Samstag, 27. Mai 2017

♂ The Chemist - Die Spezialistin (Stephenie Meyer) [Rezension]

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„Es würde ihr schwerfallen, mit einer Katastrophe dieses Ausmaßes zu leben, wenn sie der Meinung war, sie hätte etwas dagegen tun können. Mit dem Argument hatte man sie damals für den wahrscheinlich schlimmsten Job der Welt gewonnen.“
(S.42)
Mit viel Glück hat Juliana den Anschlag auf sich überlebt. Aber ihr Chef musste sterben. Durch einen Anschlag aus den eigenen Reihen. Denn ihr Wissen über die Machenschaften des Dezernats ist tödlich. Und sie wussten zu viel.

Seitdem befindet sich Juliana auf der Flucht. Allein und in jeder Minute vom Tod bedroht. Denn so will man sie sehen – tot. Doch plötzlich ergibt sich wie aus dem Nichts eine Chance auf ein normales Leben, ohne Furcht vor ständiger Verfolgung. Dafür soll Juliana einen letzten Job erledigen. Diese Möglichkeit könnte eine Falle sein. Juliana ist unsicher. Schließlich sagt sie doch zu. Sie will die geringste Chance für sich nutzen. Und doch ist ihr der Tod plötzlich wieder auf den Fersen.
Von Stephenie Meyer kennt man ja so einige Bücher. Als nun „The Chemist – Die Spezialistin“ auf den Markt gekommen ist, habe ich schon ein Auge auf das Buch geworfen. Zwischenzeitlich war es sogar schon bei mir eingezogen, nur der richtige Zeitpunkt schien noch nicht gekommen. Auch waren die Meinungen zur Geschichte eher durchwachsen. Aber nun war es soweit! „The Chemist“ musste nun gelesen werden. Denn ich wollte mir endlich einen eigenen Eindruck verschaffen.

Gleich zu Beginn stolperte ich in das Leben von Juliana, die sich zu diesem Zeitpunkt Chris nannte. Allgemein wechselte Juliana ihre Namen und Identitäten. Denn sie befand sich auf der Flucht. Vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, der mit einem Anschlag versucht hat, ihr das Leben zu nehmen. Gleich hatte ich den Eindruck, dass Juliana keinen Allerweltsjob hatte. Und schnell bekam ich dafür die Bestätigung. Denn Juliana war eine Spezialistin für Verhöre, für die besonders schwierigen Fälle. Bisher hatte sie jeden zum Reden gebracht, selbst die ganz harten Jungs.

Nachdem ich mich nun mit Julianas Leben soweit vertraut gemacht hatte, harrte ich neugierig der Dinge, die mich noch erwarten würden. Hier erlebte ich dann jedoch meine erste Durststrecke. Juliana verlor sich immer wieder in Befindlichkeiten und Vermutungen, spekulierte hierbei immer wieder über Möglichkeiten, die sich eventuell und vielleicht ergeben könnten. Nachdem Juliana dann die Chance eröffnet wird, mit einem letzten Auftrag aus ihrer Zwickmühle zu entkommen, schöpfte ich neue Hoffnung auf einen steigenden Spannungspegel. Zuerst schien sich diese Hoffnung auch tatsächlich zu erfüllen, bevor die Autorin dann doch wieder deutlich abbremste. Dennoch konnte mich Stephenie Meyer bei ihrer Geschichte halten und ich verzieh ihr den zeitweiligen Stillstand zu großen Teilen. Denn immer wieder zieht das Tempo dann schon an. Nur das Verhältnis zwischen schnelleren und gemächlicheren Szenen und Handlungen empfand ich als nicht gänzlich optimal.

Die in dritter Person in Vergangenheitsform und aus Julianas Sicht erzählte Geschichte konnte grundsätzlich flüssig von mir gelesen werden. Dabei blieb dennoch durchweg eine gewisse Distanz zu Juliana bestehen. Gern hätte ich mehr von ihr erfahren, doch ihre Geheimnisse behielt sie für sich. Die in die Story eingewobene Liebesgeschichte war darüber hinaus für mich nur in Ansätzen authentisch, dennoch konnte ich diese Entwicklung akzeptieren und mich mit den Beteiligten sogar freuen.

