Montag, 8. Mai 2017

♂ Das Paket (Sebastian Fitzek) [Rezension]

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„Während ihre Hände immer feuchter und ihr Mund immer trockener wurden, würde sie die Minuten, später sogar die Sekunden zählen, so lange, bis der fremde Gegenstand aus ihrem Haus und endlich verschwunden war.“
(S.72)
In Emmas Leben ist alles so, wie es sein sollte. Sie ist mit einem liebevollen Mann verheiratet, beruflich läuft alles bestens, und die Familie erwartet Nachwuchs. Doch dann kommt dieser schreckliche Tag. Emma wird in einem Hotelzimmer vom „Friseur“, einem Verbrecher, der seinen Opfern nach der Tat die Haare abschert, vergewaltigt.

Emma fällt in ein tiefes emotionales Loch. Und noch schlimmer, mehr und mehr zweifeln die Menschen daran, dass sie wirklich vergewaltigt wurde. Doch Emmas Mann Philipp stützt sie, wo er nur kann.

Als eines Tages der Postbote klingelt und Emma bittet, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen, stimmt sie widerwillig zu. Als sie den Namen des Adressaten liest, stockt ihr der Atem. Denn diesen Namen hat sie noch nie gehört. Und eigentlich kennt sie alle Nachbarn in der Siedlung. Und doch soll dies nicht der erste Schreck gewesen sein. Als wäre die Vergewaltigung nicht schon schlimm genug, hat sie nun dieses mysteriöse Paket in ihrem Haus. Emma hat große Angst.
Das Merchandising um Sebastian Fitzeks Buch „Das Paket“ fand ich bereits grandios und gelungen. Allein die Aufmachung der ersten Auflage, in der das Buch daherkommt, zieht die Blicke magisch auf sich. So konnte ich mich auch nun nicht mehr erwehren, nach diesem Fitzek-Buch zu greifen und befreite es von meinem SuB.

Zu Beginn lernte ich Emma auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie kennen, auf dem sie gerade einen Vortrag über unsaubere Behandlungsmethoden hielt. Auf viel Gegenliebe stößt sie dabei nicht und wird von Kolleginnen und Kollegen angefeindet. Abends in ihrem Hotelzimmer erhofft sie sich Erholung von diesem anstrengenden Tag. Die Warnung am Badezimmerspiegel schreibt sie ihrer blühenden Phantasie zu, doch kurze Zeit später wird sie von Jemandem überwältigt. Und die Dinge nehmen ihren Lauf. Völlig wehrlos wird Emma vergewaltigt.

Ich muss gestehen, dass mich bereits die ersten Seiten und die beschriebenen Handlungen einerseits fesseln, andererseits aber auch schockieren konnten. Sebastian Fitzek schnürt gradlinig und ohne Umschreibungen einen Handlungsfaden, dem sich meine Leseneugier nicht entziehen konnte. Seine Charaktere sind vorstellbar, auch wenn sich für mich etwas Distanz zu seiner Protagonistin Emma aufbaute. Aufgrund der gewählten Thematik und den von ihr erlebten Geschehnissen ist dies aber insgesamt sehr nachvollziehbar. Insgesamt mochte ich Emma, konnte ihre Gedankengänge zum Großteil verstehen. Auch die anderen Charaktere stellt der Autor entsprechend der von ihm zugewiesenen Aufgaben realistisch dar und stattet sie mit unverwechselbaren Eigenschaften aus.

Sebastian Fitzek wählte für die Erzählung seiner Geschichte die dritte Person in Vergangenheitsform. Hierbei setzte er auf die vorwiegend dominierende Erzählsicht von Emma, wodurch das Geschehen hautnah erlebbar wurde. Andere Sichten strahlten später ebenfalls in den Handlungslauf ein und fügten sich dabei abrundend ins Geschehen.

