Montag, 15. Juni 2015

♀ Das Licht von Aurora (Anna Jarzab) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
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Sasha kann es kaum fassen, als der beliebteste Junge der Schule, Grant Davis, sie in der Buchhandlung anspricht. Erst recht kann sie es nicht glauben, dass er sie besser kennenlernen will und sie – sie! – kurzerhand zum Schulball einlädt. Von so etwas konnte Sasha bisher nur träumen.

Etwas anderes als die Träume über diese Prinzessin Juliana, die in einem Schloss wohnt, über dem unentwegt Polarlichter schimmern und alles in ein seltsames Licht tauchen. Träume, die sie schon ihr ganzes Leben lang hatte.

Der Schulball ist ein voller Erfolg, Sasha und Grant kommen sich näher, bis Sashas Welt völlig durcheinandergerät, als sie in einem düsteren Keller zu sich kommt.

Derjenige, der sich als Grant Davis ausgegeben hat, heißt in Wahrheit Thomas und gehört zum KED, dem königlichen Elitedienst des Vereinigten Staatenbunds von Columbia. Sasha ist nicht länger in ihrer Dimension, sondern wurde entführt, um die verschwundene Prinzessin Juliana zu ersetzen, von deren Auftritt in den nächsten Tagen der Frieden des Vereinigten Staatenbundes abhängt.


Das wieder einmal wundervolle Cover hatte vom ersten Moment an meine Blicke auf sich gezogen (auch wenn ich das Kleid erst entdeckt hatte, als ich das Buch in der Hand hielt). Der Internettext hatte mich neugierig gemacht. Einzig allein der Vergleich mit „Selection“ hat mich etwas gestört und ich haderte mit mir, ob ich eine weitere „America“ erdulden könnte. Glücklicherweise konnten mich Sasha und ihre Geschichte weit mehr überzeugen.

Schon die ersten Seiten zeigen das Verschwinden von Juliana. Ihre Perspektive (in dritter Person erzählt) ist in einer serifenlosen Schrift gedruckt und kann so auch im späteren Verlauf jederzeit gut unterschieden werden.
Gleich darauf lernte ich Thomas kennen, von dem sofort klar ist, dass er nicht von unserer Welt kommt. Er redet über Dimensionen, über Analoge (den gleich aussehenden Personen in einer jeder Dimension) und schickt seinen eigenen Analog nach Aurora, um dessen Platz in unserer Welt einzunehmen.

Warum er dies tut wird im ersten Kapitel von Protagonistin Sasha (die eigentlich Alexandra heißt, was ich persönlich irgendwie irritierend fand) deutlich. Thomas ist an die Stelle von Grant getreten, dem beliebtesten Jungen an der Schule, schleicht sich so in Sashas Leben ein und nimmt sie sogar mit zum Abschlussball. Ein Abschlussball ist es wirklich, denn gleich darauf findet sich die Ich-erzählende Sasha in einem Keller wieder und wird mit wilden Tatsachen konfrontiert. Nachdem sie sich gesträubt hat und entkommen konnte, sieht sie ein, dass sie in dieser Dimension nicht frei herumlaufen kann. Denn hier – in Aurora – hält sie jeder für Prinzessin Juliana, die zukünftige Königin.
Sasha geht einen Handel ein, der sie hoffentlich wieder nach Hause führen wird, tritt an die Stelle der echten Prinzessin und lernt die Schattenseiten ihres Lebens kennen – und bald schon ihren Verlobten Callum.

Erst im Laufe der Zeit zeigten sich ein paar kleinere Parallelen zum genannten „Selection“. Die Intrigen am Königshof (aber die sind in wirklich jeder Geschichte, die an Königshöfen spielt, denke ich, ebenso wie die Schattenseiten der glamourösen Welt), aber vor allem die potentiellen zwei Love-Interests. Thomas hat das Leben seines Analogs Grant übernommen, weil dieser Sasha schon mit seinem guten Aussehen zum Herzklopfen bringen konnte. Callum, der Prinz des verfeindeten Staates Farnham, gleicht einem Teenie-Star auf der Erde bis aufs Haar und ist Sasha alles andere als abgeneigt. Doch Sashas Gefühle sind eindeutig und sie hängt nicht in einem Liebesdreieck herum.

Was ich an Selection mit am meisten kritisiert habe (dass man von Rebellion und Co. kaum etwas mitbekommt und lediglich Americas Gefühlschaos und der Zickenkrieg thematisiert wird), trifft für „Das Licht von Aurora“ nicht zu. Gezickt wird lediglich mit der Regentin, Julianas Stiefmutter, da Sasha ihre Rolle schließlich gut spielen soll.

Auch führt die Autorin weitere Elemente ein, die es aufzuklären gibt. Wo steckt Juliana? Und was ist in dieser Dimension mit dem echten Grant passiert? So konnte mich Anna Jarzab durchweg bei der Stange halten und es wurde nie langweilig.

Der Schreibstil ist der jungen Protagonistin angepasst, leicht zu lesen und ab und an zeigt Sashas sogar einen Ansatz von Sarkasmus.

Stück für Stück wird das Rätsel um die Verbindung der Dimensionen etwas entschlüsselt und mit „wissenschaftlichen“ Thesen untermauert - was sich jetzt schlimmer anhört, als es ist (ich wollte nur den Unterschied zu „Selection“ noch einmal aufzeigen).

