Samstag, 8. Oktober 2016

♂ Red Rising - Tag der Entscheidung (Pierce Brown) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Die Verletzten starren an die steinerne Decke und fragen sich, wie das Leben nun weitergehen soll. Dieses Gefühl strahlt der Raum aus. Es ist traumatisch. Nicht wegen der Verletzungen, sondern wegen der zerstörten Leben und Träume.“
(S.112)
Dunkelheit. Einsamkeit und Schmerzen. Darrow ist gefangen. Unter unmenschlichen Bedingungen. Er verliert das Gefühl für Zeit und Raum. Seine Ziele sind in weite Ferne gerückt. Darrow könnte seine Lage verbessern. Doch noch ist er nicht gebrochen. Er gibt sich nicht geschlagen. Und dann bietet sich tatsächlich diese eine Chance, die er ergreifen muss.

Der Schnitter vom Mars ist zurück. Allein durch seine Präsenz verbreitet sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die Feinde der Revolution zittern vor dem, was kommen wird. Doch kann Darrow seinen Verbündeten vertrauen? Oder sie ihm? Die Entwicklung nimmt ihren Lauf. Und nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Nachdem zwischen den ersten beiden Bänden der Reihe doch einige Zeit dazwischen lag, musste ich nun auf den finalen Teil zum Glück nicht so lange warten. Denn bisher konnte Brown mit seiner Geschichte begeistern. Nun musste ich unbedingt wissen, welchen Ausgang seine Idee nehmen würde. Also musste „Red Rising – Tag der Entscheidung“ nicht lange warten, bis ich es in die Hand nahm.

Da der zweite Teil der Reihe nun nicht so lange zurücklag, konnte ich mich ohne Eingewöhnungszeit sofort wieder in die von Pierce Brown erdachte Welt hineindenken. Ich fühlte mich gleich wieder aufgenommen im Spiel der Farben und war neugierig auf den weiteren Fortgang.

Erlebte ich in den Vorgängerbänden einen nahezu unschlagbaren Protagonisten, erhielt ich nun auch Einblicke in andere Seiten. Die Gefangenschaft Darrows legte ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf die Seiten. Es schien schier unmöglich, diesem Verlies zu entkommen. Ungläubig erfuhr ich wenig später dann auch, worin Darrow eingesperrt war. Unfassbar, unmenschlich. Wie kann man einem Menschen so etwas antun. Und doch konnte Darrow nicht gebrochen werden. Tief in seinem Inneren gab es noch diese Stärke, die ihn auszeichnet. Er hat diesen Wahnsinn überlebt. Trotz all der Folter, trotz der Einsamkeit.

Wiederum nutzt Pierce Brown für die Darstellung der Handlungen die Ich-Perspektive in Gegenwartsform von Darrow. Der Geschichte verleiht er darum schon ein gewisses Grundtempo, das temporär immer wieder gesteigert wird und kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Gefesselt hing ich an den Seiten und konnte den weiteren Fortgang kaum erwarten.

Tatsächlich ist es Pierce Brown dann immer wieder gelungen, mich zu überraschen und Handlungsstränge aufzubauen, die man so nicht erwarten konnte. Ich erlebte mächtige Schlachten in den Weiten des Weltalls, war Gast bei der Eroberung von Monden und Planeten. Strategische Überlegungen und Loyalität, aber auch falsches Vertrauen und Verrat waren stets gegenwärtig. Nie wusste ich sicher, wem man vertrauen konnte. Die Ereignisse aus der Vergangenheit ließen mich hier vorsichtig sein. Und so wurde ich immer wieder Zeuge von Entwicklungen, die auf den ersten Blick aussichtslos erschienen, den Verlauf sodann aber in Richtungen lenkten, die im Nachhinein betrachtet plausibler nicht sein könnten.

Pierce Brown hat seine Charaktere mit Eigenschaften ausgestattet, die definitiv einen Wiedererkennungswert verschaffen, so dass ich trotz der Vielzahl der handelnden Personen nie den Überblick verlor. Besonders die vom Autor eingesetzten Antagonisten stachen hier mit enormer Brutalität und Gewaltbereitschaft hervor. Pierce Brown hat hier ein gut funktionierendes Zusammenspiel menschlicher Charakterzüge entwickelt.

Das von Pierce Brown kreierte Ende hatte es eindeutig in sich. Gerade war ich noch in einem riesigen Showdown gefangen, schließt der Autor seine Geschichte genau so, wie man es sich wünschen kann. Er hat es geschafft, mir damit nochmal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das Buch nun ins Regal zu stellen und mich absolut zufrieden mit der Reihe zurückzulassen. Für mich ist die Red-Rising-Reihe ein definitiver Kandidat für eine Verfilmung.
Red Rising – Tag der Entscheidung“ konnte mich mit gut durchdachten Entwicklungen bannen und fesseln, aber auch immer wieder überraschen. Meine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Bangen und Hoffen belohne ich deshalb mit verdienten 5 Büchern.

Für alle, die den Glauben an die Hoffnung nie verlieren, das Vertrauen an sich selbst behalten und sich aussichtlosen Kämpfen stellen. Für Fans der ersten Teile sowieso ein Must-Read.
1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde
3. Red Rising – Tag der Entscheidung



Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

Kommentare:

  1. Was für eine geniale Rezension! Kann ich genau SO unterschreiben *-*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da haben wir beide hier wohl den absolut gleichen Geschmack ;-) Geniale Reihe!

      Löschen
  2. Hallo Kay,
    für mich war dieser dritte Teil ebenfalls ein grandioses Finale, das bei mir Gänsehaut, gefesselte Lesestunden und letztendlich ein zusammenfassendes Wow hervorgerufen hat.
    Ich bin ja meist zurückhaltend bei neuen Reihen, doch bei dieser Trilogie bin ich absolut dankbar sie gelesen zu haben.
    Tolle Rezi, danke dafür.
    Liebe Grüße, Hibi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Hibi,

      die Reihe ist absolut genial! Schön, dass du bei dieser Reihe über deinen Schatten springen konntest. Und...vielen lieben Dank ☺️

      Liebe Grüße, Kay

      Löschen
    2. Ich danke dir, Kay, für deine Zeilen unter meiner Rezi. ;-)

      Löschen
    3. Nicht dafür ;-) Schaue schon oft auf anderen Blogs, kommentiere aber nur, wenn ich auch etwas sinnvolles zu sagen habe...Liebe Grüße, Kay

      Löschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay