Donnerstag, 15. Juni 2017

(L) Die Furcht des Weisen Band 2 (Patrick Rothfuss) [Rezension]

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Kvothe atmete tief durch: „… aber das hier ist kein kühnes Liebesabenteuer. Es ist kein Märchen, in dem die Toten wiederkehren. Es ist kein mitreißendes Epos, das dazu bestimmt wäre, das Blut in Wallung zu bringen. Nein. Wir wissen doch alle, was für eine Art von Geschichte das hier ist.“
(S.102)

 „Also für mich sieht es nicht so aus, als würde das Wirtshaus in Flammen stehen.“Bast sah ihn ungläubig an. „Die ganze Welt steht in Flammen“, sagte er. „Macht doch mal die Augen auf.“
(S.510)
Kvothe ist auf Banditenjagd und um Haaresbreite und knapp mit dem Leben davongekommen. Jetzt begegnet er Felurian, der sagenhaften Elfe, die durch ihre unfassbare Schönheit die Männer in Tod und Wahnsinn treibt. Durch eine List kann er ihr entkommen und sein Weg führt ihn zum Volk der Adem, den stillen Kriegern. Hier lernt er den Weg des Lethani und erhält ein legendäres Schwert. Mit ihm und einem von Feluarian gewobenen Mantel aus Schatten und Mondlicht tritt er den Heimweg zum Hof des Maer an. Doch auf diesem lauern Dunkelheit und Blut auf den jungen Arkanisten.
Wir starten (im Gegensatz zu den anderen beiden Bänden) direkt in Kvothes Geschichte. Kein Gänsehautprolog, keine Szene im Gasthaus Wegstein. Kvothe hat den Kampf gegen die Banditen überlebt und wieder einmal mehr dafür gesorgt, dass man über ihn ordentlich spekulieren kann. Er genießt es sehr, seinen Ruf anzukurbeln, was ich ein bisschen unsympathisch finde. Da die Aufgabe, die ihm der Maer gestellt hat, jetzt erfüllt ist, machen Kvothe und seine Leute sich auf dem Heimweg.

Doch unterwegs treffen sie plötzlich auf Feluiran, einer Sagengestalt, eine wunderschöne Elfe von der es heißt, dass kein Mann sie lebend verlassen kann. Entgegen aller Vernunft geht Kvothe, gebannt von Leidenschaft und Sehnsucht zu ihr und verlässt seine Gefährten. Es folgt eine Zeit voller… Sex. Naja und gegessen wird auch hin und wieder.

Felurian lehrt Kvothe die Künste der Liebe und dabei allerlei schräge Begriffe wie „die tausend Hände“ etc. Ich fand das ehrlich gesagt etwas albern und konnte nicht so viel mit diesem Kapitel anfangen. Kvothe trifft allerdings im Elfenreich auch auf ein Baumwesen, das ihm die Zukunft voraussagt und allerlei Sachen andeutet, auch über Denna, Kvothes Herzensdame.

Hier ist der erste Bruch in der Geschichte, weil Bast das bisher nicht über seinen Reshi wusste und jetzt fix und fertig mit der Welt ist. Er hat totale Angst vor diesem Wahrsageding, und das, obwohl er selbst so ein mächtiges Wesen ist.

Kvothe gelingt es schließlich, sich von Felurian zu trennen. Sie lässt ihn gehen, damit er ein Lied über sie in der Welt bekannt machen kann und er muss versprechen, zu ihr zurückzukehren. Kvothe findet seine Gefährten wieder und erzählt, dass er Felurian mithilfe eines Zaubers besiegt hat. Das finde ich kurz gesagt überhaupt nicht gut. Was soll denn diese Lüge? Nur um besser dazustehen?
Aber gut, Kvothe und seine Leute ziehen weiter, doch einer von ihnen, Tempi, wird nach Hause zurückbeordert. Wenn ihr die Bücher gelesen habt, wisst ihr, dass Tempi einem speziellen Volk mit ziemlich vielen Eigenarten angehört. Er hat Kvothe viel über sein Volk gelehrt und soll jetzt dafür bestraft werden. Kvothe beschließt, sofort mit ihm zu gehen, um seinem Freund zu helfen.

Er wird im Volk der Adem als Lehrling aufgenommen, bekommt eine Lehrerin und außerdem wieder jede Menge Sex. Mich hat die erste Hälfte des Buches leider total enttäuscht. Eine Elfen-Kamasutra-Lehrerin und danach Jedi, die in Gesten reden und es mit jedem treiben. Nicht meins. Die Sprache ist einfach, hat nicht mehr diese magische Tiefe und mir fehlen Sim und Will und ihr Humor.

Aber, sobald Kvothe von den Sex-Jedi aufbricht, wird es besser, viel besser! Der alte Patrick-Rothfuss-Zauber kehrt zurück und hat mich total in seinen Bann gezogen. Kvothe gerät an eine Gruppe Banditen, die sich als Edman Ruh ausgeben und stellt sich ihnen entgegen. Und den Rest kann ich euch leider nicht erzählen, sonst braucht ihr das Buch ja nicht mehr lesen, aber glaubt mir, es wird toll, so toll, wie im ersten Band!

In der Erzählung von Kvothe geht es also ordentlich rund und ebenso in der Gegenwart. Das Wirtshaus wird angegriffen, Bast heckt etwas aus und Kvothe … Kvothe macht mir Angst. Nicht vor, sondern um ihn. Und auch Bast begibt sich auf einen dunklen Pfad, der schon Anakin Skywalker zum Verhängnis wurde. Es gibt wieder einen wunderschönen, düsteren Epilog, bei dem ich fast geweint hätte.
Ich liebe die Figur von Kvothe, trotz seiner Angeberei, er ist so vielschichtig und neben Aragorn definitiv mein Lieblings-High-Fantasy-Held.

Wann und in welcher Form der nächste Band erscheinen wird, ist leider immer noch nicht bekannt und ich hoffe wirklich sehr, dass es bald soweit sein wird!!!

PS: Behaltet mal beim Lesen die Lady Lackless, also die Frau des Maer im Auge, ich habe da eine megainteressante Fantheorie gehört, die ich absolut logisch finde!
Der Anfang war enttäuschend, aber dann konnte mich die Geschichte doch packen und restlos begeistern. 4 Bücher von mir und die dringende Bitte nach mehr!
1. Der Name des Windes
2. Die Furcht des Weisen Band 1
3. Die Furcht des Weisen Band 2

Außerdem von Patrick Rothfuss in dieser Welt erschienen:
Die Musik der Stille – Aurils Geschichte




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Kommentare:

  1. Lizzy!

    Ich hoffe seit JAHREN das es bald soweit sein wird. Willkommen im Club. Ich fand diesen Band übrigens auch am schwächsten, aber trotz Schwächen immer noch sensationell.
    Hach, ich glaube ich rereade es auch noch. Ich vermisse Kvothe....

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  2. Ich glaube, dass das Buch auch noch einmal anders wirkt, wenn man es am Stück lesen kann. Also so wie es eigentlich gedacht ist :) Von allen Büchern bisher ist es wohl wirklich "am schwächsten", aber im Vergleich zu anderen Büchern ein ganz anderer Maßstab.

    Liebe Grüße
    Tina

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Steffi & Kay