Donnerstag, 20. Juli 2017

♂ Kill Baxter - Showdown in Cape Town (Charlie Human) [Rezension]

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„Die Welt beginnt zu flimmern und zu funkeln wie bei einem drohenden Kreislaufkollaps. Die tanzenden Sternchen vor meinen Augen kristallisieren sich zu einem wogenden Ozean von Farben, Geräuschen und Gerüchen, wo vormals das verlassene Gebäude war.“

(S.22)
Keine Schule wollte Baxter aufnehmen. Lediglich in Hexpoort, einer Schule für magisch Begabte, konnte er nun unterkommen. Doch Baxters Leben hier ist alles andere als einfach. Tyrannisiert von Hekka, dem Auserwählten, versucht Baxter dennoch, seine gute Seite herauszukehren. Auch Esmé scheint ihn jedoch verlassen zu wollen. Innere Kämpfe toben in ihm.

Als die Schule angegriffen wird, gibt es viele Tote. Doch es gelingt, die Gefahr zu bannen. Zumindest vorerst. Nun ist der Schulalltag vorbei, die Schüler werden nun gebraucht, gegen abtrünnige magische Clans zu kämpfen. Baxter wird Ronin als Lehrling zugeteilt. Und wieder einmal sind sie nun auf einer Mission zur Rettung der Welt. Sterben ist dabei natürlich auch eine Möglichkeit.
Nachdem mir die schräge Geschichte aus dem ersten Teil „Kill Baxter – Apokalypse Now Now“ überraschend gut gefallen hatte, musste natürlich auch bald der Folgeband bei mir einziehen. Nun lag „Kill Baxter – Showdown in Cape Town“ lesebereit bei mir zu Hause, so dass ich unmittelbar mit dem Lesen beginnen konnte.

Schnell kamen mir nach den ersten Seiten die bisherigen Ereignisse wieder ins Gedächtnis. Mit einer Dokumentation über Baxter hinsichtlich seines Aufnahmeverfahrens in Hexpoort gelang es Charlie Human, dass wichtige Informationen nicht verloren gingen. Außerdem sorgte der prägnante Schreibstil des Autors dafür, dass ich schnell wieder in der Welt von Baxter angekommen bin.

Baxter hat sich nun vorgenommen, seine böse Seite, sein manipulatives und intrigantes Ich, zu unterdrücken. Er will zu den Guten gehören, gibt sich dabei alle Mühe und muss dafür jede Menge über sich ergehen lassen. Hexpoort fühlt sich für ihn an wie ein Gefängnis. Schon auf der Fahrt zur Schule war zu erleben, dass ihn hier alles andere als ein normales Schulleben erwarten würde. Und tatsächlich wird es ziemlich hart für ihn. Der brutale Überfall auf die Schule beendet just das eben erst begonnene Schulleben. Nun gilt es, die dunklen Bestrebungen aufzuhalten. Gemeinsam mit Ronin, der gerade versucht, vom Alkohol loszulassen, bekommt Baxter einen Auftrag. Und damit begibt er sich wiederum in große Gefahr.

Charlie Human nutzt auch in diesem Teil die Darstellung aus Baxters Ich-Perspektive in Gegenwartsform. Gewohnt schrill und schräg schreitet die Geschichte voran und bereitet vor allem mit sarkastischen Dialogen und viel eingebauten schwarzen Humor eine Menge Lesespaß. Auch wenn der Grundgedanke einer besonderen Schule sicherlich nicht neu ist, erfindet Charlie Human das Geschehen hier für sich neu und hebt das Ganze auf eine derbere und bluttriefendere Ebene, nutzt dabei teilweise schamlose Übertreibungen, die beim Lesen nicht einmal ansatzweise überflüssig wirken. Mehr noch, genau dieses Stilmittel gibt der Geschichte etwas Besonderes und Unverwechselbares.

Mit Baxter, dem Mensch gewordenen Antihelden, hat Charlie Human eine Figur geschaffen, mit der man sich durchaus identifizieren kann. Abgesehen von den bereits genannten Übertreibungen plagen ihn dieselben Ängste wie jeden anderen auch. Und an Baxter ist definitiv eine Entwicklung zu bemerken, er hat die Gefühlswelt entdeckt, auch wenn er stellenweise dann doch unterkühlt agiert.

In den eingebauten Dialogen werden mitunter derbe Sprüche und Straßenslangs benutzt, die in keine andere Geschichte besser passen würden. Nur zum Ende hin gen Showdown empfand ich die Darstellung der Handlung dann mitunter doch zu überzeichnet, was meinen Lesefluss aber nur geringfügig beeinflusste. Im Endeffekt hat Charlie Human definitiv das Niveau des Vorbandes erreicht, wenn nicht sogar teilweise übertroffen.

Nach einem stellenweise brutalen Showdown lässt Charlie Human die Geschichte beruhigt ausklingen und führt sie zu einem nachvollziehbaren Ende. Ich konnte die Geschichte wirklich genießen und freue mich auf weitere Werke von Charlie Human.
Mit „Kill Baxter – Showdown in Cape Town“ knüpft Charlie Human beeindruckend an das Niveau des ersten Bandes an. Sarkastische Dialoge und herrlich überzogene Handlungsstränge bereiteten mir ein Lesevergnügen, dass ich mit knappen 5 Büchern belohne.

Wer schrille und schräge Handlungsstränge mag, dabei überzogene Entwicklungen akzeptiert und eine magische Parallelwelt nicht ausschließt, ist hier genau richtig. Für Fans des ersten Teils ein absolutes Must-Read!
1. Kill Baxter – Apokalypse Now Now (Rezension)
2. Kill Baxter – Showdown in Capetown



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Lenas Welt der Bücher (Rezension)

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Steffi & Kay