Freitag, 11. August 2017

♂ Aquila (Ursula Poznanski) [Rezension]

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„Sie zählte zweimal bis hundert, dann noch einmal, um sicherzugehen. Die ganze Zeit über lauschte sie, doch es war nichts mehr zu hören, nur das Hämmern ihres eigenen Herzens.“

(S. 52) 
Nika befindet sich zu einem Auslandssemester in der italienischen Stadt Siena. Gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Jenny teilt sie sich eine Wohnung. Nach einem Wochenende, das mit einer Party begonnen hatte, wacht Nika in ihrem Bett auf. Erschrocken muss sie feststellen, dass es bereits Dienstag ist. Doch ihr fehlt jegliche Erinnerung an die letzten zwei Tage. Was war passiert? Hat sie trotz ihrer Vorsätze derart über die Stränge geschlagen? 

Auch von ihrer Mitbewohnerin findet sich keine Spur. Daneben fehlen noch ihr Handy, die Wohnungsschlüssel und ihr Reisepass. Nur einen seltsamen Zettel mit unzusammenhängenden Mitteilungen findet Nika in ihrer Tasche. Nika macht sich auf die Suche nach Informationen zur fraglichen Zeit. Doch dabei stößt sie auf Dinge, die sie nicht erwartet hat. Denn sie könnte schreckliche Schuld auf sich geladen haben. 
Bücher von Ursula Poznanski begleiten mich schon lange Jahre. Wenn eine neue Geschichte von ihr erscheint, steht diese natürlich auf meiner Must-Read-Liste. So habe ich dem Erscheinen von „Aquila“, ihrem neuesten Werk, entgegengefiebert. Nun hatte mich das Buch endlich erreicht, und so begann ich unmittelbar zu lesen.

Schon mit einem interessanten und neugierig machenden Einstieg in die Geschichte gelang es der Autorin dann gleich, mich auf den weiteren Fortgang einzustimmen. Ich erlebte Nika, als sie nach einem Wochenende erwacht, das mit einer Party in einem Club begann. Ohne Erinnerung. Gemeinsam mit ihr versuchte ich Puzzleteile zu entdecken, die eine Erklärung dafür abgeben könnten, was in den vergangenen Stunden passiert war. Doch da war nichts. Schlimmer noch, Nika und ich entdeckten, dass mehr Zeit vergangen war als gedacht. Ihr fehlten sage und schreibe komplette zwei Tage. Tage, in denen etwas geschehen sein muss, was Nika sich gar nicht ausmalen möchte.

Gemeinsam machten wir uns nun auf den Weg, die Lücken zu schließen. Doch das war natürlich nicht so einfach. Es stellten sich immer wieder Hürden in den Weg. Erkenntnisse führten in Sackgassen, es ergaben sich hinter so manchen menschlichen Fassaden tiefe Abgründe, nichts schien so, wie man auf den ersten Blick dachte.

Doch natürlich hat Nika nicht ans Aufgeben gedacht. Umso mehr, als dass sie nun plötzlich in richtigen Schwierigkeiten steckt und nichts auf der Welt sie aus dieser Spirale befreien kann.

Zum Schreibstil von Ursula Poznanski muss man wohl nicht mehr viel sagen. Mit gewohnter Sorgfalt führt sie mit flüssigem Schreibstil durch die Geschichte, nutzt für die Erzählung dabei die dritte Person in Vergangenheitsform aus der Sicht von Nika. Die Autorin hat ein Geschick dafür, ohne ausufernde Beschreibungen die von ihr gewollten Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Dabei verpasst sie ihren handelnden Personen prägnante charakteristische Züge, die das zur Verfügung stehende Spektrum an Emotionen hervorrufen können.

So hat mir auch die Darstellung von Nika hervorragend gefallen. Anfangs machte sie einen verschüchtert hilflosen Eindruck, der aufgrund der Situation auch völlig nachvollziehbar war. Auf den weiteren Seiten konnte ich ihre Entwicklung mitverfolgen und genießen. Das zunehmende Selbstvertrauen war spürbar und mehr und mehr gelang es ihr, ihre getroffenen Entscheidungen fortzuführen. Auch die anderen Charaktere wirkten auf mich sehr vorstellbar und rundeten die Geschichte logisch ab.

