Freitag, 10. März 2017

♂ Dark Noise (Margit Ruile) [Rezension]

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„Er trat in eine Pfütze und seine Turnschuhe sogen sich voll. Die nasse Straße war übergossen mit Farben. Grün und rot. Das flackernde Blau eines Krankenwagens. Verschwimmendes Licht im Wasser. Leicht zu imitieren.“
(S.16)
Zafer führt ein langweiliges und zurückgezogenes Leben. Seine Arbeit besteht darin, Werbung aus den Staffeln einer alten Fernsehserie zu retuschieren. Ein bisschen Abwechslung bei diesem Auftrag findet er darin, kleine Monster, die nur für Millisekunden zu sehen sind, in die Bilder der Serie einzubauen.

Nun erhält Zafer eine Mail mit einem mysteriösen Auftrag. Erst soll er ein Autokennzeichen auf dem Video einer Überwachungskamera unkenntlich machen und als nächstes einen Mann auf einen Überwachungsfilm einer Tiefgarage einfügen. Er spürt, dass die Sache nicht ganz sauber sein kann. Doch nun ist es zu spät. Zafer ist in etwas hineingeraten, was er sich bisher nicht vorstellen konnte. Und auch Emily, auf die Zafer trifft, scheint ein Geheimnis zu haben.
Von „Dark Noise“ habe ich das erste Mal auf der Buchmesse in Frankfurt gehört. Das Thema klang spannend und so dachte ich mir, dass die Geschichte etwas für mich sein könnte. Nun war das Buch bei mir und begann die ersten Seiten zu lesen.

Ich schlug auch gleich im Leben von Zafer auf und erlebte seinen tristen Alltag. Zafer ist ziemlich introvertiert und lebt zurückgezogen. Pizza bestellt er am liebsten online, er telefoniert nicht gern. Allgemein mag er es nicht, unter Menschen zu sein.
Als er diesen seltsamen Auftrag per E-Mail bekommt, denkt er sich vorerst nichts dabei. Ein komisches Gefühl hat er aber dennoch. Und so gerät er in einen Strudel von Machenschaften, die auch ihm gefährlich werden können.

Als Zafer auf Emily trifft, werden bisher verborgene Gefühle in ihm geweckt. Auch Emily scheint nicht abgeneigt zu sein. Doch Zafer fehlen die zwischenmenschlichen Erfahrungen, die Dinge nehmen deshalb ihren eigenen Verlauf.

Margit Ruile nutzt für ihre Geschichte anfangs die konsequente Sicht von Zafer in dritter Person Vergangenheit. Ein auktorialer Erzähler wird dabei zwischendrin immer wieder eingeblendet. Nach einiger Zeit folgt eine Ich-Perspektive von Emily in Vergangenheitsform und übernimmt zeitweise die Führung.

„Dark Noise“ erlebte ich in großen Teilen als eher ruhige Geschichte, dabei jedoch mit interessanten Handlungsfäden und Entwicklungen. Immer wieder zieht die Autorin das Tempo an, beruhigt das Geschehen dann wieder.

Zafer spürt zusehends, dass er auf eine Seite geraten ist, auf der er nie sein wollte. Aber er hat keine Chance mehr auf eine Rückabwicklung. Egal welche Entscheidung er trifft, verloren hat er in jedem Fall. Aber auch Emily ist nicht ganz ehrlich. An sich haben Zafer und Emily mehr gemeinsam, als sie auf den ersten Blick erkennen.

„Dark Noise“ weist unterschwellig immer wieder auf die Gefahren zunehmender Digitalisierung hin, die zwangsläufig auch zu einem Überwachungszwang führt. Nichts ist mehr unmöglich, jeder kann jederzeit aufgespürt werden. Alles dabei hat natürlich Vor- und Nachteile. Es kommt immer darauf an, wie Technik genutzt wird.

Margit Ruile beendet ihre Geschichte dann so, wie man es sich wünschen kann. Nach einem aufflackernden Showdown führte mich die Autorin sicher über die Ziellinie. Nun kann ich das Buch nach schönen Lesestunden zurück in mein Regal stellen.
Dark Noise“ glänzt nicht durch spannungsgeladene Action, erzählt dennoch eine interessante und nachvollziehbare Handlung, die mich für sich einnehmen konnte. Meine Lesestunden mit Zafer und Emily sind mir deshalb auf jeden Fall 4 Bücher wert.

Für alle, die sich dem technischen Fortschritt nicht verschließen, dabei die Gefahren nicht außer Acht lassen und Risiken eingehen können.




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Kommentare:

  1. Action, das hört sich toll an. Ich muss mir das Buch gleich mal näher anschauen :)


    http://jemasija8.blogspot.de

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    1. Oh ja, auf jeden Fall! Viel Spaß mit der Geschichte :-) Liebe Grüße, Kay

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  2. Ich fand das Buch auch super, seit der Buchmesse bin ich dermaßen auf das Buch gewesen. Auch das E-Short ist solide. Tolle Rezi Kay :D

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    1. Hallo Timo,

      vielen Dank für das Lob :-) Ja, die Geschichte hat sich schon auf der Messe interessant angehört. Da konnte ich nicht dran vorbei...Und es hat sich sowas von gelohnt :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  3. Wie immer eine schöne Rezension! :)
    Auf den ersten Blick hat mich das Buch gar nicht angesprochen, auf den zweiten Blick habe ich jetzt doch ein wenig Lust bekommen, es zu lesen.

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    1. Es hat auf jeden Fall seinen eigenen Charme. Vielleicht darf es ja irgendwann bei dir einziehen ;-) LG, Kay

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  4. Tolle Rezension. Ich bin gerade auf Seite 70 und bisher gefällt es mir gut.

    Liebe Grüße, Jutta

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    1. Dankeschön☺ Wünsche dir noch ganz viel Spaß mit der Geschichte:-) LG, Kay

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  5. Hallo Kay,

    wieder einmal eine schöne Rezi. Das Buch klingt zwar durchaus interessant, aber ich denke bei mir wird es wohl eher nicht einziehen. Es entspricht dann doch nicht so ganz meinem Büchergeschmack. ;)

    Liebe Grüße,
    ruby

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    1. Hallo Ruby,

      dankeschön ☺ Zum Glück haben wir nicht alle den gleichen Lesegeschmack. Das wäre ne ganz schön eintönige Angelegenheit:D

      Liebe Grüße,
      Kay

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  6. Der Schreibstil und die ganze Art der Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen, das Thema fand ich spannend und interessant, leider hat für mich die Umsetzung etwas gehackt. Das Ende passte meiner Meinung nicht so gut in das Geschehen und war etwas übertrieben. Auch hätte ich mir etwas mehr erhofft...

    Aber im Großen und Ganzen kan ich dir zustimmen ;)

    Liebe Grüße,
    Jen

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    1. Hallo Jen,

      kann mir diese Gedanken auch gut vorstellen. Da kann man echt geteilter Meinung sein. Aber schön, dass dir die Geschichte im Großen und Ganzen dann doch gefallen hat :-)

      Liebe Grüße
      Kay

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Steffi & Kay