Montag, 4. Juli 2016

♀ Evolution - Die Stadt der Überlebenden (Thomas Thiemeyer) [Hörbuch-Rezension]

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Anstatt an ihrem Ziel anzukommen, muss das Flugzeug der Austauschgruppe rund um Jem in Denver notlanden. Doch was die Passagiere dort erwartet, ist kaum in Worte zu fassen: Der Flughafen ähnelt einer High-Tech-Welt aus längst vergessener Zeit, Pflanzen überwuchern nahezu alles, was von Menschenhand vor langer Zeit erschaffen wurde, selbst die Tiere scheinen anders. Zutraulich und doch gefährlich.

Für die Passagiere beginnt bei der Suche nach anderen Menschen ein Kampf ums eigene Überleben.
Zu einem neuen Jugendbuch von Thomas Thiemeyer konnte ich natürlich nicht nein sagen und musste sofort zum Hörbuch greifen.

Nach dem Prolog, einer Szene, die vermutlich aus den Folgebänden stammt, startet das Buch direkt am Flughafen, wo es für die jungen Protagonisten auf den Weg zum Austauschjahr nach Amerika gehen soll. Doch noch während des Fluges kommt es zu Turbulenzen, ehe ein gleißendes Licht das Flugzeug erfüllt...

Thomas Thiemeyer lässt dem Leser in den ersten Kapiteln Zeit, die Charaktere kennenzulernen. Dennoch war ich mit ihrer Vielzahl beim Hörbuch kurzfristig beinahe überfordert.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Jem und Lucie erzählt, später kommen jedoch noch weitere hinzu, die allesamt von einer dritten Person erzählt werden.

Aufgrund technischer Probleme wird die Flugroute geändert und die Passagiere landen in Denver. Ab hier schlägt Thomas Thiemeyers Weltenentwurf mit voller Wucht zu. Die erste Auffälligkeit war die Abwesenheit von Elektrizität, dann ist alles von Pflanzen überwuchert, der Flughafen gleicht einem Gewächshaus. Doch das ist erst der Anfang, denn diese fremde Welt hat noch viel mehr zu bieten – vor allem Gefahren.

Als das erste Mal eine "fremde" Perspektive kam, bin ich beinahe erschrocken. Ohne zu spoilern, kann ich jedoch nur sagen, dass es insbesondere diese Kapitel waren, die zusätzlich die Neugier wecken und man stets auf Antworten wartet.
Die Spannung wird ebenfalls durch das stets präsente Gefühl, beobachtet zu werden, geschürt. Auch die Kapitelcliffhanger schürten den Drang, stets weiterhören zu wollen und mehr als einmal hätte ich den Autor am liebsten für den darauffolgenden Perspektivenwechsel geschüttelt.

Der Weltenentwurf selbst ist absolut genial. Thomas Thiemeyer hat kein Sci-Fi-Szenario erschaffen, denn sämtliche High-Tech ist bereits "alt". Umso gelungener und auch gruseliger wirkt die Welt, in der die Passagiere aufgeschlagen sind: Alles ist von Pflanzen überwuchert, die Tiere sind so zutraulich, teils ganz anders als die uns bekannten Tiere. Das, was technisch bei uns noch in den Kinderschuhen steckt oder reine Wunschgedanken sind, stammt dort aus einer längst vergessenen Zeit. Gemeinsam mit den Figuren fand ich Stück für Stück heraus, was geschehen war und bekam so eine wundervolle Sicht auf die auf wissenschaftlichen Thesen basierende Welt.

Als die Geschichte dann kurz davor stand, immer in gleichen Bahnen zu verlaufen, flocht Thomas Thiemeyer weitere Ideen ein, die mich begeistern konnten und die Komplexität des Weltenentwurfs um einiges steigerten. Ich möchte darauf nicht näher eingehen, doch es sei verraten, dass mir die ersten Szenen ein Grinsen ins Gesicht zauberten – warum, müsst ihr selbst herausfinden.

Während sich die Lage für die Gruppe Jugendlicher immer weiter zuspitzt und neue Entwicklungen die Neugier schürten, steigt die Bedrohung konstant an, ehe der Autor den ersten Band vorerst zufriedenstellend beendet. Natürlich sind noch sehr viele Fragen offen, auf die ich mich in den Fortsetzungen sehr freue.

Der Erzählstil des Autors ist wie erwartet fesselnd. Thomas Thiemeyer hält sich nicht mit unnötigen Beschreibungen auf und schafft dennoch eine Atmosphäre, die den Leser mitzureißen weiß. Gelungene Charaktere, die erst nach und nach ihre Tiefe aufzeigen, runden das Gesamtbild ab.

Der Sprecher Mark Bremer war absolut authentisch - insbesondere natürlich bei Jems und den weiteren „männlichen“ Perspektiven. Ich fand es auch sehr gelungen, dass verschiedene Ton-Effekte (Durchsagen am Flughafen, im Flugzeug oder später mit den "Walkie-Talkies") eingefügt wurden, was das Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis machte.
„Die Stadt der Überlebenden“ ist ein gelungener Auftakt einer komplexen Welt, in der alles von Menschen erschaffene längst vergangen ist. Der Klappentext gibt nicht im Ansatz preis, was wirklich dahinter steckt. Konstante Spannung und Gefahr, neue Entwicklungen und gelungene Charaktere schaffen ein Gesamtwerk, das fesselt und mitfiebern lässt. Thomas Thiemeyers Werk wurde von Sprecher Mark Bremer auf mitreißende Art Leben eingehaucht. Verdiente 5 Bücher für den Auftakt der „Evolution“-Trilogie.
1. Evolution – Die Stadt der Überlebenden
2. Evolution 2 – Untertitel steht noch nicht fest (Erscheinungstermin Januar 2017)
3. Evolution 3 - Untertitel steht noch nicht fest (Erscheinungstermin Juli 2017)




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Kommentare:

  1. Hey Steffi,

    ganz tolle Rezi, dank der das Buch nun ein paar Plätze höher wandert in meiner Wuli ;-)
    Es klingt auf jeden Fall nach jeder Menge Spannung und Action.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Genau das war es auch. Ich hätte am liebsten genau geschrieben, was mich im Laufe der Seiten so begeistert hat, aber das wären fiese Spoiler gewesen. :'(
      Den WuLi-Platz hat es definitiv verdient. :-)

      Ganz liebe Grüße

      Steffi

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  2. Halli hallo

    Ahhh jetzt bin ich umso gespannter wie es mir ergehen wird und am liebsten möchte ich sofort anfangen...;)

    Muss mal am Montag bei Thalia nachfragen wo eigentlich meine Bestellung bleibt ;)

    Liebste Grüsse
    Bea

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    1. Ich hoffe, es geht dir genauso wie mir :-)

      Viel Spaß und liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay