Dienstag, 28. März 2017

♂ Armada - Nur du kannst die Erde retten (Ernest Cline) [Rezension]

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„Heute Abend fiel es mir jedoch schwer abzuschalten. Ich verspürte Angst, Aufregung und Wut. Vielleicht sogar ein bisschen Blutdurst. Fast so, als würde ich in einen echten Krieg ziehen.“
(S.89)
Armada ist ein angesagtes Onlinespiel. Zack ist ein richtig guter Spieler. Er kämpft gegen Aliens und verteidigt die Erde. Die Theorien, die Zacks verstorbener Vater in seinem Tagebuch festgehalten hat, tut er als Unsinn ab. Doch aus dem Spiel wird plötzlich grausame Realität, denn tatsächlich wird die Erde von Aliens bedroht. Die Menschheit steht am Rande ihres Untergangs. Die Gamer nehmen unerwartet eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Bedrohung an. Es geht nur noch um Eines – das nackte Überleben.
Von „Ready Player One“ war ich voreinst ziemlich begeistert. Als ich dann in der letzten Programmvorschau gesehen habe, dass von Ernest Cline ein neues Buch auf den deutschen Markt kommt, war klar, dass ich diese Geschichte lesen werde. Und so habe ich dann auch gleich zu „Armada – Nur du kannst die Erde retten“ gegriffen, als das Buch bei mir angekommen ist.

Auf den ersten Seiten wurde ich dann behutsam mit dem Leben von Zack bekanntgemacht. Sein Vater ist noch vor seinem ersten Geburtstag bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Zack spielt unglaublich gern das Onlinespiel Armada, in dem die Erde vor bedrohlichen Aliens verteidigt werden muss. Genau wie sein Vater ist Zack so etwas Ähnliches wie ein Nerd. Allerdings kein typischer Nerd, denn er nimmt sehr wohl auch normal am sozialen Leben teil, setzt aber auf das Onlinespiel auch eine hohe Priorität. Klare Vorstellungen zu seiner Zukunft hat er allerdings nicht. Er arbeitet neben der Schule im Computerladen eines Freundes als Aushilfe.

Wenngleich mir der Einstieg Einblicke und teils auch ausführliche Hintergründe für eine Wissensbasis verschaffte, konnte ich mich des Eindruckes eines etwas zu lang gewählten Anlaufes in die Geschichte nicht erwehren. Es passierte auch hier das Eine oder Andere, doch der Lesedrang steigerte sich anfangs nur in kleinen Schritten. Doch natürlich blieb ich an der Geschichte dran, immer in Erwartung noch zu erwartender Handlungen.

Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem der Autor den Schalter umgelegt hatte und die Geschichte an Tempo gewann. Dies war dann auch der Zeitpunkt, ab dem an Lesepausen kaum mehr zu denken war. Die Seiten blätterten sich weg wie nichts und ich tauchte in die Handlung ein.

Ernest Cline wählte für die Erzählung von „Armada“ die konsequente Präsentation in Ich-Perspektive von Zack in Vergangenheitsform. Nach dem anfänglichen zaghaften Kennenlernen wurden im weiteren Verlauf immer wieder doch überraschende Wendungen und Ansätze eingebaut, so dass ich mehr und mehr gefesselt wurde. Die im Plot enthaltenen Ansätze typisch amerikanischen Patriotismus – vorstellbar aus Filmen wie Independence Day - ließen mich dabei immer wieder innerlich lächeln. Insofern kann ich bestätigen, dass Ernest Cline in „Armada“ nicht darauf verzichtet hat, das ein oder andere Klischee zu bedienen. Dies tat dem Leseeindruck insgesamt allerdings keinen Abbruch, sondern passte im Gegenteil wirklich gut ins Schema.

Nachdem es dem Autor nun gelungen war, mich an seine Geschichte zu binden, erlebte ich spannende Unterhaltung mit spürbaren Bedrohungen. Dabei wurde ich Zeuge von Ideen und Entwicklungen, die eine mögliche Katastrophe vermeiden könnten. Und auch hier überraschte mich Ernest Cline mit der von ihm inszenierten Handlung. Auch wenn manche Szenen aus meiner Sicht doch recht schnell aufgelöst und entschärft wurden, ließ ich mich durch die Geschichte treiben und verfolgte das Geschehen. Ein wenig mehr Emotionalität in den Interaktionen der Charaktere hätte ich mir dabei allerdings in so mancher Entwicklung schon gewünscht. Bei der sich anbahnenden Katastrophe kann ich hier aber auch nicht von einem MUSS sprechen.

Das Ende der Geschichte gestaltete Ernest Cline dann wie erwartet nicht unbedingt überraschend, so doch folgerichtig. Hier konnte ich dann doch noch ein wenig anbahnende Emotionalität zwischen den Zeilen finden und „Armada“ damit lesebefriedigt zur Seite legen. „Armada“ hat zwar grundsätzlich einen Abschluss gefunden, dennoch bin ich der Meinung, dass sich Ernest Cline zumindest ein winziges Hintertürchen für eine Fortsetzung offen gelassen hat. Wir werden sehen!
Armada – Nur du kannst die Erde retten“ beschreibt durchaus denk- und vorstellbare Szenarien einer möglichen Bedrohung der menschlichen Existenz, verzichtet dabei auf selbstdarstellerischen Heroismus der Charaktere, weist dennoch auch auf Probleme und Wesenszüge der unterschiedlichsten Nationen hin. Meine Leseeindrücke neben Zack beim Versuch die Erde zu retten sind mir deshalb gute 4 Bücher wert.

Für alle, die sich übermächtigen Bedrohungen stellen können, den Glauben an einen guten Ausgang nicht verlieren und dabei gern Teil des Geschehens werden.




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Liebe Grüße

Steffi & Kay