Internat auf der kleinen Insel Griffiun in der Ostsee gehen. Ohne Handynetz, nur über Skype mit ihrem Freund und ihrer besten Freundin in Kontakt und mit dem Verbot, das Naturschutzgebiet jenseits der Internatsgrenzen zu betreten.

Doch gerade in jenem Teil der Insel scheint Seltsames vor sich zu gehen, seltsame Blitze gehen von einem unbeleuchteten Schiff nieder und Alina stößt dort auf Tinka, zu der sie eine ganz besondere Verbindung hat. Tinka ist seltsam und doch irgendwie vertraut. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden aus dem Internat – jenen, die wie sie dauerhaft im Internat sind – macht sie sich auf die Suche nach Antworten.
Hinter dem Pseudonym „Ella Blix“ stecken Antje Wagner und Tania Witte. Das Buch wird unter ‚Mystery’ verkauft, daher muss ich einige der Aspekte in der Rezension auslassen, um niemanden zu spoilern.

Der Leser wird direkt in das Geschehen geworfen. Die Ich-erzählende Protagonistin Alina ist dabei, ihr altes Leben für die nächsten sechs Monate hinter sich zu lassen und auf eine kleine Ostseeinsel überzusiedeln. Nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Mutter hat sie nur noch ihren Vater und das Tagebuch, das sie seit jenem Verschwinden der Mutter schreibt und das die Tage seither zählt.
Auf Griffiun angekommen findet sie typischerweise zunächst alles schräg und schrecklich, bis Dinge passieren, die eigentlich unmöglich sein sollten – und denen es gilt, auf den Grund zu gehen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre neue Freundin Lexi, die unter dem spurlosen Verschwinden ihrer Internatsbezugsperson fürchterlich leidet.

Alina denkt in Schubladen. Sie kategorisiert jeden sofort, doch stellt sich schnell heraus, dass nicht jeder in Schubladen passt und dass insbesondere ihre neugewonnenen Freunde, die ‚Lonelies’ alle nicht dem gängigen Klischee entsprechen. Diese Facette von Alinas Persönlichkeit macht das Buch besonders, denn es bringt eine Botschaft rüber, weder nach dem Äußeren noch dem ersten Eindruck zu urteilen. Denn auf Griffiun gibt es jede Menge spezieller und besonderer Gestalten und die Beziehung von Alina zu ihnen allen entwickelt sich definitiv.

Die Sprache des Buches ist sehr locker, insbesondere die zahlreichen Tagebucheinträge, in denen Alina ihre Gefühle und die Ereignisse zusammenfasst, sind für meinen Geschmack schon beinahe zu gewollt auf Jugendsprache getrimmt. Das Buch ist ganz dicht an der Zielgruppe, auch was Musik, Stars und eben jene ‚in-Wörter’ betrifft, doch sind die meiner Meinung nach doch vermutlich lokal sehr unterschiedlich und die Jugendlichen (Teenager im Haus anwesend) rund um mich sprechen nicht so (und konnten mit den Musiktiteln teils ebenso wenig anfangen wie ich), weshalb mich vermutlich ein Teil der Besonderheit des Buches nicht erreicht hat.

Der Plot selbst ist gut durchdacht und von vorne bis hinten schlüssig. Nur leider war nahezu alles vom ersten Moment an vorhersehbar. Ich hoffte auf Überraschungen, Wendungen und die Erkenntnis, dass ich bewusst auf eine falsche Fährte geführt wurde, doch leider kam ein solcher Moment nicht. Daher wurde für mich das Buch eher von der Entwicklung Alinas und der Freundschaft zu den Lonelies getragen, was für meinen Geschmack leider „zu normal“ und zu viel Alltag bedeutete.

Lediglich die letzten Kapitel machten mich dann noch einmal wirklich neugierig, wenn das Autorenduo die noch offenen Fragen bis ins Detail erklärt und die Komplexität des Plots deutlich macht.


„Der Schein“ lebt durch seine zahlreichen besonderen Figuren und ist eine wirklich gut durchdachte Mysterygeschichte, der es leider an Überraschungsmomenten und unerwarteten Wendungen fehlt. Daher blieb für mich „nur“ eine alltägliche Internatsgeschichte über Freundschaft und Schubladendenken, die mich nicht komplett überzeugen konnte. 3 Bücher für Alina, Cara, die Lonelies und Tinka, die aber sicherlich Neueinsteiger in Sachen Mystery überzeugen können.





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Kommentare:

  1. Das hört sich ganz gut an für meine Schwester. Sie liebt solche mysteriösen Internatsgeschichten. :) Perfekt - habe ich gleich eine neue Geschenkidee für sie!
    Danke für die Rezi!

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  2. Hiho.

    Das ist eine super-aussagekräftige Rezension, die mich leider etwas ernüchtert. Ich lese das Buch noch und hoffe sehr, dass mich nicht schon auf den ersten Seiten sämtliche Wendungen anspringen. :-(
    Liebe Grüße an euch

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    1. Ich drücke dir ganz ganz fest die Daumen und bin sehr gespannt auf deine Rezension.

      Ganz liebe Grüße und noch viel Spaß beim Lesen!

      Steffi

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