Freitag, 19. August 2016

♂ Elanus (Ursula Poznanski) [Rezension]

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„Du denkst, keiner weiß, was du tust,
aber da irrst du dich.
Es kann dich kein Vorhang schützen,
und sei er noch so rot.
Ich kenne dein Geheimnis. Vielleicht
hast du Glück und ich bewahre es.“
(S.91)
Der hochbegabte Jona erhält ein Stipendium für eine renommierte Elite-Universität. Seine Eltern bestehen darauf, dass er bei Gasteltern untergebracht wird. Natürlich hat Jona Elanus, seine selbstgebaute Drohne, mit im Gepäck.

Schon am ersten Tag an der Uni legt er einen Auftritt hin, der ihm keine Freunde beschert. Nur die gutaussehende Linda ist ihm gegenüber unvoreingenommen. Jona malt sich aus wie es wäre, Linda zur Freundin zu haben. Er will Linda erobern, koste es, was es wolle.

Mit Hilfe von Elanus beginnt Jona, Linda und andere Studenten auszuspionieren. Er stößt auf Dinge, die besser im Verborgenen geblieben wären. Nach einer Rückweisung fasst er einen Plan. Doch nichts läuft so, wie es sich Jona gedacht hat. Plötzlich gerät er in das Visier von gefährlichen Leuten. Die Situation spitzt sich immer mehr zu. Jona befindet sich in Lebensgefahr!
Ursula Poznanski gehört eindeutig zu den Autorinnen, deren Geschichten ich früher oder später immer lesen muss. Bei der Leipziger Buchmesse wurde ich im Rahmen einer Lesung auf ihr neues Werk „Elanus“ aufmerksam. Irgendwie hat das Buch nun durch einen glücklichen Zufall früher als geplant zu mir gefunden, so dass ich mich gleich auf die Geschichte stürzen konnte.

Gleich zu Beginn traf ich auf den siebzehnjährigen Jona, der ein Vollstipendium an einer gehobenen Universität erhalten hat und sich nun auf dem Weg zu seinen Gasteltern befand. Eigentlich hatte Jona überhaupt keine Lust auf seine Gasteltern. Viel lieber hätte er im Studentenwohnheim gewohnt. Doch seine nahezu nicht vorhandene soziale Komponente war der Ausschlag für seine Eltern, dem einen Riegel vorzuschieben.

Jona hat ein Geheimnis, und dieses hat er natürlich dabei. Elanus ist eine vollautomatische Drohne, geradezu dafür gebaut im Leben anderer Menschen herumzuspionieren. Mit ausgefeilter Technik ist es Jona nun möglich, Informationen von bestimmten Personen zu erhalten, die an sich nicht für andere Leute bestimmt sind. Und so erfährt er Dinge, die gefährlich werden könnten, nicht nur für die Betroffenen selbst. Jona selbst gerät in einen Strudel von Machenschaften, dem er nicht mehr entrinnen kann und dabei immer mehr selbst um sein Leben fürchten muss.

Die Geschichte erlebte ich aus der Sicht von Jona in dritter Person und Vergangenheitsform. Der Stil von Ursula Poznanski ist gewohnt flüssig und gut zu lesen. Die Autorin versteht es einfach, ihre Themen in einen spannenden Plot einzubinden und den Leser zu fesseln. Die Spannung steigt mit fortlaufender Seitenzahl unaufhörlich, keine Entwicklung überlässt Ursula Poznanski dem Zufall. Ich war an die Seiten gefesselt, fieberte mit und konnte mich kaum von den Seiten lösen.

Die Charaktere beschreibt die Autorin vorstellbar, stattet sie mit entsprechenden Eigenschaften aus, die einen Wiedererkennungswert erzielen. Jona ist ein hochbegabter aber egozentrischer Teenager, der zumindest anfangs wenige Sympathiepunkte bei mir erzielen konnte. Dennoch konnte ich mich zusehends auf seine Art und Weise einstellen, spürte die Entwicklung, die er durchmacht. Wünschte ich mir bei dem einen oder anderen Charakter mitunter doch mehr Einblicke hinter die Kulissen der Vergangenheit und der Vorgeschichte, hatte dies auf den Genuss der Geschichte und der spannenden Atmosphäre nur geringe Auswirkungen.

Ursula Poznanski präsentiert mit „Elanus“ wieder eine Geschichte zu einem Thema, dessen Gefahr letztendlich aktuell an jeder Ecke lauern kann. Drohnen gehören mittlerweile zum Alltag. Jeder, der eine Drohne besitzt, ist rein theoretisch in der Lage, Freunde und Bekannte, Nachbarn oder völlig fremde Leute auszuspionieren. Natürlich liegt hier dann wieder der Reiz im Verbotenen. Nur ausschließen lässt sich dieses Szenario bei fortschreitendem Stand der Technik leider nicht. Genau dies wurde von der Autorin in ihrer Geschichte gut herausgearbeitet.

Die zum Ende hin kaum auszuhaltende Spannung steigert sich zu einem dramatischen Showdown, der nochmal alles verfügbare Adrenalin in mir aktivierte, die Geschichte dann aber zu einem mehr als akzeptablen Ausklang führt. Wiederum ist es Ursula Poznanski gelungen, mir spannende und genussvolle Lesestunden zu bereiten.
Elanus“ greift ein aktuelles Thema auf und führt die damit verbundenen Gefahren anschaulich vor Augen, ohne dabei belehrend zu wirken oder auf spannende Handlungen zu verzichten. Meine spannenden Lesestunden mit Jona und Elanus sind mir auf jeden Fall sehr gute 4 Bücher wert.

Für alle, die dem Hauch des Verbotenen nicht entfliehen können, dabei reale Gefahren akzeptieren und sich durch nichts verunsichern lassen.




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Kommentare:

  1. Hey,

    lese deinen Blog nun schon seit längerem und finde sowohl deine Rezensionen als auch deine Gestaltung sehr schön und interessant ! Freue mich auf hoffentlich viele weitere Rezensionen ;)

    Liebe Grüße
    Lara von
    https://books-pages.blogspot.de

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    1. Liebe Lara,

      dankeschön für das tolle Feedback. Steffi und ich führen den Blog gemeinsam. Allein dadurch gibt es schon etwas Abwechslung...Schön, dass du uns gefunden hast :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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Steffi & Kay