Donnerstag, 5. Mai 2016

♂ Die Geheimnisse der Âlaburg (Greg Walters) [Rezension]

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„Âlaburg, komm, höre mich an,
diese Entscheidung nur du treffen kannst.
Ein neuer Student kommt her zu dir,
zu lernen, zu dienen, ganz wie wir.
Drum binde ihn jetzt an seine Bruderschaft,
auf dass er dieser Ehre macht.
…“
(S.91, 20%)
Tief im Wald liegt die Hütte von Gerald und seinem Lehrling Leik. Leik soll auf dem Markt Felle verkaufen. Der Heimweg wird weit sein und außerdem zieht ein Sturm auf. Ein Fremder zahlt ein besonders wertvolles Fell an, doch dann erscheint er nicht zur vereinbarten Zeit. Das schlechte Gewissen lässt Leik auf den Fremden warten, denn er will ihn nicht betrügen und mit dem angezahlten Geld verschwinden.

Der Sturm gewinnt an Kraft, Leik hinterlegt das Fell in einem Gasthof, um den Heimweg anzutreten. Der Weg nach Hause birgt Gefahren. Sogar größere Gefahren, als Leik gedacht hat. Denn plötzlich ist sein Leben bedroht.

Sie sind zurück. Leik weiß nicht, wie ihm geschieht. Er wird angegriffen. Doch Gerald schätzt die Gefahr richtig ein. Es gibt nur noch eine Möglichkeit zu entkommen. Die Flucht. Und plötzlich findet sich Leik in einer Welt wieder, wie er sie sich einerseits erträumt, andererseits aber auch gefürchtet hat. Nun gilt es zu bestehen!
Mehr oder weniger zufällig bin ich auf „Die Geheimnisse der Âlaburg“ gestoßen. Meine Neugier war geweckt, der Klappentext sprach für sich, nun wollte ich erfahren, welche Geschichte mich hier erwarten würde.

So wurde ich gleich zu Beginn mit dem jungen Leik bekannt, der im Auftrag seines Meisters Gerald Felle auf dem Markt verkauft. Gerald ist ein Jäger. Er hat Leik als Baby aufgenommen und erzogen, da seine Eltern nicht bekannt sind. Nachdem Leik nun das richtige Alter erreicht hat, darf er im Auftrag seines Meisters allein zum Markt, um erbeutete Felle zu verkaufen. Doch sein Alter bringt auch Tücken mit sich, denn er hat einen Blick auf die junge Drena geworfen, die am Stand ihres Onkels Nüsse verkauft. Doch Drena ist nicht am vereinbarten Treffpunkt. Die Hoffnung in Leik bleibt, doch er muss den Heimweg antreten.

Die Begegnung mit etwas Unbekanntem, Unheimlichen und Bedrohlichen ändert das Leben von Gerald und Leik schlagartig. Sie müssen handeln um zu überleben, sich von Dingen trennen, die sie liebgewonnen haben. Einzig und allein ihre Sicherheit hat oberste Priorität.

Und nun beginnt die Handlung eigentlich erst richtig. Leik wird fortlaufend mit Dingen konfrontiert, die er sich nie zu erträumen wagte. Plötzlich ist er Bestandteil von etwas Unbegreiflichen, und darüber hinaus ausgestattet mit einzigartigen Fähigkeiten. Diese zu kontrollieren, fällt ihm schwer. Dass es ihm gelingen muss, ist ihm schnell klar. Der Rausch jedoch beherrscht seine Sinne.

