Samstag, 15. April 2017

♂ Spiegel des Bösen (Björn Springorum) [Rezension]

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„Das Verlangen, sich umzudrehen und endlich dem gegenüberzustehen, was ihr aufgelauert hatte, war beinahe übermenschlich stark. Doch sie tat es nicht. Sie wollte es nicht, konnte es nicht.“
(S.84)
Eigentlich wollte Sophie gar nicht mit ihren Eltern in dieses alte Hotel in den Bergen. Und tatsächlich! Ein paar unbedacht gewählte Worte scheinen dafür verantwortlich zu sein, dass Sophie sich plötzlich in einer anderen Realität wiederfindet. Ihre Eltern sind verschwunden, Sophie hat Angst. Doch das ist noch nicht das Schlimmste. Sophie weiß nur noch nicht, mit welchen Mächten sie es zu tun bekommt. Wird sie es schaffen, ihre Eltern wiederzusehen?
Bei einer Signierstunde im Rahmen der Leipziger Buchmesse hat Björn Springorum sein neues Buch „Spiegel des Bösen“ vorgestellt. Er erzählte hier auch von seinen Ängsten, und wie er diese in seinen Geschichten verarbeitet. Hierdurch und durch den wirklich sympathischen Auftritt des Autors bin ich ziemlich neugierig auf die Geschichte geworden und wollte sie nun unbedingt lesen.

Gleich zu Beginn der Geschichte konnte ich dann die Erfahrung machen, dass der Autor nicht lange fackelt und seine Idee zum Laufen bringen wollte. Er stieß mich förmlich an die Seite der Protagonistin, so dass ich mich unverzüglich mitten im Geschehen wiederfand. Ich persönlich mag diese schnellen Einstiege in Geschichten, denn so nimmt das Geschehen gleich ein gewisses Tempo an. Der Autor hielt sich dabei nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern nahm direkten Kurs auf die Handlung.

Der Schreibstil des Autors wirkte frisch und konnte mich an die Geschichte binden. Geschickt gesetzte Spannungsmomente in Verbindung mit immer wieder aufkommenden Gruselmomenten ließen mich durch die Seiten fliegen. Für die Darstellung seiner Geschichte wählte Björn Springorum hauptsächlich die Sicht von Sophie in dritter Person Vergangenheit. Um die Geschichte abzurunden nutzte er zusätzlich zwischendurch eine weitere Perspektive, ebenfalls in dritter Person Vergangenheit, die weitere wichtige Einblicke in die Entwicklung gewährt. Die Geschichte war durchweg flüssig zu lesen, Durststrecken gab es nicht.

Die Charaktere waren grundsätzlich vorstellbar beschrieben und man hatte ein Bild von ihnen vor Augen. Ein bisschen mehr Hintergründe zu den handelnden Personen habe ich mir dabei schon gewünscht, dem Lesefluss selbst tat dies jedoch keinen Abbruch. Die eingeflochtene Liebesgeschichte wirkte ein wenig gestellt und inszeniert, was die Glaubhaftigkeit dennoch nur im Ansatz erschüttert.

Eine Entwicklung der Charaktere ist definitiv zu verspüren. Vor allem Protagonistin Sophie schreitet hier mit gutem Beispiel voran. Aber auch die anderen handelnden Personen können nahezu Schritt mit ihr halten.

Bei der Darstellung und Beschreibung der Spannungsmomente zeigt Björn Springurum dann seine wirklichen Stärken. Der Autor schaffte es ein ums andere Mal, mich hier richtig zu fesseln und Gänsehautaugenblicke zu schaffen. Seine Idee setzte er dabei nachvollziehbar um, so dass damit – bis auf kleine Ausnahmen - eine Glaubwürdigkeit erzielt wurde.

Zug um Zug steigert sich das Tempo der Handlung, die Situation wird immer aussichtsloser. Doch dann erlöste mich der Autor mit einem Showdown, der es erstens in sich hatte und zweitens mit der Auflösung des Ganzen wirklich zufriedenstellt. Für den Ausklang hat sich Björn Springorum sodann noch eine kleine Begebenheit ausgedacht, die der Geschichte ein abgerundetes Ende verleiht. In den nächsten Tagen werde ich definitiv an keinem Spiegel vorbeigehen, ohne zumindest einen Blick aus dem Augenwinkel riskieren zu müssen.
Spiegel des Bösen“ von Björn Springorum setzt auf eine gruselige Grundatmosphäre mit gut gesetzten Spannungsmomenten, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Meinen Aufenthalt im Grandhotel Rabenfels belohne ich deshalb mit wirklich guten 4 Büchern.

Für alle, die ihre Ängste überwinden können, dabei kein Risiko scheuen und ihre Grenzen überschreiten können.




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Liebe Grüße

Steffi & Kay