Samstag, 6. Mai 2017

♀ Haus der Tausend Spiegel (Susanne Gerdom) [Rezension]

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Annabell, genannt Annik, erhält die Stelle als Kindermädchen in dem Haus des reichen Gabriel van Leuthen. Dieser Job ist die Zulassungsaufgabe für die Uni und Anniks Studiengang der Chaosmagie und so gibt sie nicht auf, als sie dem unfreundlichen Nachfahren des legendären Hexenschlächters gegenübersteht. Jener Familie, die Hexen wie ihre Familie so sehr verabscheut. Sie flieht auch nicht, als die Aufgabe des Kindermädchens für den kleinen Elias aussichtslos scheint, oder sich seltsame Dinge im Herrenhaus ereignen, sodass Annik oft Realität nicht mehr von Fiktion und Traum unterscheiden kann, oder sie glaubt, sich zu dem grausamen Hausherrn van Leuthen ebenso hingezogen zu fühlen wie zu dem Mann im Schatten, dem gesichtslosen Daniel.

Annik muss das Geheimnis ergründen und das Rätsel lösen.
Bei Büchern von Susanne Gerdom kann man nichts falsch machen. Als ich erfahren hatte, dass es sich beim "Haus der tausend Spiegel" um eine Adaption des Märchens von der Schönen und dem Biest handelt, musste ich natürlich zugreifen.

Binnen weniger Seiten lockte mich die Autorin in ihre Geschichte rund um die Antwerpener Hexe Annik, die im Hexenviertel lebt und deren Zulassung zum magischen Studium von jener Aufgabe abhängt, zu der sie in diesem Moment unterwegs ist.
Doch alles kommt anders, als man denken könnte, wenn man sich zu sehr auf Disneys Interpretation einschießt. Denn Susanne Gerdom hat ihre eigene Welt um das alte Märchen erschaffen. Mit Betreten des Geländes der alten Familie, den Nachkommen des gruseligen Hexenschlächters, wird der Leser mit jeder Seite weiter und weiter in eine finstere, bedrückende und doch absolut faszinierende Welt gezogen. Es entsteht ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte, ich wollte das Geheimnis um die jungen Männer lüften, musste wissen, was dahintersteckt.
Die Geschichte wurde düsterer, verwirrender, verstrickte sich solange, bis ich gemeinsam mit der Protagonistin wie in einem Irrgarten umherlief. Ich kann rückblickend nicht mit 100 prozentiger Sicherheit sagen, ob die Knoten in meinem Hirn aufgrund meiner Interpretation des Gelesenen begründet oder unbegründet waren, der Faszination an der Geschichte tat dies jedoch keinen Abbruch.

All die kleinen Details um den magischen Teil des vermeintlich gegenwärtigen Antwerpens wurden so beiläufig und normal geschildert, als bedürfe es nur einer kurzen Reise, um der wahren Magie und Zauberei zu begegnen.

Der Schreibstil der Autorin passt auf diese Art von Geschichte wie angegossen. Mit wenigen Sätzen schafft Susanne Gerdom eine Stimmung, um die ich sie beneide. Jedes Wort riss mich weiter in das Haus ohne Spiegel, zu den mysteriösen Männern, dem Jungen und dem zarten Kind. Ich erlag Susanne Gerdoms Bann, bis sie mich über einen weiteren hirnvernebelnden Showdown hinweg endlich aus Antwerpen entließ. Das Ende war nicht überraschend, aber schlüssig und zufriedenstellend.
Wer eine moderne, magische und zugleich düstere Interpretation von "Die Schöne und das Biest" sucht, ist mit Susanne Gerdoms "Haus der tausend Spiegel" perfekt bedient. Ich war erfüllt von absoluter Faszination für das mysteriöse Herrenhaus und dem Geheimnis um die Familie van Leuthen, das durch die bedrückende Atmosphäre so realistisch war, dass ich mir vorkam wie bei einem Besuch im Wunderland, an das die Autorin mit ihrer Mischung aus Realität und Fiktion durchaus ebenso anknüpft, bis mein Kopf nicht mehr bestätigen konnte, ob jetzt wirklich alles logisch vonstatten geht. Haarscharfe fünf Bücher für die junge Hexe Annik und den finsteren Gabriel, den entstellten Daniel, den eingeschränkten Raphael und den kleinen Elias. Von all den gelesenen Büchern von Susanne Gerdom war diese Geschichte mein bisheriger Favorit.




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Kommentare:

  1. Das klingt ja richtig gut. Ich hatte das Buch bisher auf meiner Merkliste und wusste nicht so recht.

    LG
    Mona

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    1. Ich hatte es aufgrund von Klappentext und Cover nie so als Must-Read gesehen. Dann hab ich gelesen, dass es eine Adaption ist und wurde in Verbindung damit neugierig :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  2. Hey Steffi,

    das Buch klingt faszinierend und ich bin wiedermal überrascht, dass es eine Märchenadaption sein soll. Da muss ich es natürlich auch noch unbedingt lesen, sobald mir die Zeit dazu vorhanden ist und das Buch eingekauft wurde.

    Vielen Dank für deine tolle Rezi. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Ich wusste das bis zu einem Post von Christian auf der Seite von Fischer-Tor auch nichts davon.
      Aber danach musste ich es sofort haben :-)

      Ganz liebe Grüße

      Steffi

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    2. Das kann ich vollkommen verstehen. Meine WuLi ist nun auch erweitert :D

      Liebe Grüße,
      Ruby

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Steffi & Kay