Sonntag, 28. Februar 2016

♀ Der Ruf des Henkers (Björn Springorum) [Rezension]

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England in der Mitte des 19. Jahrhunderts…
Der Tod zieht in Gestalt des düsteren und ungeselligen William Calcraft durch das Land. Diese Tätigkeit, die Zurschaustellung des Todes und das damit verbundene Spektakel führt den Einzelgänger in ein kleines Küstendorf. Dort trifft er auf Richard Winters, der von der Unschuld „seiner“ Elizabeth überzeugt ist.
Kurzerhand gibt der Henker das Leben des Mädchens frei und nimmt Richard als Lehrling an.
An der Seite des geheimnisvollen William Calcraft lernt Richard mehr und mehr über den Tod – und das Leben.

Doch seine wahre Berufung ist eine ganz andere.
Der Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht und so konnte ich es kaum abwarten, in das historisch-fantastische Setting einzutauchen.

Schnell wurde ich nach einem kurzen Prolog mit dem Tod konfrontiert, der mit dem Job als Henker einhergeht. Björn Springorum schilderte mir die Geschichte aus verschiedenen Ich-Perspektiven in Vergangenheitsform und brachte mir so die Hauptcharaktere näher.

Neben dem düsteren, ungeselligen Calcraft, dem berühmtesten Henker seiner Zeit, gab es die Perspektive von Richard, der von seiner Art her gegenteiliger nicht sein könnte.
Später im Verlauf des Buches erhalten wir noch Einblicke in ein Tagebuch.

Durch die Perspektivenwechsel bekam ich Einblicke in die Köpfe der Handelnden, in ihre Gefühle und den Zwiespalt, in dem sich vor allem Calcraft befindet. Denn er ist weit mehr als ein normaler Henker. Auch wenn der Autor dieses Geheimnis selbst lange durch Auslassungen hinausgezögert hat, ging durch diese Offensichtlichkeit ein Großteil der Spannung verloren. Schließlich steht es bereits im Klappentext.

Diese offensichtlichen Hinweise ziehen sich durch die gesamte Geschichte, sodass selbst das Ende vorhersehbar war, was ich sehr schade fand. Ohne wirklich überraschende Wendungen las sich das Buch sehr zäh, vieles wurde überdetailliert geschildert und die Auslassungen bewirkten das Gegenteil von Spannung.

Auch kamen durch besagte Längen die Emotionen von Protagonist Richard kaum bei mir an, sodass ich nicht wirklich mit ihm mitfiebern konnte, mit ihm leiden konnte – sondern eher die Augen verdrehte, warum er das Offensichtliche nicht erkannte. Der Zielgruppe ab 13 sollte es ähnlich gehen.

Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen, die Illustration am Kapitelanfang und die anders gesetzten, teils hervorgehobenen Nachrichten und Briefe waren optisch ein Highlight. Bei der Sprache selbst bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie in das 19. Jahrhundert passt, da einige Ausdrücke doch sehr modern wirken. Hier bin ich aber kein Profi, das ist nur mein Gefühl. Ansonsten konnte der Autor die Zeit und seine Missstände gut aufzeigen, beruht die Geschichte doch auf einem Fakt, dem berühmt-berüchtigten Henker William Calcraft.

Der Fantasy-Anteil des Buches war sehr gering. Die Theorie hinter den Wesen, auf die Calcraft und Richard in Wahrheit Jagd machten fiel eher beiläufig und trotz aller Ausführlichkeit der anderen Handlungsstränge blieben weitere Erklärungen zum Großteil außen vor.

Was mir hingegen sehr gut gefiel, war die Auseinandersetzung mit dem Tod, der Akzeptanz seiner Unausweichlichkeit und der Konsequenz, das Leben zu genießen.

Nach einem actionhaltigen, aber sehr schnellen Showdown (im Vergleich zum Rest der Geschichte), lässt Björn Springorum „den Ruf des Henkers“ abgeschlossen ausklingen.
„Der Ruf des Henkers“ konnte meine durch Kurztext und Innenklappentext geschürten Erwartungen leider nicht erfüllen. Der Fantasy-Anteil war gering, die Handlung teils sehr langatmig und ereignislos. Die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Leben jedoch verleiht dem Buch eine Einzigartigkeit, sodass ich insgesamt 3 Bücher vergeben kann.



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Kommentare:

  1. Halli hallo

    Irgendwie reizt mich das Buch ;) vor allem die Thematik finde ich ganz interessant und ich mag ja auch diese Epoche sehr gerne.
    Ich habe jetzt mal mein Glück bei der Leserunde versucht mal gucken....;)

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Ich drücke dir ganz fest die Daumen und bin gespannt, was du dazu sagst :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  2. Ich hab das Buch noch ungelesen hier stehen. So hundertprozentig überzeugt hatte mich der Anfang der Leseprobe noch nicht und nach deiner Rezension bin ich mir auch unsicher. Ich hatte mir wegen der Andeutungen am Anfang schon einen etwas größeren Fantasy Teil vorgestellt...naja, ich bin mal gespannt wie mir das Buch gefällt ^^'

    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche =)
    Jenny

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    1. Ich ja leider auch :'(
      Hoffentlich gefällt es dir noch besser als die Leseprobe und du bist eher positiv überrascht :-)

      Dir auch einen guten Start in die Woche!

      Liebe Grüße


      Steffi

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  3. Dann bin ich ja mal gespannt, wie es mir gefallen wird! LG

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    1. Ich auch! :-)
      Viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße

      Steffi

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  4. Ich habe diesem Buch fast gekauft, aber es klingt wie es mir nicht gefallen wird.

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    1. Je nachdem, worauf du den Fokus legst. Ich fand es gut, hatte nur etwas zu viel/etwas anderes erwartet.

      Liebe Grüße

      Steffi

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  5. Hey ihr zwei :)

    ich hatte das Buch bei Anka von Ankas Geblubber schon gesehen und irgendwie sprach mich die Thematik sofort an. Meineswissen gibt es ja nicht so viele Bücher, in denen der Tod eine große Rolle spielen. Aber nach deiner Rezi, weiß ich nicht mehr, ob ich das Buch so dringend lesen will. Ich glaube es kann noch ein wenig warten...

    Liebe Grüße, Caterina

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    1. Die Thematik fand ich ja auch äußerst interessant und hatte mir vorgestellt, wie es parallel mit dem Fantasy-Anteil werden könnte... Und leider hat das zu hohe Erwartungen geschürt :'(

      Vielleicht trifft es deinen Nerv ja eher?

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. ich werde dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben :) Nur nicht in näherer Zukunft, da stehen noch andere auf der Liste, die regelrecht darum betteln, von mir gelesen zu werden. Und vielleicht kann es mich mehr begeistern als dich. Wobei 3 von 5 ja eigentlich auch nicht schlecht ist, aber halt auch nicht gut.

      Liebe Grüße, Caterina

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    3. Eben. Schlecht hat es sich auch nicht gelesen :-)
      Und das mit dem Rufen kenne ich - sind aktuell auch wieder sooooo viele :'(

      Liebe Grüße

      Steffi

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    4. ich glaube so lange es Bücher gibt, wird sich das auch nicht so schnell ändern ;) Aber lieber so, denn so geht der Lesestoff so schnell nicht aus ^^

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Steffi & Kay