Dienstag, 16. Januar 2018

♂ Pheromon: Sie riechen dich (Rainer Wekwerth, Thariot) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Die Szenerie im Jugendhaus wirkte auf den ersten Blick normal. Jugendliche hingen ab, tranken, quatschten oder spielten Billard, aber die Gerüche erzählten eine andere Geschichte. Eine Geschichte, deren Text er nicht verstand. Noch nicht.“
(S.166)

Jahrelang wurde Jake von Heuschnupfen geplagt und trägt Kontaktlinsen. Von einen Tag auf den anderen ist er kerngesund. Der Heuschnupfen ist weg, Kontaktlinsen benötigt er nicht mehr. Mehr noch, er kann plötzlich riechen, was andere Menschen fühlen. Nur der goldene Schimmer in seinen Augen beunruhigt ihn. Etwas ist hier sehr seltsam. Als sich Serena, ein wunderschönes Mädchen an seiner Schule, für ihn interessiert und zu einer Party bei sich einlädt, stimmt Jake zu. Doch seltsame Dinge passieren auf der Party. Plötzlich erscheint Serena in einem anderen Licht. Jake will den Dingen auf den Grund gehen. Und ehe Jake sich versieht, steckt er mitten im Kampf um das Überleben der Menschheit.
„Pheromon“ ist eines dieser Bücher, die mir in letzter Zeit ständig auf sämtlichen Social Media Kanälen begegnet sind und um Aufmerksamkeit gerungen haben. Irgendwann bin nun auch ich nicht mehr standhaft geblieben und musste zu dieser Geschichte greifen. Einerseits, weil ich Rainer Wekwerth sehr schätze. Andererseits, weil sich die Idee wirklich sehr gut anhörte und ich zudem erleben wollte, wie sich die Geschichte im Autorenduett Wekwerth – Thariot lesen wird.

Der Beginn gefiel mir dann auch schon wirklich gut. Ich erhielt die Basics zum Leben des Protagonisten Jake. Grundsätzlich ist Jake auch mit seinem Leben zufrieden. Er spielt Football und ist ein halbwegs passabler Schüler. Klar, dass es ihn fast umhaut, als er plötzlich vom seit Jahren wiederkehrenden Heuschnupfen befreit ist und zudem überirdisch gut riechen kann. Gefühle anderer Menschen sind für ihn nun kein Geheimnis mehr. Doch natürlich kann er sehr gut damit leben. Erst, als die Merkwürdigkeiten um ihn herum, allen voran das Verhalten von Serena, immer mehr werden, drängt es ihn zum Handeln.

Die Geschichte in „Pheromon“ wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven erzählt. Genutzt wird hierbei für die Erzählung die dritte Person in Vergangenheitsform. Zum einen erlebte ich die Geschehnisse im Jahr 2018 an Jakes Seite; andererseits hielt mich Travis im Jahr 2118 auf dem Laufenden. Dass es hier einen konkreten Zusammenhang zu den Erlebnissen geben musste, lag damit von vornherein auf der Hand. Doch war ich neugierig, welche Schnittpunkte hier zum Vorschein kommen würden.

Die Geschichte selbst liest sich sehr flüssig. Das Autorenduo hat sich hier wirklich sehr gut ergänzt und die wechselnden Perspektiven fachten meine Neugier an. Auch wenn die Darstellung der Handlung auf mich teilweise statisch konstruiert wirkte, tat dies meinem Lesefluss keinen entscheidenden Abbruch. Ein wenig mehr Charaktertiefe wäre das Sahnehäubchen für meinen Lesegenuss gewesen, doch allein schon die Entwicklungen im weiteren Verlauf der Geschichte hielten mich bei den Seiten.
Zugegebenermaßen tat ich mich, unabhängig von den bis dahin erlebten stilistischen Höchstleistungen, etwas schwer mit der immer präsenter werdenden Lösung. Ich hatte innerlich gehofft, dass meine Erwartung hierzu getäuscht wird und ich doch noch überrascht werde.

Auch wenn das Ende für mich dann nicht unbedingt überraschend ausgefallen ist, erlebte ich darauf zusteuernd einen enormen Showdown, der nochmals ein hohes Tempo in die Geschichte gebracht hat. Damit bescherte mir „Pheromon“ schöne Lesestunden und ich freue mich auf weitere Werke von Rainer Wekwerth, ggf. ja wieder im Duo mit Thariot.

Am Ende muss ich auf jeden Fall noch auf die Optik des Buches hinweisen. Der Buchschnitt ist einfach genial gestaltet!
Pheromon“ punktet mit Spannung aus zwei Perspektiven und beschreibt ein Szenario, das der Menschheit hoffentlich erspart bleibt. Meine Lesestunden an der Seite von Jake und Travis belohne ich mit sehr guten 3 Büchern.

Für alle, die Dingen auf den Grund gehen wollen, dabei vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschrecken und das Wohl der Gesamtheit im Auge behalten.






Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:



*wir haben noch keine weiteren Meinungen gespeichert*
Ihr habt das Buch ebenfalls rezensiert?
Packt uns gerne den Link in die Kommentare.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay