Sonntag, 19. März 2017

♀ Die Prophezeiung der Hawkweed (Irena Brignull) [Rezension]

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Aufgrund des Klappentextes war ich sehr neugierig auf das Buch, hatte aber bereits Angst, dass er zu viel verrät, weil dort bereits erzählt wird, dass Ember und Poppy durch einen mächtigen Fluch direkt nach ihrer Geburt vertauscht wurden. Dennoch war ich neugierig, was mich denn dann noch erwarten könnte (außer dem Herausfinden, dass die beiden vertauscht wurden und in einer völlig ‚falschen‘ Umgebung aufwachsen).

Diese Befürchtung hat sich nach dem Prolog erübrigt. Denn dort wird direkt erzählt, wie der mächtige Zauber gewirkt wurde – und auch wer ihn ausspricht und warum.

Dies ist für mich persönlich der größte Kritikpunkt an der Geschichte. Denn ich als Leser wusste ja von Anfang an, wer wem Böses wollte. Ich konnte mich daher zu keiner Zeit den Täuschungen hingeben, miträtseln, wer „der Täter“ ist und so ging die Spannung nahezu komplett verloren.

So blieben mir „nur“ die äußeren Umstände und wie die Hauptfiguren Ember und Poppy mit ihrem falschen Leben klar kommen. Ich hangelte mich von Kapitel zu Kapitel, von Szene zu Szene, die im personalen Stil aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert wird. Teils wurde zwischen den Figuren so schnell hin und her gesprungen, dass ich kaum Zeit hatte, ihre Emotionen wirken zu lassen. So bestand über das gesamte Buch hinweg eine große Distanz zu den Haupt- sowie den Nebencharakteren, die auch im letzten Viertel, als die Spannung dann etwas anzog, noch nachwirkte.

Was sich im ersten Moment etwas nach typischer Tausch-Geschichte anhört, ist ganz anders als erwartet. Das einzig klischeehafte an der „Prophezeiung der Hawkweed“ ist die Charakterisierung und Beschreibung der Hexen, die düster, hässlich und auf Männer regelrecht abstoßend wirken. Wer jedoch glaubt, die Geschichte zu durchschauen, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet, zahlreiche Twists wenden die Ereignisse – teils aber so schnell herbeigeführt, dass man nicht überrascht, sondern eher verwirrt ist. Auch das Ende ist nicht wie (von mir) erwartet – aber darüber verrate ich natürlich nicht mehr.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr direkt, sie beschreibt Qualen ebenso schonungslos wie den Aufenthalt auf der minimalistischen ‚Toilette‘ im Hexenlager oder eben auch jene Gefühle, die sich zwischen den Figuren entwickeln. Teils wirkte diese Art jedoch etwas kühl und schuf daher zusätzliche Distanz, weshalb mich Showdown und Abschluss auch wenig emotional berührten.
„Die Prophezeiung der Hawkweed“ ist das Gegenteil der erwarteten typischen Geschichte, denn die von Irena Brignull erschaffenen Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet und das Buch wartet mit einigen kleinen Twists auf. Leider war die Distanz zu den Figuren zu groß, um mich durch eine Geschichte zu tragen, in der ich als Leser den Figuren das Wissen um den Täter vom Prolog an voraushatte. 3 Bücher für Ember und Poppy.



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1 Kommentar:

  1. Hey Steffi,

    ich habe die Story auch schon gelesen und konnte leider ebenfalls nicht richtig abgeholt weden. Die Idee an sich fand ich wirklich gut, aber die Charaktere konnten mich einfach nicht wirklich erreichen. Eigentlich sehr schade, aber es kann nicht immer passen. ;)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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Steffi & Kay