Donnerstag, 20. Oktober 2016

♂ Water - Der Kampf beginnt (Paolo Bacigalupi) [Rezension]

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„Der Sturm wurde stärker. Der Tag wurde zur Nacht. Sand und Kies schlugen gegen die bebenden Scheiben. Die Menschen unterhielten sich nur noch mit gedämpfter Stimme, fahrig, niedergedrückt von den tobenden Elementen.“
(S.113)
Das Wasser im Südwesten der USA geht zur Neige. Der Kampf um die schwindende Ressource spitzt sich immer mehr zu. Wer die Rechte am Wasser hat, überlebt.

Jedes Mittel zur Erlangung der Wasserrechte wird in Kauf genommen. Menschenleben sind dabei nicht viel wert. Auch Angel Velasquez kämpft in diesem erbitterten Krieg. Er wird in die sterbende Stadt Phoenix gesandt, um die Interessen seines Arbeitgebers zu sichern. Hier trifft er auf Lucy Monroe, eine talentierten Journalistin. Gemeinsam sind sie einer Fährte auf der Spur. Denn ein Bekannter von Lucy wurde Opfer eines schrecklichen Verbrechens. Was war der Hintergrund dafür? Doch plötzlich werden sie selbst zur Zielscheibe. Ihr Leben ist in großer Gefahr.
„Water – Der Kampf beginnt“ war mein erstes Buch von Paolo Bacigalupi. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte, der Kampf um Ressourcen ist immer eine gute Grundlage für interessante Unterhaltung. Also konnte ich nun voller Neugier starten.

Nach den ersten Seiten musste ich dann jedoch feststellen, dass es mir etwas schwerfiel in die Geschichte zu finden. Ich sah mich konfrontiert mit mir unbekannten Begrifflichkeiten und spanischen Phrasen, denen ich nicht durchgehend gleich eine Bedeutung zuordnen konnte. Dennoch hoffte ich, jeweils das Richtige interpretiert zu haben und las weiter.

Ich traf in „Water – Der Kampf beginnt“ auf drei verschiedene Erzählsichten, die jeweils in dritter Person Vergangenheit dargestellt wurden. Hierdurch musste ich mich erst einmal an unterschiedliche Sichtweisen und Absichten der Charaktere gewöhnen, was nicht immer unbedingt leicht war. Doch irgendwann hatte ich einen gewissen Überblick erzielt, so dass ich mich fortan ausschließlich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren konnte.

Der Schreibstil von Paolo Bacigalupi ist grundsätzlich gut lesbar. Für meinen Geschmack wurden aber auch immer wieder Stellen eingebaut, die das Augenmerk auf Nebensächlichkeiten lenkten und diese zu ausführlich beschrieben. Nichtsdestotrotz glänzte die Geschichte dennoch ein ums andere Mal mit gut konstruierten Handlungen und Spannungseffekten. Auch wenn Spannungshöhepunkte oftmals recht schnell und etwas zu gewollt wirkend aufgelöst wurden, entwickelte sich hierdurch Zug um Zug eine Anziehung, die mich zu fesseln begann.

Hatte ich anfangs noch etwas Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Charakteren, lösten sich diese zusehends auf. Eine besondere Tiefe wurde den handelnden Personen nicht verliehen, dennoch wurde ein gewisser Grad an Authentizität erreicht. Auch Veränderungen in Sichtweisen, und damit ein Voranschreiten der Handlung, konnte ich bemerken.

Die Geschichte von Paolo Bacigalupi ist zeitweise sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Brutalität und Gewalt die Oberhand gewinnen und so gewisse Bilder im Kopf entstehen lassen.

„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt die Vorstufe zu einer dystopischen Entwicklung, eine gewisse bekannte Grundordnung ist noch immer gegeben. Die Thrillerelemente überwiegen wie angekündigt eindeutig, so dass ich hier keine Überraschung erlebte.
Eindrucksvoll beschreibt der Autor, welche Entwicklungen vorstellbar sind, wenn Ressourcen knapp und knapper werden, welche Wege sich sodann plötzlich auftun, diese schwindenden Ressourcen für bestimmte Bevölkerungsteile zu beanspruchen. Denn nur so kann das Überleben gesichert werden. Allein am hier gewählten Beispiel Wasser – für uns heutzutage eine nicht wegzudenkende Annehmlichkeit – konnte gut dargestellt werden, wozu die Menschheit plötzlich fähig wird.

Paolo Bacigalupi führt seine Geschichte nach einer temposteigernden Entwicklung zum Ende hin zu einem für mich befriedigendem Ausklang. Auch wenn „Water – Der Kampf beginnt“ meine erste Geschichte des Autors war, werde ich mir seine anderen Werke garantiert noch näher anschauen.
Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt real denkbare Entwicklungen nach einer Verknappung von Ressourcen und zeigt die damit einhergehenden Gefahren nachvollziehbar auf. Für meine Lesestunden im vertrocknenden Südwesten der USA vergebe ich 3 Bücher.

Für alle, die sich dem Kampf um das tägliche Überleben stellen können, Ungerechtigkeiten zähneknirschend über sich ergehen lassen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.




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Kommentare:

  1. Schade, dass das Buch einige Kritikpunkte hat, die mich auch abschrecken würden. Aber irgendwie finde ich die Idee an sich ziemlich interessant. Ich setz mir das Buch auf die Wunschliste, damit ich es nicht aus den Augen verliere :D
    Danke für die Rezension!

    LG Heffa

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    1. Hallo Heffa,

      vielleicht ist es ja wirklich eine Geschichte, die dich total flashen wird ;-) Insofern finde ich deinen Plan super :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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Steffi & Kay