Dienstag, 10. Januar 2017

♂ Young Elites (Marie Lu) [Rezension]

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„Ich blicke hinab ins dunkle Wasser. Tief, schwarz, endlos, erfüllt von schemenhaft dahingleitenden Monstern. Entsetzen steigt in mir auf.“
(S.109)
Als Kind am Blutfieber erkrankt und dem Tode knapp entronnen ist Adelina seit dieser Zeit gezeichnet, sie hat ein Auge verloren. Damit gehört sie zu den Malfettos, den Gezeichneten. Manche Malfettos haben übernatürliche Kräfte entwickelt, sie sind die Elite. Doch gesellschaftlich geächtet fristen sie ein Dasein am Rande der Gesellschaft und werden von der Inquisition verfolgt.

Adelina lebt mit ihrem Vater und ihrer wunderschönen jüngeren Schwester Violetta. Durch die „Schande“, ein Malfetto in der Familie zu haben, verliert ihr Vater immer mehr Handelspartner. Die Familie verarmt zusehends. Als Ausweg wird Adelina einem Kaufmann als Mätresse versprochen. Doch sie fasst den Entschluss zu fliehen. Als ihr Vater sie einholen kann, spürt Adelina erstmal ihre Kräfte. Sie kann diese jedoch nicht kontrollieren, ihr Vater stirbt.

Nun wird Adelina als Mörderin gesucht. Allein mit ihrer aufkommenden Gabe ist die Inquisition dicht auf ihren Fersen. Am Tag ihrer Hinrichtung passiert das schier Unglaubliche. Die Gemeinschaft der Dolche kommt ihr zu Hilfe. Doch Adelinas Sicherheit scheint trügerisch.
Meine erste Bekanntschaft mit der Autorin Marie Lu machte ich, als ich ihre „Legend-Reihe“ gelesen habe. Der flüssige Schreibstil der Autorin und gut durchdachte Handlungen hatten mir sehr gut gefallen. Als nun feststand, dass „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ als Auftakt einer neuen Reihe bei uns erscheinen würde war klar, dass ich hier auf jeden Fall zugreifen würde. Nun ist dieser erste Teil der Reihe bei mir angekommen und ich griff auch gleich nach dem Buch.

Und so hält sich Marie Lu auch nicht lange mit einleitenden Worten auf, sondern offenbarte mir die ganze ungeschminkte Wahrheit. Ich traf auf Adelina, die seit ihrer Kindheit aufgrund einer grassierenden Krankheit, dem Blutfieber, gezeichnet war. Viele Menschen haben durch das Blutfieber ihr Leben verloren. Insofern hatte Adelina sogar Glück, wenn man davon sprechen kann. Sie hat „nur“ ein Auge verloren. Die meisten Überlebenden des Blutfiebers wurden gezeichnet. Als sogenannte Malfettos werden sie von der Gesellschaft lediglich geduldet. Doch einige der Malfettos entwickelten nach dem Blutfieber eine übernatürliche Kraft. Umso mehr werden die Geächteten gefürchtet.

Wann immer ein Malfetto in der Handlung auftauchte, spürte ich eine extreme gesellschaftliche Ausgrenzung. Nie wurde in männlicher oder weiblicher Form von dem oder der Betroffenen gesprochen. Die Autorin wählte für die Beschreibung immer die sächliche Form. Damit gelang es ihr auch definitiv, die gewünschten Emotionen in mir zum Vorschein zu bringen.

Auch Adelina hat es nicht leicht. Ihr Vater zieht ihre jüngere wunderschöne Schwester Violetta vor. Selbst vor Gewalt gegenüber Adelina schreckt ihr Vater nicht zurück. Ein Malfetto in der Familie zu haben bedeutet, dass sich die Leute zurückziehen. Niemand möchte damit zu tun haben. Als sich ein Kaufmann für Adelina interessiert, will ihr Vater sofort zugreifen. Doch es ist nicht geplant, dass der Kaufmann Adelina heiratet. Nein, ein Malfetto heiratet man nicht. Als Mätresse jedoch kann er Adelina akzeptieren. Denn auch, wenn sie gezeichnet ist, hat sie von ihrer natürlichen Schönheit nichts verloren.

