Donnerstag, 17. November 2016

♂ OMNI (Andreas Brandhorst) [Rezension]

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„Breite ockerfarbene Wolkenbänder erschienen und zwischen ihnen der brodelnde rotbraune Wirbel eines Sturmgebiets, groß wie ein Planet. Der Orbitalspringer stürzte in die endlosen Wolkenmeere des Gasriesen Caledonia.“
(S.190)
Forrester und seine Tochter Isdina-Iaschu, genannt Zinnober, verstecken sich erfolgreich seit Jahren vor dem Zorn des Duke von Javaid. Forrester handelte damals im Auftrag der Agentur, einer mächtigen Organisation. Die Flucht war anschließend der letzte Ausweg. Auch der Agentur geht Forrester seitdem aus dem Weg.

Doch nun wurden Vater und Tochter von der Agentur aufgespürt. Forrester soll einen letzten Auftrag ausführen. Seine Aufgabe lautet, den Zehntausendjährigen Aurelius, der im Auftrag von Omni – einem Zusammenschluss von Superzivilisationen - zu einem Artefakt unterwegs ist, zu finden und zu entführen. Aber der Auftrag gerät zunehmend außer Kontrolle. Aus Jägern werden Gejagte, und die Interessen mächtiger Hintermänner bedrohen den interstellaren Frieden.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst gelesen hatte. Die Ideen und der Stil des Autors haben mir dabei wirklich gut gefallen. Als nun zufällig das neue Buch „Omni“ von Andreas Brandhorst zu mir gefunden hatte war klar, dass ich die Geschichte auf jeden Fall lesen werde. Und so stürzte ich mich in ein weiteres Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls.

Der Klappentext hörte sich für mich schon sehr interessant an, und so war ich neugierig, was mich in „Omni“ erwarten würde. Schon nach wenigen Seiten fand ich mich dann auch gut integriert in der Handlung wieder. Ich traf auf Forrester, der vormals in den Diensten der Agentur stand, und auf seine Tochter Isdina-Iaschu, die von ihrem Vater jedoch ausschließlich Zinnober genannt wird. Nach der Flucht von Javaid leben die beiden seit Jahren gut versteckt auf einem weit entfernten und fast unbekannten Planeten völlig allein. Bis ihre Ruhe gestört wird und die Agentur einen letzten Auftrag von Forrester fordert.

Natürlich benötigte ich ein wenig Zeit, um mich in die von Andreas Brandhorst entwickelte Welt hineinzudenken und den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Ein Glossar im hinteren Teil des Buches konnte mich dabei gelegentlich unterstützen. Die in dritter Person Vergangenheit und aus verschiedenen Sichten erzählte Geschichte nahm mehr und mehr einen kontinuierlichen Fortgang und entwickelte dabei stetig eine Neugier auf die weiteren Handlungen.

Die Geschichte selbst nimmt dabei jederzeit einen etwas ruhigeren Verlauf, selbst gesetzte Spannungsbögen enden jeweils etwas unspektakulär, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Eine kleine Straffung der Ereignisse könnte das Tempo aus meiner Sicht womöglich steigern und aufkommende kleine Längen vermeiden, dies war für mich jedoch kein Muss und ich konnte mich auf den Stil des Autors wiederum gut einstellen. Auf jeden Fall werden die Handlungsstränge intelligent und authentisch vorangeführt, ein Sci-Fi-Feeling begleitete mich von Beginn bis zum Ende.

In „Omni“ entwickelt Andreas Brandhorst wiederum eine Welt – oder besser gesagt Welten – die gut durchdacht sind und einen besonderen Reiz mit ihren Eigenarten ausüben. Hierbei ist abstraktes Vorstellungsvermögen an der einen oder anderen Stelle sicherlich von großem Vorteil.

Auch seine Charaktere stattet der Autor mit unverkennbaren Eigenschaften aus, die entsprechende Sympathien und Antipathien auslösen können. Sicherlich hätte man in dem einen oder anderen Fall noch ein wenig mehr Tiefe in so manchen Charakter einbringen können, für die Erzählung der Handlung empfand ich die Darstellung dennoch als ausreichend und vorstellbar. Besonders gelungen fand ich in „Omni“ den Charakter Zinnober. Die Tochter von Forrester ist durch ihren Vater halb menschlicher Herkunft, besticht durch gut durchdachtes Handeln und ihre Zielstrebigkeit.

Andreas Brandhorst gelingt es, seiner Geschichte mit einfachen Mitteln eine Komplexität zu verleihen, die dennoch nie ausufernd wirkt und Verläufe und Handlungen dabei nachvollziehbar wirken lässt. Vielmehr faszinierte mich die Ideenvielfalt des Autors, die gradlinig und vorstellbar in die Geschichte eingebettet wurde.

Nach einer Vielzahl intergalaktischer Gefahren und zu überwindenden Hürden beschließt Andreas Brandhorst seine Geschichte mit einem nachvollziehbaren und annehmbaren Ende, mit dem ich absolut gut leben kann. Auch nach „Omni“ kann ich bedenkenlos sagen, dass dies mit Sicherheit nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein wird.
Omni“ von Andreas Brandhorst bietet einmal mehr Science-Fiction-Erlebnisse in Reinkultur und lässt die Unendlichkeiten des Universums förmlich unter der Haut spüren. Meine intergalaktischen Lesestunden sind mir definitive 4 Bücher wert.

Für alle, die sich vor weit entfernten Galaxien nicht fürchten, Gefahren als Ansporn sehen und ihre Prinzipien dabei nicht außer Acht lassen. Alle Liebhaber des Genres werden an „Omni“ nicht vorbeikommen.




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Liebe Grüße

Steffi & Kay