Samstag, 27. Januar 2018

♂ Black Angel Chroniken (Kristen Orlando) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Eine kleine Berührung und ich bin wie elektrisiert. Hoffentlich geht dieses Gefühl wieder weg. Tut es aber nicht. Die Sehnsucht ist immer da, wartet unter der Haut, um hervorzubrechen.“
(S.37)
Seit frühester Kindheit wird Reagan für ihr späteres Leben trainiert. Denn sie soll ein Black Angel werden, genau wie ihre Eltern. Die Black Angel sind eine Geheimorganisation, der die gefährlichsten Missionen anvertraut werden. Unzählige Male musste die Familie zwischenzeitlich umziehen, immer wieder wurden sie von ihren Gegnern aufgespürt.

Doch dieses Mal ist alles anders. Denn Reagan hat nun echte Freunde gefunden. Und das Kribbeln, das sie empfindet, wenn Luke in der Nähe ist, spricht eine deutliche Sprache. Immer hieß es, Reagan hätte eine Wahl. Hat sie diese Wahl wirklich? Doch ehe Reagan einen endgültigen Entschluss fassen kann, geraten die Ereignisse aus dem Ruder. Reagan handelt instinktiv. Und gerät damit in große Gefahr, denn der Tod ist nicht fern.
Auf „Black Angel Chroniken“ bin ich aufmerksam geworden, weil mich der Klappentext und die Idee hinter der Geschichte neugierig gemacht haben. Kaum war das Buch nun bei mir eingezogen, habe ich es auch gleich zur Hand genommen.

Kristen Orlando hielt sich dann auch nicht mit langen Einführungen auf, sondern brachte mich unmittelbar ins Geschehen. Wieder einmal herrschte für Reagan und ihre Eltern große Gefahr. Sie wurden aufgespürt, ein bewaffneter Mann ist in ihr Haus eingedrungen. Mit viel Glück kommen sie heil aus dieser Situation heraus. Doch nun steht, wie so viele Male zuvor schon, wieder kurzfristig ein Umzug und eine neue Identität an.

Reagan fühlt sich in der neuen Umgebung unerwartet wohl. Richtige Freunde kannte sie bisher nicht, doch nun hat sie diese gefunden. Auch Luke, der gleich im Haus nebenan wohnt, scheint auf einer Wellenlänge mit ihr zu liegen. Doch eigentlich kann sich Reagan diese Gefühle nicht leisten. Zu groß ist die Gefahr, dass sie das liebgewonnene Umfeld in Nacht und Nebel wieder verlassen muss. Als Black Angel Familie können sie immer und jederzeit von ihren Gegnern entdeckt und getötet werden.

Kristen Orlando verschaffte mir mit ihrem angenehmen und flüssigen Schreibstil wahrhaft schöne Lesestunden. Die in Ich-Perspektive in Gegenwartsform erzählende Reagan hielt mit Informationen nicht hinter dem Berg und ließ auch Emotionen zu, die bei mir ankamen. Die Autorin geizte nicht mit tempo- und actionreichen Szenen, erreichte damit, dass mein Lesetempo kontinuierlich anzog.

Die in der Geschichte enthaltenen Charaktere empfand ich als authentische Figuren. Mit der Protagonistin Reagan erschuf Kristen Orlando eine wirklich charakterstarke Person, die mich direkt von der ersten Seite an für sich einnehmen konnte. Reagan hatte vor mir keine Geheimnisse. Ihre innere Zerrissenheit zwischen ihrer Zukunft als Black Angel und einem normalen Leben war durchweg zu spüren. Natürlich kann sie ihre Natur nicht abstreiten, doch nun erlebt sie zum ersten Mal, was es heißt, normal zu leben. Zumindest so normal, wie es der Familienalltag mit den täglichen Trainings und den Einsätzen ihrer Eltern zulässt.

Die Idee zur Geschichte empfand ich tatsächlich als neu. Auch wenn in einigen Szenen sicherlich etwas überzogen wird, konnte ich mich dem Sog der Handlung selten entziehen. Ab einem gewissen Punkt zog das Tempo dann nochmals deutlich an und mündete in einem riesigen Showdown. Hier allerdings passten die Bausteine dann nicht immer hundertprozentig zueinander, was dem Lesefluss jedoch kaum bremste.

Das Ende gestaltete Kristen dann sicherlich nicht ganz so, wie es erwartet hatte, konnte mich damit dennoch vollends zufriedenstellen. Resümierend kann ich feststellen, dass mir „Black Angel Chroniken“ temporeiche Lesestunden verschafft hatte.
Black Angel Chronken“ glänzt mit einer erfrischend neuen Idee und vielen tempo- und actionreichen Szenen, hat dabei viele gute Ansätze mit enormen Potential. Meine Lesestunden an der Seite von Reagan belohne ich deshalb mit sehr guten 4 Büchern.

Für alle, die mit permanenter Gefahr leben können, dabei ihr Innerstes nicht vernachlässigen und im richtigen Moment den Mut zum Handeln aufbringen.






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Kommentare:

  1. Das hört sich total spannend an :)

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  2. Da muss ich euch zustimmen! Auch die Tatsache, dass das Ende für dich unerwartet kam, ist für mich etwas positives, da ich Bücher/Filme mit vorhersehbarer(em) Handlung/Ende nicht mag.
    Liebe Grüße
    Joel von Büchervergleich.org

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    1. Hallo Joel,

      ich finde es immer toll, wenn die Entwicklung zum Ende hin dann anders verläuft, wie man vermutet hat. Vorhersehbarkeit finde ich auch nicht so gut...

      Liebe Grüße
      Kay

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