Freitag, 13. Oktober 2017

♀ Nalia - Tochter der Elemente: Der Jadedolch (Heather Demetrios) [Rezension]

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Nalia ist die letzte Ghan Aisouri, die einzige, die den Aufstand und den Massenmord an der obersten Kaste der Dschinns in Ardjinna überlebt hat. Doch anstatt zu kämpfen oder zumindest ihren Bruder aus dem Gefangenenlager zu retten, erfüllt sie Wünsche. Sie wurde in die Menschenwelt verschleppt und verkauft, führt seit Jahren ein Sklavenleben unter ihrem Meister Melek, der seinen dritten Wunsch aufspart, damit sie ihm auf ewig dienen muss. Dabei ist sie die einzige, die die grausame Herrschaft der Ifrits seit dem Überfall auf die Ghan Aisouri beenden kann. Deshalb bekommt sie auch Besuch von dem Rebellenführer Raif, der ihr einen Handel vorschlägt - und das, obwohl er sein Leben lang unter den Ghan Aisouri gelitten hat.
Mich interessieren Bücher mit orientalischem Hintergrund seit einiger Zeit vermehrt, daher musste ich zu "Nalia - Tochter der Elemente" greifen.

Die Autorin zeigt jedoch gleich mit den Einstieg, dass es sich hier um eine tiefere, bedeutungsvollere "Dschinn-Geschichte" handelt. Denn Protagonistin Nalia steckt in ihrer Flasche, zur Strafe eingesperrt in dieser Enge, weil sie ihrem Meister zuwidergehandelt hat. Nalia ist die mächtigste lebende Dschinn und vermag es dennoch nicht, die Fesseln, die sie mit der Flasche und dem mysteriösen Melek verbinden, zu lösen. Stattdessen folgt sie seinen Befehlen, muss seinen Wunsch erfüllen, anderen auf seine Anweisung hin Wünsche zu erfüllen, die ihm zu weltweiter Macht und Einfluss verhelfen.
Sie ist versklavt wie so viele andere Dschinn und völlig machtlos, ihr einziges Ziel zu erreichen: ihren Bruder zu befreien, der im Dschinnreich Ardjinna in einem Arbeitslager der seit dem Umsturz herrschenden bösen Ifrits steckt.
Seit jenem Umbruch fliehen immer mehr Dschinns aus Ardjinna auf die Erde - und landen zu oft bei der Dunklen Karavane, die jene Dschinns dann betäubt und als Sklaven verkauft.

Die Autorin Heather Demetrios hat hier mitunter ein Thema eingebracht, das alles andere als oberflächlich ist. Der Krieg in Ardjinna, die Flüchtlinge, Personen, die ihre traurigen Leben ausnutzen... all das ist perfekt in die Geschichte eingeflossen, die von einer starken Protagonistin erzählt, der ebenso Fesseln angelegt wurden.

Nalias Ziele sind sehr schnell deutlich, doch das Erreichen dieser scheint unmöglich. Stattdessen führt sie ein scheinbar gutes Leben in den Hollywood Hills, hat an Reichtümern alles, was man sich nur wünschen kann und einen Meister, der sie begehrt - und leider auch bestraft, sollte sie sich wieder einmal gegen ihn auflehnen. Und dennoch gibt es eine Seite an ihm, die Nalia anzieht. Ein Gefühl, das sie als Ghan Aisouri nie gelernt hat zu verstehen.
Doch all das ist nichts gegen den Sturm in ihrem Inneren, wenn sie auf den Rebellenführer Raif trifft.

Vor einem kitschigen Liebesdreieck muss ich dennoch nicht warnen. Die Autorin hat den Emotionen für die einzelnen männlichen Figuren gute Begründungen geliefert und übertreibt es auch diesbezüglich nicht. Die Geschichte, deren Spannung dadurch erhöht wird, dass jemand Jagd auf Nalia macht, steht an erster Stelle.

Heather Demetrios wirft immer wieder neue Häppchen und neues Wissen über ihre magische Welt ein, indem sie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lässt. Die Neugier wird durch den Handlungsstrang eines "anonymen" tödlichen Dschinns geschürt, dessen Identität sich nach und nach abzeichnet.

Die Idee, die Welt von Ardjinna und dem Aufstand dort fand ich absolut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und trotz der vielen kursiven fremden Dschinn-Begriffe, die man sehr schnell deuten kann, gut zu lesen. Geschickt baute Heather Demetrios Geheimnisse ein, die es nach und nach zu lüften galt.

Dennoch zog sich das Buch an einigen Stellen und ich hatte das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen. Insbesondere das erste Drittel war geprägt von solchen Passagen. Aber das Durchhalten lohnt sich. Wendepunkte - ganz gleich ob von außen oder den Emotionen der Handelnden losgetreten - rissen mich immer tiefer in die Geschichte, dem Showdown entgegen. Doch die Autorin ließ es sich nicht nehmen, einen der Konfliktpunkte des Folgebandes bereits anzudeuten.
Vom Setting und der Idee her fand ich "Der Jadedolch" absolut gelungen und die eingeflochtene Liebesgeschichte authentisch. Das auf magische Weise interpretierte Thema der Flüchtlinge und deren teils grausames Leben wurde sehr gut eingeflochten. Die Figuren sind vielschichtig, schwer zu durchschauen und nicht immer nur schwarz und weiß. Doch auch diese Kombination und immer neue Wendungen trösten nicht ganz über die etwas trägeren Passagen hinweg. Daher gute 4 Bücher für den ersten Band von "Nalia - Tochter der Elemente".
1. Nalia – Tochter der Elemente: Der Jadedolch
2. Originaltitel: Blood Passage
3. Originaltitel: Freedom’s Slave



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Kommentare:

  1. Hallo liebe Steffi,

    auf der buchmesse ist mir dieses Buch ja wärmstens empfohlen worden. Ich habe es bisher noch nicht auf dem Schirm gehabt, wenn es mir auch mehrfach aufgefallen ist. Ich denke, ich sollte vielleicht doch mal in die Leseprobe reinstöbern. Es klingt nämlich doch recht vielversprechend. :)

    Liebe Grüße, Ruby

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    1. Band 2 wird noch viel magischer werden, wurde mir auf der Messe versprochen.
      Lies unbedingt rein

      Liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay