Mittwoch, 10. Januar 2018

♀ Die Götter von Asgard (Liza Grimm) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

Am miesesten Tag ihres Lebens sieht sich Ray Kára gegenüber, die behauptet, kein Mensch zu sein, sondern eine Walküre, die Ray vor dem Zorn der Götter beschützen will. Denn auf dem Schicksalsgewebe ist ein goldener Faden aufgetaucht, der das Ende der bekannten Götterwelt einläuten wird. Ausgerechnet Loki, der Gott der List und Täuschungen, steht an ihrer Seite. Doch wie weit kann man einem solchen Gott trauen?

Und dann sind da noch Tyr und Thor, die beide um die Gunst ihres Vaters – Odin – buhlen.
Ich liebe die Mythologie, egal ob griechisch, römisch oder nordisch. So musste ich natürlich auch zum neuesten Werk von Jennifer Jäger alias Liza Grimm greifen und stürzte mich in die Seiten.

Ray ist am Ende. Ihre letzte Prüfung hat sie verhauen und so steht ihr nun Studium Nummer 3 bevor. In eben jenem dunklen Moment trifft sie auf Kára, der wunderschönen Sängerin, die ihr einen neuen Weg aufzeigt: ihren eigenen, ihren Träumen zu folgen. Gemeinsam reisen sie nach Berlin, um dort im „Valhall“ an einer Open Mic-Night teilzunehmen. Doch dort läuft alles schief, was schieflaufen kann. Plötzlich muss Ray vor Kára fliehen und läuft später sturzbetrunken Loki in die Arme, der ihr davon berichtet, dass er ihr helfen will, die Prophezeiung des goldenen Fadens zu erfüllen. Doch Loki ist nun einmal Loki, der Gott der List und Tücken – und dennoch folgt Ray ihm nach Asgard.
Liza Grimm bringt zahlreiches Wissen über die nordischen Götter und Sagengestalten in ihre Geschichte ein und verwebt sie geschickt mit dem Abenteuer ihrer Heldin.

Die Autorin hat einen wunderbar leichten und lockeren Schreibstil, der den Leser durch die Seiten rasen lässt. Von einer dritten Person erzählt, folgt die Geschichte hauptsächlich der unfreiwilligen Heldin Ray, lässt jedoch auch Einblicke in andere Perspektiven zu.

Die Protagonistin Ray ist eine sympathische Figur, die immer wieder mit ihrem Schicksal hadert und sich mit Figuren aus Büchern und Filmen vergleicht. Für ihr – erwähntes! – Alter von 23 hatte ich sehr oft das Gefühl, dass sie sich nicht authentisch verhält, sondern um einiges jünger. Von ihren Taten, Gedanken und Dialogen her hätte ich sie eher auf das typische Jugendbuchalter von U18 geschätzt – außer dem totalen Besäufnis, aber das gibt es ja schließlich auch bei jüngeren. Auch insgesamt hatte ich das Gefühl, dass es sich eher um ein Jugendbuch, nicht um die angekündigte „Urban Fantasy Saga“ ohne Zielgruppenalter handelt, was auch die weniger als 300 Buchseiten erklären würde.

Als Jugendbuch hätte ich definitiv bekommen, was ich erwartet habe: gute Unterhaltung, spannende Lesestunden, hintergründiges Wissen rund um die nordischen Götter, eine süße beginnende Romanze ... Die Unstimmigkeit zwischen gefühltem und tatsächlichem Alter der Protagonistin jedoch macht es mir etwas schwer, die richtigen Worte für die Beurteilung zu finden. Rays Alter und dem Uni-Hintergrund entsprechend hätte ich doch eher etwas Älteres erwartet – egal ob in Sachen Romanze oder etwas detailliertere Kämpfe.

Interessante Wendungen, Listen und Trugbilder und das Vorgaukeln von Verbundenheit halten den Lesesog stets aufrecht und lassen die Spannung kontinuierlich ansteigen.


Dieser Band endet absolut zufriedenstellend und könnte als Einzelband stehen, der kleine Ausblick in Form eines Epilogs und das in der Buchbeschreibung enthaltene Wort „Saga“ bieten jedoch durchaus die Möglichkeit einer Fortsetzung.

Als Jugendbuch hätten „Die Götter von Asgard“ definitiv meinen Erwartungen entsprochen. Das Alter der Protagonistin ließ jedoch auf eine etwas andere Geschichte schließen. Dennoch wurde ich absolut gut unterhalten und genoss die spannenden Lesestunden mit Jennifer Jägers Debüt als Liza Grimm.


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Kommentare:

  1. Es klingt wirklich sehr gut, aber so ganz kann ich mich nicht wirklich dafür begeistern :) :(

    Mal sehen ob ich mich mal darauf stürze :)

    xo
    Christl

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    1. Aktuell ist das ebook im Angebot: „E-Book first“, vielleicht überzeugt dich das ja :-)

      Ganz liebe Grüße

      Steffi

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  2. Also hinter dem Cover hätte ich jetzt auch eher kein Jugendbuch erwartet :o aber ich denke mal, es fällt einfach schwer sich von dem sonst geschriebenen Genre zu lösen :D

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    1. Und vor allem bei dem Verlag! Knaur hat ja keine Jugendbücher.
      Ich nehme die dafür gerne :-)
      Vom Alter her sind die Protagonisten nicht jugendlich, aber alles drumherum schreit YA :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  3. Top Rezension :)
    Vom Cover her hätte mich das Buch gar nicht angesprochen, aber jetzt bin ich doch irgendwie neugierig geworden.

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  4. Huhu ihr zwei,

    das klingt ja echt gut. Vielleicht sollte ich das Buch doch mal auf meine Wunschliste packen :)

    Liebste Grüße
    Sonja

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    1. Da du ja auch Jugendbücher liest, auf jeden Fall :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  5. Hi Steffi,

    die Rezension ist sehr gut und ich bezweifle aber, ob das Buch was für mich ist :S


    Liebe Grüße
    Mii von Mii's Bücherwelt

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    1. Kein Fan nordischer Götter? :-)
      Es ist schwer einzuschätzen, aber so locker und leicht, wie es ist, macht es wirklich Spaß zu lesen

      Liebe Grüße

      Steffi

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