Mittwoch, 6. Juli 2016

♂ Young World - Nach dem Ende (Chris Weitz) [Rezension]

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„Ich lasse den Blick über das mit Schutt übersäte Straßenpflaster und die beschädigten Fassaden ringsum schweifen. Ich spüre, wie die Vergangenheit im Boden und in den Gebäuden summt und vibriert, lauter als alle Hoffnung.“
(S.196)
Nach der vermeintlichen Rettung finden sich Donna, Jefferson und die anderen in Einzelzellen wieder. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Doch es scheint sich lediglich um eine Vorsichtmaßnahme vor der Krankheit zu handeln. Niemand will ein Risiko eingehen.

Nach endlos scheinender Zeit erlaubt man ihnen mehr Freiheiten. Doch was hat es mit den geheimen Nachrichten an Donna und Jefferson auf sich? Wem können die Jugendlichen wirklich vertrauen?

Die Ereignisse überschlagen sich plötzlich. Donna und Jefferson werden getrennt. Während Donna sich in Sicherheit befindet, muss Jefferson in New York um sein Leben kämpfen.
Obwohl der erste Teil der Reihe nun doch schon etwas zurücklag, kam ich erstaunlich gut in die Fortsetzung hinein. Die Charaktere waren schnell wieder präsent, die bisherige Handlung war mir nach einigen Seiten wieder bekannt.

„Young World – Nach dem Ende“ begann für mich allerdings ein wenig schleppend. Nun wusste ich, was mit den Jugendlichen passiert war, aber es war irgendwie keine Entwicklung der Geschichte spürbar. Dennoch wollte ich natürlich wissen, was weiterhin geschehen wird.

Lange ließ mich Chris Weitz im Ungewissen, ob es wirklich gut für mich war, zu seinem Folgeband zu greifen. Immer wieder erlebte ich drehbuchartige Einschnitte, die mich tatsächlich empfindlich im Lesefluss gehemmt haben. Dazu kam ein gewollt wirkender jugendlicher Sprachstil, der auf mich etwas gekünstelt wirkte. Gesellschaftskritisch angehauchte Äußerungen mit ansatzweise philosophischen Anflügen musste ich ebenfalls verdauen. Und doch blieb ich an der Geschichte dran. Hier musste sich doch noch etwas tun!

Chris Weitz verwendet für die Erzählung seiner Geschichte wiederum die Gegenwartsform, vorzugsweise aus der Sicht von Donna und Jefferson. Andere Perspektiven, mit ihren jeweiligen individuellen Eigenschaften, kommen ebenfalls zu Einsatz. Grundsätzlich fühlte ich mich als Leser damit rundum informiert.

Irgendwann kam dann der Punkt in der Geschichte, an dem es für mich kein Halten mehr gab. Wenn man bis dahin durchhält, wirkt die Handlung plötzlich richtig abgerundet und man haftet an den Seiten. Nun erlebte ich Handlungen und Strategien, die es mir nicht erlaubten, der Geschichte den Rücken zu kehren.

Die Charaktere selbst entwickeln sich nach anfänglicher Stagnation in dieser Fortsetzung eindeutig weiter. Jefferson gewinnt an Stärke, muss jedoch auch so manche Niederlage einstecken. Donna lebt nun zwar, zumindest vorerst, in Sicherheit und doch wird sie zur Marionette der Mächtigen ohne es zu merken. Verzweiflung verbreitet sich, doch es gibt Hoffnung.

Nachdem ich die ersten kleinen Tiefpunkte beim Lesen überschritten hatte, entwickelte sich der Plot zusehends und ich war wirklich gefesselt. Zum Ende hin ließ es sich der Autor dann auch nicht nehmen, eine Neugier machende Entwicklung einzubauen, der ich nun wirklich gespannt entgegen sehe.
Young World – Nach dem Ende“ steht seinem Vorgänger in Sachen Gewalt und Brutalität in keinster Weise nach, verschaffte mir mit den enthaltenen Handlungen und Entwicklungen ein Lesevergnügen, dass ich mit wirklich guten 3 Büchern belohnen kann.

Für alle, die an das Gute glauben, dabei Schicksalsschläge wegstecken können und immer den Blick nach vorn richten.
1. Young World – Die Clans von New York (Rezension)
2. Young World – Nach dem Ende
3. Young World –The Revival (OT)



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Liebe Grüße

Steffi & Kay