Greg Walters konnte mich vorerst direkt von Beginn seiner Geschichte an wirklich abholen. Ich tauchte ein in eine Welt, die teils hart, dennoch faszinierend auf mich wirkte. Der Autor wählte zur Präsentation seiner Geschichte die Vergangenheitsform in dritter Person und beschrieb diese aus verschiedenen Sichten. Obwohl ich wirklich an die Geschichte gebunden wurde, fehlten mir anfangs doch ein bisschen die tonalen Interaktionen, sprich Dialoge, zwischen den Charakteren, die aus meiner Sicht zumindest bis dahin etwas kurz kamen. Denn genau diese führen dazu, dass Handlungen erleb- und fühlbarer werden. Dem entgegen wiederum empfand ich so manche Beschreibung etwas überdetailliert und hätte mir mehr Fokus auf den Fortgang der Geschichte gewünscht. Dazu kommt, dass der Aufbau mit vielen eingebauten Absätzen doch eher ungewöhnlich wirkte und beim Lesen dann zeitweise so manchen kleinen Stopp mit sich brachte. Doch der Weltentwurf des Autors insgesamt hatte mich definitiv gefangen, ich wollte immer wissen, welche Richtung die Handlung nehmen würde.

Die Charaktere fand ich übergreifend gut getroffen und gewählt. Sie waren sehr vorstellbar dargestellt und zeichneten sich durch ihre Individualität aus. Immer hatte ich ein Bild der handelnden Person vor Augen, hegte Sympathien und Antipathien. Von dem einen oder anderen wurde ich sogar überrascht. Die Charaktervielfalt ist dem Autor aus meiner Sicht damit absolut gelungen.

Die eingebaute Lovestory fühlte sich für mich allerdings etwas künstlich und nicht unbedingt greifbar an. Ich will darauf gar nicht näher eingehen, aber Menschen, die bisher lediglich wenige Worte miteinander gewechselt haben, können keine so tiefgehenden Gefühle füreinander hegen, wie ich sie hier gelesen habe. Doch für das Storyboard waren auch diese natürlich genau richtig eingebaut, um eine weitere Entwicklung der Handlung zu garantieren.

Die Ideen, die Greg Walters hier eingesetzt hat, sind im High-Fantasy-Thema sicherlich nicht ganz neu und zeichnen Parallelen zu uns allen bekannten Geschichten, dennoch war die Umsetzung für mich erfrischend mit erweiternden Gedanken verbunden, die der Geschichte wieder ihren eigenen Stempel verpassen.

Insgesamt konnte mir Greg Walters einen überaus gelungenen Lesegenuss bescheren. Ich bin froh, auf die Geschichte aufmerksam geworden zu sein. Mit einem gelungenen Ausklang des Buches ist es dem Autor außerdem gut gelungen, mich auf die Fortsetzung neugierig zu machen, die ich mir auf jeden Fall gönnen werde.
Die Geheimnisse der Âlaburg“ garantiert spannende und abwechslungsreiche Lesestunden mit High-Fantasy-Helden, die es erst noch werden müssen, sich aber auf dem richtigen Weg befinden, Großes zu vollbringen. Meine Lesestunden in Leiks Welt sind mir auf alle Fälle gute 4 Bücher wert.

Für alle, die unerschrocken ihren Weg gehen, dabei Entbehrungen ertragen können und immer an ihre Chance glauben ohne aufzugeben.
1. Die Geheimnisse der Âlaburg
2. Die Legenden der Âlaburg
3. Noch nicht bekannt
4. Noch nicht bekannt



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Kommentare:

  1. Hallo Kay,

    danke für die tolle Rezi. Ich bin schon oft über das Buch gestolpert und konnte mich nie dazu aufraffen in die Geschichte einzutauchen, das liegt bei mir aber auch daran dass mich das Cover null anspricht.:-(

    Du hast meine Sicht wieder ein stückweit geändert und ich werde es lesen! Nicht heute und nicht morgen, aber ich werde es lesen.

    Sonnige Grüße
    Kerstin

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    1. Liebe Kerstin,

      ich kann absolut verstehen, dass du vom Genre erstmal etwas abgeschreckt bist. War ich ja auch...Schön auf jeden Fall, dass ich dich, wenn auch nicht gleich, so doch aber "aufraffen" konnte. Vielleicht hast du mit der Geschichte ja auch so viel Spaß wie ich :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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Steffi & Kay