Dienstag, 19. September 2017

♀ Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis (Danielle Paige) [Rezension]

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Snow ist schon sehr lange in der psychiatrischen Anstalt. Ihre einzigen „Verbündeten“ sind eine Pflegerin und ein anderer Patient namens Bale.
Mit Snow stimmt etwas nicht. Da sind nicht nur diese Träume, sondern es passieren auch seltsame Dinge um sie herum. Als Bale dann entführt wird und der Junge aus ihren Träumen ihr anbietet, ihr bei der Suche zu helfen, flieht auch sie aus der Anstalt und tritt durch den Baum in das Land ihrer eigentlichen Herkunft: Algid. Und dort ist sie bekannt wie ein bunter Hund, denn sie ist es, von der die Prophezeiung spricht. Sie kann die grausame Herrschaft ihres Vaters beenden oder – wenn er sie tötet – für immer und ewig besiegeln.
Das Cover des Buches ist ein wahrer Hingucker und lockt den Leser geradezu, zum Buch zu greifen. Doch anders als vom Klappentext erwartet startet das Buch nicht in Algid, dem „Königreich aus Eis und Schnee“, sondern im Staat New York in einer psychiatrischen Anstalt. Dort lernt der Leser Snow kennen – deren Lebenserfahrung sich auf eine Serie beschränkt und die scheinbar ewig währende Liebe zu dem Mitpatienten Bale. Als dieser dann aufgrund eines Kusses mit Snow verrückt wird und isoliert werden muss, vermisst sie ihn so sehr, dass sie sich zu ihm schleicht – und zusieht, wie er auf mysteriöse Art entführt wird.
Nur wenig später verlässt auch sie die Anstalt und betritt ihre wahre Heimat: Algid. Allein zum Zweck, Bale zu retten.

Die Welt von Algid wurde mit zahlreichen Details einfach wundervoll gestaltet. Schneemonster, Fluss- und weitere Hexen, kleine Magie in Fläschchen – es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Buch liebenswürdig machen und auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm, wenn auch sehr kühl und nüchtern.

Leider sind dies die einzig positiven Aspekte des Buches. Denn mir hat einiges weniger zugesagt. Allen voran die treibende Kraft des Buches, die immer und immer wieder erwähnt, aber nie „erlebt“ wird: die unsterbliche Liebe zu Bale. Wegen ihm verlässt Snow die gewohnte Umgebung und folgt einem Fremden, lässt sich von einer Seite zur anderen ziehen, von einem Ort zum anderen. 

Liebe ist ein Hauptmotivator in Büchern, aber sollte die Protagonistin dann nicht einen anderen Jungen küssen und einen weiteren fast. Auch wird die Liebe wirklich nie gelebt. Selbst die zahlreichen Rückblicke, die die Beziehung von Snow und Bale näherbringen sollen, sind so emotionslos geschildert, dass es unmöglich ist, mitzufühlen. So erlebt man die Protagonistin nur komplett inkonsequent. Dazu ist sie egoistisch, was sie keinesfalls sympathischer macht. Sie erwähnt in jeder Szene, dass sie alle, die ihr helfen und auf sie setzen, verlassen wird, sobald sie Bale hat. Und das obwohl sie die ausgelobte Retterin aus der Prophezeiung ist, die einzige, die genug Macht hat, den König zu stürzen.
Dem ganzen Roman fehlt es an Tiefe – und an Romantik. Für ein laut Internettext als „für alle, die von Romantasy mehr erwarten“ beworbenes Buch liegt die Erwartung daran natürlich hoch. Aber selbst theoretisch romantische Szenen sind durch die kühle Erzählweise aus Snows Sicht nicht wirklich romantisch.