Im letzten Viertel nimmt die Geschichte dann doch nochmal Fahrt auf. Mein Durchhaltevermögen wurde somit belohnt und ich genoss die Entwicklungen. Spätestens jetzt zeigte sich auch eine Charakterentwicklung, vor allem bei Juliana. Nun fühlte ich mich der Protagonistin etwas näher. Juliana ließ Emotionen zu, war nicht mehr voll und ganz das spröde Wesen aus den vorangegangenen Seiten. Manchmal lohnt es sich definitiv, nicht vorzeitig aufzugeben. Denn auch mit dem Showdown und dem anschließenden Ausklang konnte mich Stephenie Meyer dann doch wieder für so einiges versöhnen.
The Chemist – Die Spezialistin“ bietet alles in allem eine abgerundete Geschichte, die durch ein wenig mehr Tempo an einigen Stellen sicherlich zu einem absoluten Highlight avanciert wäre. Dennoch konnte ich mich auf die Handlung einlassen und verfolgte diese voller Neugier. Meine Lesestunden an Julianas Seite sind mir deshalb auf jeden Fall gute 3 Bücher wert.

Für alle, die bei Todesgefahr einen kühlen Kopf behalten, mit Schmerzen umgehen können und die Aussicht auf einen guten Ausgang nie verlieren. 




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Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Ja, das Buch musste ich auch unbedingt lesen - und war dann echt sehr enttäuscht! Meine Bewertung war noch einen Tick negativer, denn diesen "zeitweiligen Stillstand" fand ich doch extrem langweilig und hat mich so gar nicht in die Geschichte finden lassen.

    Für mich hätte das ganze auch noch etwas "erwachsener" sein müssen. Durch die ganze Thematik kam es mir doch wie ein verkapptes Jugendbuch vor, auch durch die Verhaltensweisen der Figuren. Wirklich schade, aber ganz so schlecht fandst du es ja zum Glück nicht :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,

      nachdem ich mit dem Buch fertig war, musste ich es auch erstmal setzen lassen, um zu einer Entscheidung zur Bewertung zu kommen. Man hätte aus der Geschichte wirklich ne ganze Menge machen können...Schade, Chance nicht genutzt. Deine Kritikpunkte kann ich auch absolut nachvollziehen! Wenn dann doch mal etwas Tempo in die Geschichte kam, hat es mir sogar richtig gut gefallen. Nervig fand ich immer diese Andeutungen zur Vergangenheit oder das Ausloten evtl. Möglichkeiten etc...Alles in allem kann man es gelesen haben - muss man aber nicht unbedingt ;-)

      Liebe Grüße
      Kay

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  2. Huhu,

    das Buch spricht mich leider überhaupt nicht an,obwohl ich ihre Bissreihe geliebt habe, aber das hat damit ja nun so überhaupt nichts mehr mit zu tun... Es gibt ja so einige negative Bewertungen und wenn man die Kritikpunkte so liest, dann wundert es mich wirklich überhaupt nicht.

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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    1. Huhu Steffi,

      ja, da hat sich die Autorin an etwas völlig Neues für sie gewagt. Der große Wurf war es dann aber leider nicht...Man hätte sicherlich einiges kürzen und straffen können. Ein wenig mehr hatte ich zumindest schon von Stephenie Meyer erwartet...

      Ganz liebe Grüße zurück
      Kay

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  3. Wow, Du hast durchgehalten! Ich habe relativ bald abgebrochen, weil ich es unerträglich fand. Sie hat sich anfangs so in Details verloren, dass die Story gar nicht in die Pötte kam. Ich hatte von Frau Meyer definitiv mehr erwartet.

    LG
    Mona

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    1. Hallo Mona,

      mit dem Gedanken hatte ich irgendwann auch gespielt. Ich bin da allerdings auch ohne große Erwartungen an das Buch gegangen. Aber ich weiß, was du meinst...

      Liebe Grüße
      Kay

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Steffi & Kay