In „Aquila“ ist es Ursula Poznanski wiederum gelungen, mich auf falsche Fährten zu locken und doch immer wieder für einen „Aha-Effekt“ zu sorgen. Ich genoss es, die Idee der Autorin zu verfolgen und mit Nika Geheimnissen auf die Spur zu kommen. So war es auch kein Wunder, dass ich förmlich an die Seiten gefesselt wurde. Und so sehr ich auch einer Auflösung entgegenfieberte, genauso wünschte ich mir, dass ich nicht von der Geschichte loslassen müsste.

Doch irgendwann endet eben jede Geschichte. Und so löste Ursula Poznanski die Geschichte in meinen Augen schlüssig und nachvollziehbar auf, nachdem sie es sich allerdings nicht nehmen lassen hat, die Spannung vorher nochmal auf ein hohes Niveau zu heben. Nun kenne ich die Geschichte hinter „Aquila“ und kann das Buch nun zu den anderen Poznanski-Büchern ins Regal stellen.
Aquila“ konnte mich mit überraschenden Wendungen und gut ausgearbeiteten Charakteren begeistern. Meine Suche nach Geheimnissen an der Seite von Nika belohne ich daher mit vollen 5 Büchern.

Für alle, die in schwierigen Situationen nicht aufgeben, dabei auch vor unerwarteten Lösungen nicht erschrecken und sich von scheinbaren Offensichtlichkeiten nicht verwirren lassen.





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Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:

Claudias Bücherregal (Rezension)
Das Niliversum (Rezension)

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Kommentare:

  1. Hallo ihr Zwei,
    ich kann euch nur zustimmen. Meine Rezension ist auch voller Lob für die Autorin :)
    http://claudias-buecherregal.blogspot.de/2017/08/rezension-poznanski-ursula-aquila.html

    LG Claudia

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    1. Hallo Claudia,

      der Stil der Autorin ist aber auch gigantisch. Kann man jedem nur empfehlen :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  2. Super Rezension! :)
    Ich hab das Buch noch auf dem SuB und werde es wahrscheinlich kommmendes Wochenende beginnen. Bin schon wahnsinnig gespannt darauf :)

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    1. Hallo Binzi,

      dankeschön ☺️Wünsche dir ganz viel Spaß mit der Geschichte! Bin gespannt, wie du sie finden wirst ☺️

      Liebe Grüße
      Kay

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  3. Ich freue mich auch sehr auf das Buch*-* hab leider erst ein Buch von ihr gelesen und Layers liegt hier noch im Regal:) Werde ich aber bald lesen;)

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    1. Ursula Poznanski gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Wenn da ein neues Buch auf den Markt kommt, muss ich es lesen :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  4. Ich war auch sehr begeistert und fand Siena als Ort superklasse! Wenn ich die Augen schließe, seh ich immer noch die Gässchen vor mir...

    Meine Rezension:
    https://niliversum.wordpress.com/2017/08/11/ursula-poznanski-aquila/

    Lieben Gruß
    Bine

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    1. Hallo Bine,

      da kann ich dir absolut zustimmen. Habe die Bilder auch noch alle im Kopf :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  5. Sehr fein! Ich habe heute schon einige Rezensionen dazu entdeckt und das Buch wird allseits ähnlich bewertet. Daher wird wohl auch dieses Buch von Ursula Poznanski bei mir einziehen dürfen, ich freue mich drauf!

    Ehrlich gesagt, ich war bzgl. Klappentext und Cover anfangs etwas unsicher, ob es wirklich was für mich sein könnte.

    Liebe Grüße & schönes Wochenende,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      schön, dass ich deine Kaufentscheidung positiv beeinflussen konnte. Die Geschichte ist wirklich toll! Wünsche dir ganz viel Spaß in Siena, wenn es dann soweit ist :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  6. Ich hätte es als Rezi-Exemplar haben können, aber ich hab mich nicht getraut :-(
    Kannst du dir das vorstellen??

    Hach, ich fühle mich als hätte ich versagt..!

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    1. Huhu Kerstin,

      ja, kann ich mir vorstellen, weil es einfach nicht dein Genre ist. Mach dir nichts draus, versagt hast du trotzdem nicht ☺️

      Liebe Grüße
      Kay

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Steffi & Kay