Dies ist der Punkt, an dem Adelina zum Handeln gezwungen wird. Hier setzt ihre Entwicklung an und schreitet voran. Als Protagonistin war sie mir grundsätzlich auch sympathisch und ich konnte mit ihr fühlen. Im weiteren Verlauf fehlte mir dann jedoch ab und an der Zugang zu ihr. Ihr Handeln erschloss sich mir nicht immer in Gänze und dennoch verfolgte ich ihre Entwicklung mit großem Interesse. Denn neben ihrem Makel ist Adelina keine gewöhnliche Protagonistin. Sie hat definitiv ihre Eigenheiten. Und das, was sich in ihrem Inneren entwickelt, hat es definitiv in sich.

Marie Lu wählte für die Darstellung ihrer Geschichte die Ich-Perspektive Adelinas in Gegenwartsform, so dass ich immer nah am Geschehen war. Kurze Einblendungen anderer Sichtweisen in dritter Person Gegenwart rundeten die Erzählung dabei gut ab. Der von Beginn an vorhandene Spannungspegel ließ mich kaum von den Seiten kommen und überspielte potentiell aufkommende kleine Längen zusehends.

Nach einem ordentlich heftigen actiongeladenen Geschehen lässt Marie Lu die Geschichte zum Ende hin vorerst beruhigend ausklingen, bevor sie mit einem gelungenen Epilog die Neugier auf die Fortsetzung zusätzlich schürt. Insgesamt ist ihr hier ein sehr guter Einstieg in ihre neue Reihe gelungen und ich bin sehr gespannt auf die folgenden Ereignisse.
Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ glänzt mit einer nicht ganz typischen Protagonistin, gut ausgearbeiteten Entwicklungen und einer spannenden Grundstimmung. Ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung, dass ich diesem gelungenen Einstiegsband definitive 4 Bücher geben kann.

Für alle, die Ausgrenzungen ertragen können, dabei hoffnungsvoll von einer besseren Zukunft träumen und sich von Rückschlägen nicht verunsichern lassen.
1. Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites – Das Bündnis der Rosen (ET Herbst 2017)
3. Young Elites – The Midnight Star (OT)



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Kommentare:

  1. Ich hab vor, das Buch noch diese Woche zu lesen :) Bin sehr gespannt!

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    1. Hallo Binzi,

      ein guter Plan, denn die Geschichte lohnt sich. Viel Spaß :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  2. Halli hallo

    Ich habe gespannt die Bloggtour verfolgt und war mir danach sicher es darf bei mir einziehen.
    Du bestätigst jetzt meinen Entschluss auch noch mal ;)
    Vorher hat aber noch das ein oder andere Buch Vorrang...

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Hallo Bea,

      aus meiner Sicht die absolut richtige Entscheidung;-) Ganz viel Spaß mit der Geschichte :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  3. Hey Steffi,

    eine wirklich tolle Rezi und ein sehr neugierig machendes Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass die Story genau das richtige für mich wäre ;)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Hallo Ruby,

      Danke für die Blumen :-) Die Geschichte ist definitiv etwas für dich :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  4. Huhu Kay,

    danke für deine tolle Rezi! :) Das bestärkt mich nur weiter darin, dass dieses Buch unbedingt bei mir einziehen muss ;D
    Legend habe von der Autorin in 2013 mal gelesen (begeistert muss ich ja nicht dazu sagen ;)) und dann die Reihe leider nicht weitergelesen. Letzte Woche habe ich diesen Band endlich nochmal gelesen und Band 2 und 3 warten auch schon auf dem SuB. Ihr neustes Buch passt dann super in meine Lesepläne.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Huhu Jenny,

      die Autorin hat einen tollen Schreibstil und versteht es, einen wirklich zu fesseln. Die Legend-Reihe hat mich damals auch begeistern können. Wünsche dir viel Spaß bei deinen Leseplänen :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  5. Hi :D

    Wow, ich muss mir das Buch UNBEDINGT besorgen, ich hab noch nie etwas vergleichbares gelesen. Das will ich unbedingt nachholen :D
    Die Geschichte schein mega interessant zu sein.
    Danke, für die tolle Rezension, hat mir die Entscheidung echt abgenommen xD


    Liebe Grüße,
    Tamara Schreiberling

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    1. Hallo Tamara,

      die Autorin schreibt schon wirklich tolle Geschichten. Da kann man echt nichts falsch machen...Viel Spaß dann mit der Geschichte, wenn es soweit ist :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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  6. Hui das Buch wandert jetzt auf meiner Wunschliste ganz weit nach oben. Tolle Rezension.
    Lieben Gruß.

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    1. Vielen lieben Dank für das Lob <3 Das Buch hat es verdient, gelesen zu werden :-)

      Liebe Grüße,
      Kay

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Steffi & Kay