Samstag, 10. Juni 2017

♂ Pearl (Julie Heiland) [Rezension]

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„Alles in meinem Dasein ist auf die Liebe ausgerichtet, und dennoch weiß ich so gut wie nichts über sie. Weiß nicht, wie sie sich anfühlt. Kann es nur ahnen. Mir in meiner Phantasie ausmalen.“

(S.11)

 „Ich ertrage den Anblick des Himmels nicht mehr. Wünschte, die Sterne würden zu Staub zerfallen, wünschte, der Mond würde erlöschen.“

(S. 252)
Pearl ist nun schon über zweihundert Jahre alt. Als junges Mädchen ist sie gestorben und wurde wiedergeboren. Weil sie bis zu ihrem Tod keine Liebe erfahren hat. Nun ist Pearl eine Suchende, einzig und allein die wahre schicksalhafte Liebe kann sie von der Unsterblichkeit erlösen. Alles, was sie aufrecht hält, ist die Hoffnung. Denn nur durch die Hoffnung hat sie eine Aussicht auf Erlösung. Doch es droht eine weitere Gefahr. Denn die Suchenden werden von den Jägern, ehemaligen Suchenden, gejagt. Und genau für einen ihrer größten Feinde scheinen sich die lang ersehnten Gefühle zu entwickeln. 
Die „Bannwald“-Reihe von Julie Heiland hatte mir schon richtig gut gefallen. Gespannt wartete ich seitdem auf weitere Veröffentlichungen von ihr. Als dann nun „Pearl“ auf den Markt gebracht wurde, war ich mir allerdings alles andere als sicher, ob mir die Geschichte gefallen könnte. Also habe ich erstmal abgewartet. Nachdem ich nun die ersten Meinungen zu „Pearl“ entdeckt hatte, wollte ich es nun doch wagen und mir eine eigene Einschätzung bilden.

Kaum war das Buch nun bei mir angekommen, habe ich auch unmittelbar mit dem Lesen begonnen. Und befand mich gleich in der wunderschönen italienischen Stadt Venedig. Ich durfte Pearl kennenlernen. Und ich habe mich gleich von Beginn an in Pearl verliebt.

Nachdem Pearl unmittelbar nach ihrer Geburt von ihrer Mutter weggegeben wurde, wuchs sie in einem Waisenhaus auf. Und sie hatte in ihrer Kindheit nicht viele Gelegenheiten zum Lachen. Bis zu ihrem Tod hatte sie niemals das Gefühl erfahren, geliebt zu werden. Und so wurde sie wiedergeboren. Von nun an war sie eine Suchende. Nur die wahrhaftige Liebe kann sie von einem ewigen Leben erlösen. Allein dieser Verlauf bis dahin führte dazu, dass ich Pearl mehr und mehr ins Herz schließen konnte.

Was sich im ersten Moment im Hinblick auf die Unsterblichkeit ziemlich gut anhört, ist es im Endeffekt jedoch nicht. Denn Pearl ist, genau wie alle Suchenden, von einer unendlichen Sehnsucht erfüllt. Einer Sehnsucht nach der wahren Liebe. Manche der Suchenden haben die Hoffnung auf diese Liebe bereits aufgegeben und sind böse geworden. Denn wenn sich die vermeintlich wahre Liebe nicht als solche offenbart, wird der oder dem Betroffenen die Möglichkeit zu Lieben genommen. Und hier kommen die Jäger ins Spiel. Einst selbst Suchende wissen sie genau, welche Gefühle hier im Spiel sind oder auch nicht. Und so wollen sie die gewöhnlichen Menschen vor den Suchenden beschützen. Denn die Gefahr ist groß, dass sie ihrer Fähigkeit zu Lieben beraubt werden. Doch allein die Vorstellung, dass eine Suchende oder ein Suchender mit der Fähigkeit der Unsterblichkeit von den Jägern meterweit unter der Erde in einen Sarg gesteckt wird und sein Leben so fristen muss, hat mir ein Schaudern über den Rücken getrieben.

Als gut empfand ich außerdem, dass es beim Thema Unsterblichkeit endlich einmal nicht um Vampire oder Ähnliches ging. Julie Heiland hat mit „Pearl“ damit eine andere Idee genutzt und hervorragend umgesetzt. Unsterblichkeit 2.0 sozusagen.

Beim Lesen der Geschichte habe ich förmlich gespürt, wieviel Herzblut die Autorin in ihre Idee gesteckt hat. Von überdetaillierten Beschreibungen ist Julie Heiland definitiv weit entfernt. Und doch schafft sie es, mit gut gewählten Worten und Formulierungen Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die mich voll und ganz in der Geschichte abtauchen ließen. Mein Leseerlebnis war unglaublich intensiv, ich fühlte mich stets als Teil der Geschichte. Nicht zuletzt die gewählte Ich-Perspektive aus der Sicht von Pearl in der Gegenwartsform trug dazu bei, eine extreme Nähe zur Handlung förmlich zu spüren.

Die Charaktere waren genau wie die Protagonistin Pearl selbst unglaublich vorstellbar dargestellt. Mit treffenden Eigenschaften ausgestattet und klar beschrieben machten sie die Handlung erlebbar und glaubhaft. Die Beschreibungen der Handlungsorte waren jederzeit prägnant, ich fühlte mich beim Lesen so, als wenn ich ebenfalls anwesend gewesen wäre.

Julie Heiland hat es sich nicht nehmen lassen, der Geschichte einen gehörigen Showdown zu verpassen, der das Adrenalin nochmals in die Höhe getrieben hat. Die stellenweise immer wieder durchklingende Melancholie verleiht dem Ganzen dabei noch etwas Besonderes. Auch das von der Autorin arrangierte Ende ist passend und traf damit genau meine Erwartungen. Im Endeffekt kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, zu „Pearl“ gegriffen zu haben, denn es sticht definitiv aus der Masse hervor.
Pearl“ ist genau das, was der Name verspricht, eine Perle in der Buchwelt, die man im Regal stehen haben sollte. Julie Heiland konnte mich mit ihrer Geschichte verzaubern und mir unglaublich intensive Leseeindrücke vermitteln. Meine Suche nach der wahrhaftigen Liebe an der Seite von Pearl belohne ich deshalb mit zweifelsfreien 5 Büchern.

Für alle, die die Hoffnung auf die wahre Liebe nie aufgegeben haben, die Sehnsucht nach dieser Liebe in sich spüren und das Risiko, sie wirklich zu finden, jederzeit auf sich nehmen.




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Kommentare:

  1. Oooooh das klingt sehr sehr gut....dann muss ich es wohl unbedingt haben :)

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    1. Genau, lass es dir nicht entgehen ;-) LG, Kay

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  2. Hey :)
    Ich habe nur positive Rezensionen gesehen und werde auch zukünftig mal nach diesem Buch greifen müssen ^^
    Liebe Grüße
    Romi

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    1. Hallo Romi,

      ich war am Anfang ja auch total skeptisch...Aber ich würde überzeugt, versuche es mal mit der Geschichte;-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  3. Hallo Kay,

    ich habe das Buch ja auch schon gelesen und fand es wirklich gut. Die Idee dahinter ist vielversprechend und die Umsetzung hat die Autorin sehr gut hinbekommen. Ich hatte auch ein paar sehr schöne Lesestunden. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Hallo Ruby,

      das freut mich :-) Ich wusste ja erst gar nicht so richtig, was mich erwartet. Aber die Geschichte konnte mich dann wirklich richtig gut unterhalten :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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Steffi & Kay