Donnerstag, 3. März 2016

♂ Blut und Feuer - Die Überlebenden (Alexandra Bracken) [Rezension]

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„Ein unbehagliches Gefühl, dasselbe, das seit Wochen auf meiner Schulter hockte und mir düstere Prophezeiungen ins Ohr flüsterte, verwandelte sich in ein glühend heißes Messer in meiner Brust – drang langsam tiefer ein und zerriss alles in seiner Nähe.“
(S.16)

„Das Leben hatte die lästige Angewohnheit, mich aufzuheben, um mich dann wieder zu Boden zu stoßen.“
(S.103)
Umzingelt von Regierungstruppen und nah einem Verrat der Agenten verharren Ruby und die anderen Kinder in Los Angeles in einem geheimen Versteck. Alle warten auf die Chance, der Falle zu entgehen. Ruby und Cole haben einen Plan, aber die Lage bleibt gefährlich. Nun gilt es, die sich ergebende Möglichkeit zu nutzen. Rubys Gabe ist für die Flucht sehr nützlich. Tatsächlich läuft alles wie geplant. Und doch ist die größte Gefahr immer in ihrer Nähe. Denn sie haben einen Gefangenen. Clancy Gray – den Sohn des Präsidenten.
Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich die ersten beiden Teile dieser Reihe gelesen habe. Und doch war ich nun neugierig auf den finalen Band „Blut und Feuer – Die Überlebenden“. Das Buch musste schnellstmöglich bei mir einziehen. So konnte ich nun auch gleich mit dem Lesen beginnen.

Auf den ersten Seiten merkte ich dann auch wirklich schnell, dass die Zeit zwischen den Vorgängerbänden und dem Finale tatsächlich sehr lang war. Denn es fiel mir tatsächlich schwer, mich wieder in der von Alexandra Bracken erschaffenen Welt zurecht zu finden. Ab und an wurden in der Folge immer wieder Orientierungspunkte von der Autorin gesetzt, die so manche Erinnerung aus der Vergangenheit aufflackern ließen. Aber von diesen Anfangsschwierigkeiten ließ ich mich natürlich nicht abhalten. Die Erinnerungslücken konnte ich zwar während der ganzen Geschichte nicht vollends schließen, doch konnte ich den Ideenfluss der Autorin und die Handlungen zum Großteil genießen.

Die Geschichte wird konsequent aus der Ich-Perspektive Rubys in Vergangenheitsform erzählt. Alexandra Bracken führte mich dabei mit ihrem angenehm zu lesenden Schreibstil zielsicher durch die Handlung. Auch wenn ich an einigen Stellen den Eindruck hatte, nicht wirklich in der Geschichte voranzukommen, setzte die Autorin gelungene Spannungsakzente und steigerte nachfolgend die Geschwindigkeit. Auch hat es Alexandra Bracken nicht versäumt, mit Wendungen zu überraschen und mich damit letztendlich kurzzeitig in die Irre zu führen. Die Autorin verzichtet hierbei auf ausufernde Beschreibungen, wobei die Szenerie für mich dabei jederzeit vorstellbar blieb und meiner eigenen Fantasie genügend Raum gelassen wurde.

Auch bei den Charakteren blieb Alexandra Bracken ihrer Linie treu und entwickelte sie spürbar weiter. Aus der Protagonistin Ruby ist zwischenzeitlich eine selbstbewusste junge Frau geworden, die gelernt hat, ihre Gabe zu beherrschen und zielführend einzusetzen. Vorübergehende Handlungsunsicherheiten ihrerseits ließen sie nachfolgend noch stärker und konsequenter werden. Ruby ist bereit, für die Gemeinschaft einzustehen und ihr eigenes Wohlergehen hintenan zu stellen.
Die in die Handlung eingebettete Liebesgeschichte zwischen Ruby und Liam wirkte gut dosiert und nicht überbordend. Die eingeflochtenen Szenen führten immer wieder zu aufflackernden Emotionen, die dabei nicht zu übertrieben erschienen.

