Freitag, 14. Juli 2017

(L) Die Geschwister Gadsby im Sommerchaos (Natasha Farrant) [Rezension]

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„Wenn man so durch die morgendliche Kühle reitet, obwohl man eigentlich Hausarrest hat, fühlt man sich ein bisschen wie ein Schmuggler, der gerade seine Ware an Land schafft. (...) Man fühlt sich wie eine Romanfigur oder als käme man aus einem anderen Land.“
 (S.132)

Skye stöhnte auf. „Meine Mutter bringt mich um. Ich habe diese Brille erst seit einem Monat.“„Wie willst du denn jetzt was sehen?“, fragte ich.„Mein rechtes Auge ist ganz okay.“„Aber das linke Glas ist kaputt.“„Das“, seufzte Skye. „Ist wieder mal typisch.“
 (S.46)
Die Geschwister Gadsby werden von ihrer gestressten Mama zur Großmutter auf dem Land geschickt, um dort den Sommer zu verbringen. „So wie früher“, sagte Mama, aber nichts ist mehr wie früher. Oma wird immer tüdeliger, Bluebell vermisst Ines, Jas vermisst Pumkin. Auf Fahrrädern und Ponys und mit neuen Freunden machen die Gadsby Geschwister die Gegend unsicher. Bis die Sache mit Oma langsam seltsam wird und die Geschwister einen waghalsigen Plan fassen.
Ich musste zum Zahnarzt und hab ein Buch aus meinem SuB Regal gesucht, dass man mit zum Zahnarzt nehmen kann. Ich finde Zahnärzte nämlich ganz furchtbar, also nicht die Menschen an sich, aber ... ihr wisst, was ich meine. Jedenfalls, habe ich dieses Buch mitgenommen, weil es aussah wie ein ZahnarztFurchtBekämpferBuch.
Und mein Zahnarzt hat mich auch prompt gefragt, ob es da um den richtigen Gadsby ginge und ob ich denn den Film gesehen hätte, was ich davon halten würde und plötzlich war mein Zahnarzt ein ganz normaler Mensch <3

Jedenfalls zum Buch…Es ist toll! Bittersüß trifft es hier sehr gut, denn die Protagonistin Bluebell hat ihre Zwillingsschwester vor vier Jahren verloren und kommt nicht darüber hinweg. Sie ist noch sehr jung, dreizehn Jahre alt, die Zweitälteste und hat noch vier Geschwister.
In der Familie herrscht immer großer Trubel und es ist recht verständlich, dass Mama Gadsby ihre Sprösslinge schließlich zu Oma schickt und mit dem Baby Pumkin (eigentlich heißt es William) daheim in London bleibt.

Die Geschichte wird aus Bluebells Sicht erzählt. Mal in der Form von Tagebucheinträgen, dann in einer Art Kameraführung und dann wieder wie „ein normales Buch“ aus der Ich Perspektive. Am Anfang war ich ein bisschen verwirrt, wusste nicht ganz wer wer ist und wer erzählt, aber das kann auch an der Zahnarztpraxisumgebung gelegen haben. Nach einigen Kapiteln war ich dann richtig drin und habe mich Bluebell auch sehr nah gefühlt. Sie ist wirklich süß und hat diese typischen Mädchenprobleme, die aber dann auch wieder nicht so typisch sind, wegen der Sache mit ihrer Schwester.

Die Kinder sind also bei ihrer Oma (die sie eine Stunde zu spät vom Bahnhof holt) und der Hof, auf dem sie lebt klingt wunderschön und ist sehr liebevoll beschrieben. Es gibt Ponys und eine alte Scheune mit Fledermäusen, einen Bach mit einer Stelle zum Schwimmen gehen, wilde Himbeeren und einen großen Gemüsegarten, den Oma hegt und pflegt. Bluebell, Jasmin und Twig sind sehr unterschiedlich und haben doch alle eine Sache, die sie bedrückt. Jasmin vermisst das Baby, Twig fühlt sich Zuhause unsichtbar und Bluebell vermisst ihre Zwillingsschwester Ines. Dann gibt es noch Flora, die älteste der Gadsbys, die mit ihrem Vater in Neuseeland ist und in seinem Film mitspielt. Sie taucht immer mal wieder über Skype auf und scheint eine ziemliche Nervensäge zu sein.

Und dann sind da noch die Jungs, zwei Jungs um genau zu sein, Skye und Oliver. Skye ist ein pferdeverliebter Tollpatsch mit Brille und Oliver ein gutaussehender, wortgewandter Draufgänger. Die Kinder schließen direkt Freundschaft und ziehen zusammen los. Doch dann müssen Skye und Oliver nach Frankreich, zu Skyes Papa und die Kinder sind mit ihrer Oma alleine. Als Oma Gadsby dann plötzlich mitten in der Nacht zu ihrer eigenen Hochzeit will, startet Bluebell einen verzweifelten Hilferuf.

Die Geschichte ist einfach cool. Ich hatte ja erst sowas 5Freunde mäßiges, lustiges erwartet, aber dann plötzlich kommen total ernste Themen auf und das Ganze geht richtig in die Tiefe. Das einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war die Dreiecksgeschichte, aber selbst für die gab es, zumindest von der einen Seite eine ganz gute Auflösung.

So wie ich das gerade auf Lovelybooks recherchiert habe, handelt es sich bei „Die Geschwister Gadsby und das Sommerchaos“ um einen dritten Band. Ich fand jetzt nicht, dass man es als störend empfindet, die ersten Bände nicht zu kennen. Sicher würde es die Figuren noch ein wenig farbiger gestalten, aber ich konnte mich auch so sehr gut in alle hineinversetzten. Ich werde aber mal schauen, ob ich die Bücher auch in der Bücherei finde und würde sie dann auch noch rezensieren.
Ich mochte das Buch richtig gerne. Es hatte Humor, Spannung, Liebe, Freundschaft, Familie und Herz. Es kriegt eine absolute Leseempfehlung und 4 Bücher von mir. Ich empfehle dazu einen Sessel in der Sonne und frischen Eistee!
1. Die Geschwister Gadsby
2. Die Geschwister Gadsby und die Liebe
3. Die Geschwister Gadsby im Sommerchaos



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Steffi & Kay