Dienstag, 19. Juli 2016

♂ Storm (Virginia Bergin) [Rezension]

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„Ich schaue zum Himmel hoch. Überall schimmert ein bisschen ausgefranstes Blau zwischen den Wolken, die sich noch entscheiden müssen, ob sie zu Mördern werden.“
(S.154)
Seit Wochen haust Ruby allein in ihrem Elternhaus. Ihr Tagesablauf verselbständigt sich zusehends, doch sie kann sich versorgen. Und während draußen die Apokalypse immer weiter voranschreitet, hält der Wahnsinn bei Ruby jeden Tag ein bisschen mehr Einzug. 
Auf „Storm - Die Auserwählte“ war ich wirklich sehr neugierig, da mir der erste Teil „Rain - Das tödliche Element“ mit seinen authentisch wirkenden Entwicklungen und einem denkbaren Szenario richtig gut gefallen hatte. Kaum war „Storm“ also bei mir angekommen, konnte ich es nicht lange im Regal stehen lassen und nahm das Buch schnell zur Hand. Gespannt begann ich zu lesen.

Ich kann behaupten, dass ich mich schnell wieder in der von Virginia Bergin erdachten Szenerie zurechtfand. Ich traf gleich auf Ruby, die mir immer wieder mit kurz eingebauten Rückblenden Abschnitte aus den vorherigen Handlungen nahebrachte.

Schon nach den ersten Seiten war für mich absolut fühlbar, dass die apokalyptischen Entwicklungen natürlich nicht spurlos an Ruby vorbeigegangen sind. Der einziehende Wahnsinn griff auf Ruby über, sie lebte nur noch planlos in den Tag hinein. Ein Ereignis ändert ihre Abläufe, plötzlich ist sie zum Handeln gezwungen. Und nun überschlagen sich die Ereignisse.

Ruby erfährt Wahrheiten aus der Welt im Davor, die für sie sehr schmerzhaft sind, ihre Selbstzweifel noch verstärken. Tief in ihrem Inneren zehrt der Wahnsinn weiter an ihr, lähmt sie teilweise. Sie bezeichnet sich als Freak, verhält sich auch wie ein Freak. Und doch steckt etwas in ihr, womit niemand gerechnet hat. Aber genau das steigert ihre zerstörerische Selbstwahrnehmung nochmals.

Virginia Bergin präsentiert ihre Geschichte in der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin Ruby. Mit den Zeitformen spielt die Autorin ein wenig und nutzt für die erzählten Handlungen sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart. Den Stil der Autorin empfand ich in diesem Teil nicht mehr als durchgehend flüssig lesbar, mehrfach geriet ich bei geschilderten Handlungen tatsächlich ins Stocken. Einen großen Anteil haben daran sicherlich auch die psychisch angehauchten gegen sich selbst gerichteten sarkastischen Anflüge von Ruby, die oftmals eingehend beschrieben wurden und mich dazu verleiteten, Stellen teilweise lediglich zu überfliegen. Das Gesamtkonstrukt wirkte auf mich insgesamt wie ein „Tagebuch der Apokalypse“, in dem die innersten Regungen einer Betroffenen geschildert werden, das in der Form allerdings nicht unbedingt anziehend auf mich wirkte. Verstärkt wird diese Wahrnehmung dann auch durch die häufige direkte Ansprache an den Leser.

Die Entwicklungen des Plots und auch die Handlungen der Charaktere wirkten auf mich ebenfalls nicht immer schlüssig. Einfließende Längen schmälerten dazu zunehmend meinen Lesegenuss. Erwartet habe ich in „Storm - Die Auserwählte“ u. a. auch dem Titel entsprechend ein Feuerwerk an Spannung. Meine Erwartungen wurden letztendlich nur zu einem Teil erfüllt.

Zum Ende hin baut Virginia Bergin nochmals Spannung auf, bevor sie ihre Geschichte folgerichtig enden lässt, allerdings auch hier den Eindruck hinterlässt, sich nicht davon trennen zu können. Meine Neugier wurde von „Storm - Die Auserwählte“ nun gestillt, das Buch findet jetzt den Weg zu „Rain“ in mein Regal.
Storm - Die Auserwählte“ setzt die Idee einer apokalyptischen Entwicklung fort, legt das Hauptaugenmerk auf die inneren Regungen und Gedanken der Protagonistin, wobei der spannende Handlungsansatz ein wenig in den Hintergrund gerät. Meine Lesestunden in der von Virginia Bergin entwickelten Welt sind mir knappe 3 Bücher wert.

Für alle, die sich von lauernden Gefahren nicht aufhalten lassen, dabei inneren Schmerz im Zaum halten und in allen Situationen Einschüchterungen standhalten.
1. Rain – Das tödliche Element (Rezension)
2. Storm – Die Auserwählte



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Liebe Grüße

Steffi & Kay