Samstag, 1. Oktober 2016

♂ Walled City (Ryan Graudin) [Rezension]

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„Ich muss ihn erstechen. Diesen Jungen töten, den ich einst zu retten versucht habe. Es tut mir so leid, ich habe solche Angst.“

(S.126)
Hak Nam – die Stadt Hinter den Mauern – wird von Gewalt und Schrecken beherrscht. Die Bruderschaft des Roten Drachens führt ein gesetzloses Regime. Wer hier landet, schwebt in steter Lebensgefahr.

Genau hier lebt Jin Ling. Sie hat sich als Junge verkleidet, um nicht in einem Bordell von Hak Nam zu landen. Denn sie ist auf der Suche nach ihrer Schwester Mei Yee, die von ihrem Vater verkauft wurde. Doch Mei Yee scheint unauffindbar.

Unerwartete Hilfe bekommt Jin von Dai, der jedoch eigene Pläne verfolgt und dennoch ebenfalls auf sie angewiesen ist, um diese erfolgreich zu Ende zu führen. Denn er muss es in wenigen Tagen schaffen, Longwai, den mächtigen Bandenchef, zur Strecke zu bringen, um selbst einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Die Zeit wird knapp und die auf dem Weg liegenden Hindernisse sind kaum zu überwinden. Ein falscher Schritt bedeutet Entdeckung und damit einen schmerzvollen Tod.
„Walled City“ war ein Geschenk und in Verbindung mit dem Klappentext wurde ich neugierig auf die Geschichte. Nach kurzer Verweildauer in meinem „Noch-zu-lesen“-Regal war es nun an der Zeit, zu „Walled City“ zu greifen.

Ryan Graudin ließ mir dann auch nur wenig Zeit für eine Eingewöhnung und startete gleich mit der Handlung durch. Ich fand mich in der Stadt Hinter den Mauern wieder und traf auf Jin Ling, die sich auf der Suche nach ihrer vom Vater verkauften Schwester Mey Yee befindet. Zur Tarnung hat sie sich als Junge verkleidet, denn die Gefahr ist hier groß, dass man sie in ein Bordell steckt – die wahrscheinlich einzige Verwendung für Mädchen in Hak Nam. Und genau in einem Bordell befürchtet Jin ihre Schwester zu finden. Bisher war die Suche jedoch erfolglos.

Mit Dai bietet sich Jin nun eine Chance, sie weiß noch nicht, dass Dai genauso von ihrer Hilfe abhängig ist. Lange Zeit sparte Dai auch sowohl gegenüber Jin als auch mir mit Informationen zu seinem Handeln, so dass ich die Handlung mitunter ein wenig ratlos verfolgte. Dennoch wollte ich mich überraschen lassen, was noch folgen würde.

Ryan Graudin nutzt für die Präsentation der Ereignisse drei verschiedene und wechselnde Ich-Perspektiven in Gegenwartsform. Ich erlebte die Geschichte damit aus den Sichten von Jin Ling, Dai und Mei Yee, wobei mich die Perspektive von Mei Yee am meisten ansprach. Mit ihr konnte ich wirklich fühlen, sie musste stark sein. So vieles musste sie über sich ergehen lassen. Und das alles ohne Aussicht auf ein Entrinnen. Denn was passiert, sich dem Willen Longwais zu widersetzen, wird ihr grauenvoll vorgeführt.

Ich muss zugeben, dass ich mit asiatischen Namen nicht immer zurechtkomme und die Gefahr von Verwechslungen für mich groß ist, doch hatte ich hiermit in „Walled City“ selten Probleme. Der Schreibstil der Autorin war grundsätzlich gut zu lesen, und auch wenn sich immer wieder kleinere Längen andeuteten, wurden doch Spannungspunkte gesetzt, die mich gespannt weiterlesen ließen.

Beim Lesen der Geschichte sind mir die oftmals eingeflochtenen Vergleiche ein wenig aufgefallen, die für mich nicht immer unbedingt sachgerecht angewendet wurden und damit meinen Lesefluss ein wenig ins Stocken geraten ließen, um zum einen die Notwendigkeit und zum anderen die Sinnhaftigkeit zu überdenken. Doch natürlich hatte ich mittlerweile wirklich Feuer gefangen und musste unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Nach einigem aufflammendem Auf- und Ab bringt Ryan Graudin die Geschichte dann auch zu einem erwarteten Ende und lässt mich damit zufrieden zurück. 
Walled City“ basiert auf einem realen Vorbild, präsentiert all die Schrecken und Grausamkeiten in einer gesetzlosen Stadt. Meine Leseerlebnisse in der Stadt Hinter den Mauern sind mir auf jeden Fall knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die wissen, wofür sie kämpfen und Entbehrungen auf sich nehmen, dabei Strapazen überstehen können und den Blick aufs Ziel nie aus den Augen verlieren.




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Kommentare:

  1. Hallo ihr beiden!

    Da hat dich ja wohl das Buch nicht mehr losgelassen, bis du es zu Ende gelesen hattest, was, Kay?

    Es klingt auf jeden Fall spannend und einen Blick ins Buch ist es wert, denke ich. Vielleicht stolpere ich ja mal drüber, wenn ich wieder in einer Buchhandlung bin:)

    Liebe Grüße,
    Valerie von MeerderWörter

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    1. Hallo Valerie,

      die Geschichte war auf jeden Fall eine schöne Abwechslung. Eine Erfahrung ist es auf jeden Fall wert :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  2. Hey Kay

    das hört sich nach einem interessanten Buch an und ich denke, dass es mich auch mitreisen könnte. Vielen Dank für den Tipp ;)

    Liebe Grüße,
    ruby

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Steffi & Kay