Samstag, 19. November 2016

♂ Für dich soll´s tausend Tode regnen (Anna Pfeffer) [Rezension]

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„Ich sah ihn gelangweilt an. Wenn sein Leben wirklich so beschissen war, war ich gerne bereit, ihm ein paar Selbstmordtipps zu geben – zum Beispiel strangulieren mittels Badetuch.“
(S.25)
Emi hasst ihr Leben, ständig fühlt sie sich von Leuten genervt. Der Umzug nach Hamburg hat ihre Situation nicht verbessert. Schlimmer noch, sie musste ihr altes Leben zurücklassen und ist nun die Neue in der Schule. Ihre Macke, Todesszenarien für nervige Leute auszudenken, hilft ihr über so manche Situation hinweg.

Doch als ob das alles noch nicht genug wäre, wird Emi aufgrund eines Zwischenfalls im Chemieunterricht eine Strafarbeit aufgedrückt. Und diese muss sie ausgerechnet mit dem nervigsten Menschen überhaupt erledigen – Erik. Neben ihrem Gute-Laune-Bruder Oliver und der Neuen an der Seite ihres Vaters ist dies für Emi der absolute Supergau. Emi versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen und entdeckt plötzlich völlig neue Facetten.
„Für dich soll´s tausend Tode regnen“ entspringt nun nicht unbedingt dem mir vertrauten Genre, dennoch wurde ich neugierig auf die Geschichte, da viele Leserinnen und Leser sehr begeistert waren. Kurzum wurde das Buch also gekauft und musste auch nicht lange darauf warten, gelesen zu werden.

Vorab muss erwähnt werden, dass sich hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer ein wirklich sehr sympathisches Autorinnen-Duo verbirgt. Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit haben bereits die eine oder andere Geschichte zusammen geschrieben und veröffentlicht. Der Einfachheit halber werde ich hier jedoch auf das Pseudonym zurückgreifen.

Gleich auf den ersten Seiten wurde ich kurzerhand in das Leben von Emi geworfen. Sie hat von Grund auf eine nicht unbedingt positive Einstellung dem Leben gegenüber und zeigt dies auch offen. So einiges läuft ihr gegen den Strich. Vor kurzem ist sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Hamburg umgezogen, weil ihr Vater hier eine neue Praxis eröffnet hat. Es fällt Emi nicht leicht, neue Freunde zu finden – dieser Umstand zieht sich aus ihrem alten Leben durch. Und dann gibt es noch die vielen Menschen, von denen sie sich einfach nur genervt fühlt. Sie denkt sich für diese die skurrilsten Todesarten aus; das hilft ihr in vielen Situationen.

Anna Pfeffer lässt die Geschichte aus Emis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Viele Dialoge lassen die Geschichte wirklich lebendig und authentisch wirken. Dabei wird mit schwarzem Humor und triefendem Sarkasmus wahrlich nicht gespart. Die Beziehungen der Charaktere untereinander erhalten einen enormen Biss, ich konnte mir den einen oder anderen Lachanfall bei diversen Charakterhandlungen nicht verkneifen.

Emi war für mich trotz ihrer Grundeinstellung eine sympathische Protagonistin. Man fühlte, dass sie ihren Platz im Leben ganz einfach noch nicht gefunden hatte und auf der Suche nach einem Ziel war. Auch wenn ich die eine oder andere Situation fast zu überspitzt dargestellt fand, verringerte sich mein Lesefluss hierdurch nicht. Die eingebauten Ideen und Umsetzungen ließen mich die kurzweilige Geschichte einfach nur genießen, ich glitt durch die Seiten immer in der Erwartung der folgenden Geschehnisse. Im weiteren Verlauf ließ der Biss in Emis Charakter für mein Empfinden ein wenig nach, eine Entwicklung der Persönlichkeit war hierbei dennoch deutlich zu bemerken.

Das von Anna Pfeffer gewählte Ende der Geschichte war für mich nicht wirklich überraschend, dennoch kann man eindeutig von einem folgerichtigen Abschluss sprechen, der mir einen absolut befriedigenden Ausklang bot.

Zusätzlich hinweisen möchte ich auf die Optik des Buches. Das wirklich schöne Cover und der farblich gestaltete Buchschnitt sind definitiv richtige Hingucker. Gemischt mit einem abwechslungsreichen Inhalt, der mir amüsant schöne Lesestunden bescherte, kann ich mich nun von der Geschichte verabschieden und freue mich auf weitere Ideen aus dem Hause Anna Pfeffer.
Für dich soll´s tausend Tode regnen“ punktet mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt mit sarkastisch witzigen Dialogen, die in gut umgesetzte Handlungen integriert wurden. Für meine kurzweilige Lektüre für „Zwischendurch“ vergebe ich an dieser Stelle deshalb sehr gute 4 Bücher.

Für alle, die noch auf der Suche nach einem Ziel sind, augenzwinkernden schwarzen Humor dabei genießen können und ihren Prinzipien treu bleiben.




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Kommentare:

  1. Hey Steffi,

    ich habe das Buch ja auch schon gelesen und fand es einfach toll. Ich habe während dem Lesen so viel gelacht, es war einfach köstlich und man sollte es auf alle Fälle mal gelesen haben ;)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Huhu Ruby,

      das Buch habe ich gelesen ;-) Du hast vollkommen recht, an einigen Stellen musste ich auch Tränen lachen :D

      Liebe Grüße,
      Kay

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  2. Hört sich interessant an. :) Vielleicht fällt es mir ja mal in die Hände, dann denk ich an dich, Kay, und kauf es :P

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    1. ...ich bin also sozusagen dein Merkzettel :D LG, Kay

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Steffi & Kay