Einen sehr faszinierenden Charakter stellte definitiv Clancy dar. Seine starke Gabe wirkt, nicht nur auf Ruby, abstoßend und anziehend zugleich. Das Martyrium, dem er vormals entgehen konnte, hat dazu geführt, dass er seine Fähigkeiten vorrangig nur für seine eigenen Pläne und Interessen einsetzt. Dabei vernachlässigt er Risiken für andere Menschen, auch für Personen, die ihm nahe stehen.

Alexandra Bracken entwickelte mit ihrer Idee ein durchaus nicht undenkbares Szenario, das definitiv zum Nachdenken anregt und menschliche Abgründe aufzeigt. Die dennoch immer wieder aufkeimende Hoffnung auf eine Lösung des Konfliktes trägt diese Geschichte und ließ auch mich neugierig voranschreiten. Natürlich gab es auch immer wieder Rückschläge, riesige Felsbrocken wurden Ruby auf ihren Weg in die ersehnte Freiheit gelegt und doch gab es kein Aufgeben, keine Resignation.

Zum Ende hin steigert Alexandra Bracken die Spannung mit jeder Seite, lässt diese ungeahnte Höhen erklimmen. So war es dann für mich nicht denkbar, das Buch zur Seite zu legen. Nach diesem Spektakel gab mir die Autorin mit einem beruhigenden Ausklang noch die Gelegenheit, mich entsprechend von der Geschichte, die ich nun über drei Bände begleitet habe, zu verabschieden. Abschließend kann ich für mich feststellen, dass ich die Reihe von Alexandra Bracken genießen konnte, die Idee und die Umsetzung sehr gut gelungen sind. Damit verabschiede ich mich mit einem lachenden Auge von der Reihe, weil ich viele schöne Lesestunden erlebt habe, und einem weinenden Auge, weil die Reihe nun zu Ende ist.
„Blut und Feuer – Die Überlebenden“ entführte mich in eine Welt, in der Angst und Hoffnung sich die Waage halten, grausame Szenarien an der Tagesordnung sind und Unterdrückung und Machtgier der Normalität entsprechen. Meine teils aufwühlenden Lesestunden an der Seite von Ruby belohne ich deshalb mit sehr guten 4 Büchern.

Für alle, die nicht nur an ihre eigenen Ziele denken, dabei konsequent eine Lösung suchen und Ungerechtigkeiten nicht akzeptieren wollen.
1. Die Überlebenden (Rezension)
2. Furchtlose Liebe – Die Überlebenden (Rezension)
3. Blut und Feuer – Die Überlebenden



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Kommentare:

  1. Hallo ;-)
    Eine wirklich tolle Rezension !
    Bei den angesprochenen Zeitabstand und den daraus entstandenen Lücken konnte ich nur zustimmend nicken. Ich habe zwei oder drei Kapitel gebraucht, um darauf zu kommen, wer denn nun Cole war. Alle anderen waren mir sofort präsent, aber da musste ich rätseln.
    Die Entwinklung der Charaktere hat mir ebenfalls gefallen. Ich glaube, die Geschichte/der gute Plot kommt er durch sie richtig zur Geltung.
    Liebste Stöbergrüße,
    Hibi

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    1. Huhu Hibi,

      auch ich kann gerade nur nicken, wenn ich deinen Kommentar lese...Cole wer??? Zum Glück waren ja schon immer zumindest kleine Rückblenden eingebaut, sonst hätte ich echt den Anschluss verloren. Aber insgesamt war es wirklich wieder eine gute Geschichte und ich hatte Spaß beim Lesen :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  2. Hey Kay,

    ich bin gerade bei den letzten 40 Seiten des Buches angekommen und liebe es. Die Charaktere sind sooo toll. Auch wenn einer meiner Lieblingscharaktere es nicht geschafft hat :-(

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,

      es ist wirklich eine richtig tolle Reihe! Man sollte sie gelesen haben :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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Steffi & Kay