Spannung ist grundsätzlich vorhanden, es gibt zahlreiche Wendepunkte, die ich so auch nicht erwartet hätte (dazu gehören auch Küsse mit Fremden trotz unsterblicher Liebe zu einem anderen), doch der Lesespaß ist bei mir im Laufe der Geschichte leider auf der Strecke geblieben. Im Showdown gibt es noch einmal neue Wendungen, ehe der Roman mit einem Locken für Band 2 endet, zu dem ich nicht greifen werde.

„Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis“ besticht durch eine detaillierte Welt des ewigen Eises und einem gut zu lesenden Schreibstil. Die Figuren jedoch bleiben blass bis unsympathisch, die treibende Kraft der Protagonistin ist ebenso wenig fühlbar wie alle anderen Emotionen in dem Buch und Romantik sucht man größtenteils vergeblich. Haarscharfe 3 Bücher für diesen Auftakt von Danielle Snow.
1. Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis
2. Originaltitel: Stealing Snow
?



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Kommentare:

  1. Oh, ein Buch ohne viel Emotionen ist natürlich nicht so spannend zu lesen ... Ich denke aber, dass ich das Buch trotzdem gerne noch lesen möchte, um mir meine eigene Meinung zu bilden. :)

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    1. Es ist ja immer auch ein wenig stimmungsabhängig.
      Vielleicht reißt es dich ja mega mit! Ich bin gespannt, was du sagt.

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. Das hoffe ich :) Hab bisher leider eher Negatives über das Buch gehört.

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  2. Liebe Steffi,
    Ich hatte genau denselben Eindruck. Hatte schon Bauchweh meone Rezension zu posten ....
    Liebe Grüße,Verena

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    1. Ich frage mich anfangs ja auch immer, ob es nur mir so ging - aber ein paar mit derselben Meinung/Tendenz finden sich immer. :-)

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  3. Huhu Steffi,

    das hört sich ja alles nicht so toll an. Das Buch hatte ich erst mal auf die Wuli gepackt. Ich denke, ich warte noch ein paar Rezis ab und schaue mal wie es anderen gefallen wird. Wobei ich jetzt zwei Rezis gelesen habe und beide nicht sooo begeistert waren. :-/

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Ich habe bisher auch nur kritischere Stimmen gesehen :-/
      Aber vielleicht kommen die Begeisterungsstürme noch, wer weiß :-)

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  4. Hi Steffi, ich bin einen Tag zu spät dran, habe es leider gestern nicht mehr geschafft. Meine Rezension mit drei Sternen erscheint morgen! Gruß Verena http://books-and-cats.de/rezension-jugendbuch-snow-die-prophezeiung-von-feuer-und-eis/
    Deine Rezension habe ich ebenfalls verlinkt!

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    1. Ich füge deinen Link auch gleich hinzu.
      Dankeschön <3

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  5. Hallo liebe Steffi,

    das ist leider seit langem mal wieder ein Buch gewesen, dass ich abbrechen musste. Der Schreibstil war zwar sehr einfach, aber dafür abgehackt und für mich oftmals zu sprunghaft. Der Einstieg war mir zu langatmig und auch so konnte ich mit den Charakteren nicht viel anfangen. Wie du schon schreibst, sie waren blass und extrem unsympathisch. Die Welt klang in den Anfängen, welche ich noch gelesen habe sehr interessant, aber ich war durchweg genervt von dem Buch. Aus diesem Grund habe ich es letztlich abgebrochen, weil ich mich leider total durchgequält habe. Eigentlich echt schade. ☹

    Liebe Grüße, Ruby

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    1. Ich kann dich so verstehen. Ich weiß auch nicht, was hier passiert ist - das Buch ist ja der Toptitel des Monats. :-(

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    2. Ja, wirklich schade. Ich weiß nicht, wie das Buch so durchgekommen ist. Wobei es ja auch einigen gefällt, also ist es doch wieder eine reine Geschmackssache und ich war diesmal bei denen dabei die es einfach nicht lesen konnten. -.-

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    3. Muss auch mal sein. Man kann nicht immer Glück bei der Auswahl haben :-/

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Steffi & Kay