Sebastian Fitzek ist es wieder einmal gelungen, eine in sich schlüssige Idee in spannend erzählter Form an die Leserschaft zu bringen. Der Autor legte, nicht nur für die Protagonistin, falsche Spuren und ließ damit auch mich ein ums andere Mal ins Leere laufen. Bis dahin schlüssige Erklärungen wurde plötzlich ad absurdum erklärt und lenkten Verdachtsmomente in völlig andere Richtungen. Zu keiner Zeit konnte ich mir sicher sein, die richtigen Leute im Visier zu haben, und dies änderte sich bis zum endgültigen Abschluss auch nicht wirklich. Sebastian Fitzek konnte mich damit mit jeder gelesenen Seite zusehends mehr an seine Geschichte binden, so dass ich nicht mehr loslassen konnte.

Der flüssige und ausnehmend gut zu lesende Schreibstil des Autors bereitete mir auch in dieser Geschichte ein besonderes Lesevergnügen. Seite um Seite vergrößerte sich der Lesesog und ich konnte mich kaum trennen.

Zum Ende hin werden die Verstrickungen entsprechend gelöst, die Aufklärungen dabei konnten mich vollends überzeugen. Nachdem ich nun die Geschichte hinter dem Buch kenne, werde ich das nächste Mal genauer prüfen, ob ich nochmal ein Paket für einen Nachbarn entgegennehmen werde.

Zum Schluss möchte ich noch auf ein kleines Extra im Nachgang zur Geschichte hinweisen. Sebastian Fitzek hat hier (Nach-)Worte für die Leserschaft gefunden, bei denen ich einerseits Tränen vor Lachen in den Augen hatte, andererseits feststellen konnte, dass der Autor wirklich sehr nah an seinen Leserinnen und Lesern ist und auch sein will. Auch Ausschnitte aus E-Mails an Sebastian Fitzek wurden abgedruckt und runden den ohnehin schon vorhandenen sympathischen Eindruck des Autors ab. Ein wirklich hervorragend geschaffenes Gesamt“paket“
Das Paket“ fesselt mit unvorhersehbaren spannenden Entwicklungen, setzt dabei immer wieder auf Überraschungsmomente und lässt den Leser einfach nicht mehr los. Meine mitunter traumatischen Lesestunden an der Seite von Emma belohne ich deshalb mit 5 Büchern.

Für alle, die mit Schicksalsschlägen umgehen können, dabei mit der gnadenlosen Realität zurechtkommen und sich vor Niederlagen nicht fürchten.




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Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich hatte es ja bereits erwähnt: Ich liebe die Fitzek Bücher und gerade Das Paket fand ich wieder total gelungen, spannend und unvorhersehbar!
    Liebe Grüße Anett

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    1. Hallo Anett,

      wirklich enttäuschen konnte er mich bisher auch nicht. Bin schon auf weitere Bücher von ihm gespannt :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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    2. Hab noch AchtNacht von der Buchmesse hier liegen - mal sehen, ob ich das diesen Monat mit schaffe :) Hast du das auch schon gelesen?

      Liebe Grüße Anett

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    3. Hallo Anett,

      das Buch ist zwar überall präsent, aber ich habe es noch nicht gelesen. Im Hinterkopf habe ich es aber :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  2. Huhu!

    Eine sehr schöne Rezension, und das Buch klingt wirklich sehr gut! Ich zaudere nur noch, weil mich "Das Joshua-Profil" ehrlich gesagt überhaupt nicht überzeugen konnte...

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka
    mikka@mikkaliest.de

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    1. Huhu Mikka,

      vielleicht kam "Das Joshua-Profil" zum falschen Zeitpunkt 😎 Ich hatte eher etwas Probleme bei der "Blutschule"...Kann dich da aber auch total verstehen. Mir gefallen manche Bücher auch nicht, von denen andere regelrecht schwärmen. Zum Glück gibt es genügend Auswahl ;-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  3. Hey Kay,

    eine schöne Rezi (*Aaaaangst*), ich grusel mich trotzdem zu sehr ;-) gnihihihi!

    LG
    Kerstin

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    1. Huhu Kerstin,

      versuch es einfach mal. Wenn du zu viel Angst bekommst, gebe ich dir meine Handy-Nummer und ich stehe dir mental bei 😎 Also trau dich 😉

      Liebe Grüße
      Kay

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  4. Ich glaube das würdest du bereuen Kay ;-) Ich fürchte mich schon bei "??? - Kassetten" *seufz*

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Steffi & Kay