Der Einstieg und der Übergang nach Aurora waren kleine Spannungsmomente, die jedoch schnell wieder abflauten. Den Lesesog hielt die Autorin mit anderen Elementen aufrecht. Sie streute kleine Details ein, die Rätsel aufgeben, hielt mich mit dem Wissen um diese Analog-Welt von Aurora und weitere Elemente ihres Weltenentwurfs bei Laune, so dass mir nie langweilig wurde. Dennoch stieg die Spannung im Laufe der Geschichte und steuerte auf das unweigerliche Ende zu – zumindest das Ende dieses ersten Bands. Ich hoffe, ich kann schon bald wieder nach Aurora zurückkehren, um die anderen Geheimnisse zu entschlüsseln.
„Das Licht von Aurora“ hat nur sehr wenig mit dem verglichenen „Selection“ gemeinsam. Ich mochte die starke Protagonistin Sasha, mochte selbst die sich anbahnende Dreiecksgeschichte und die wissenschaftlichen Thesen bezüglich der interdimensionalen Reisen. Gemischt mit dem einfachen Schreibstil und der ständig ansteigenden Spannung belohne ich „Das Licht von Aurora“ mit ganz knappen 5 Büchern.
1. Das Licht von Aurora
2. Originaltitel: Tether (Many-Worlds #2)

3. ? (Many-Worlds #3)





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Kommentare:

  1. Das klingt ja wirklich sehr interessant. Sobald mein SuB endlich mal etwas abgearbeitet wurde, setze ich das mal mit auf die Liste :D Tolle Rezension!
    http://buecherfunke.blogspot.de/

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    1. Dankeschön! Und ich kann es sowas von weiterempfehlen!

      Viel Spaß, wenn es so weit ist <3

      Liebe Grüße

      Steffi

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  2. Hallo, :)
    das Cover ist wirklich toll und das Kleid habe ich erst gesehen, als du geschrieben hast, dass es eines gibt. :D
    Der Inhalt klingt für mich etwas verwirrend, wenn du von Analog und dergleichen schreibst, aber das scheint sich zu geben, wenn man das Buch selber liest.
    Für mich auf jeden Fall einen Blick wert und Danke für die schöne Rezension. :)

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Das erklärt sich wirklich ganz schnell und problemlos, nur hätte es sicher 10 Sätze mindestens gekostet, den Begriff verständlich zu erklären - was den Rahmen der Rezension sprengen würde :-/

      Lies unbedingt mal rein! Ich fand die Idee so frisch und absolut gelungen.

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. Das ist auch verständlich, dass du den Begriff nicht erklären kannst, und auch gut, weil dann die Spannung gesteigert wird, was es damit auf sich hat.^^
      Auf der Wunschliste steht es inzwischen schon. :)

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  3. klingt wirklich ganz cool - v.a. wenn es die "Fehler" von Selection nicht hat,
    aber das Cover ... puhh das sieht echt aus als hätte sich jemand keine Mühe gegeben .. gefällt mir irgendwie gar nicht. Vielleicht siehts ja in echt schöner aus. ich meine, wieso ist ein Kleid am Himmel?? .. das macht keinen Sinn
    LG, Anja

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    1. Ich mag es normalerweise nicht, wenn man in der Rezension Vergleiche zieht. Hier wollte ich aber explizit "warnen" - diejenigen, die auf alleiniges Liebesdreieck stehen, werden enttäuscht sein (was das Buch echt nicht verdient hat). Diejenigen, die Selection nicht unbedingt mochten (wie ich) würden nicht zugreifen - obwohl sie es potentiell mögen würden.

      Ich fand das Cover eigentlich ganz schön (hab das Kleid ja wirklich erst in live überhaupt "gesehen" - ich blinder Mensch). Aber wenn du so fragst... vielleicht wegen ihrer Träume? o.O Keine Ahnung. :-)

      Liebe Grüße - und gib dem Inhalt eine Chance ;-)

      Steffi

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  4. Halli hallo

    Also ich war jetzt direkt froh über deinen Vergleich mit " Selection" ;) eine zweite America würde ich nicht nochmals aushalten...
    Das Buch behalte ich auf jeden Fall im Auge, denn es tönt definitiv nach etwas was ich so noch nicht gelesen habe.

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Genau deshalb hab ich es ausnahmsweise reingeschrieben - ich mag diese Vergleiche nicht, weil sie die Erwartungen immer in eine bestimmte Richtung schubsen - was hier eindeutig schlecht ist.
      Diejenigen, die America geliebt haben, werden Sasha nicht mögen, viel zu wenig Liebesdrama - und diejenigen, die Selection nicht so begeisternd fanden, wollen "Aurora" vielleicht nicht lesen, was echt schade wäre.

      Ich bin gespannt, was die anderen Rezensenten so sagen.

      Liebe Grüße

      Steffi

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  5. Guten Abend,

    derzeit gibt es wirklich so viele tolle Bücher, die es lohnt zu lesen. Dieses steht auch noch auf einer WuLi ;)

    Liebe Grüße,
    ruby

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    1. Oh ja, da kommt grad eins nach dem anderen... Dieses hier ist definitiv ein Platz für die oberen Ränge der Wunschliste <3

      Liebe Grüße

      Steffi

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  6. Huhu Steffi,

    toll das dich das Buch so überzeugen konnte. Mich leider nicht so wirklich :-( Mir war Sasha viel zu naiv und gutgläubig. Und Thomas war mir zu Anfang total unsympathisch.
    Na so unterschiedlich sind die Geschmäcker.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Echt? Du mochtest Selection, oder?
      Ich bin ja mit America so absolut nicht warm geworden und hab wirklich das Schlimmste erwartet - das dann nicht eintraf.
      Und ich glaube Thomas sollte auch nicht wirklich sympathisch sein - zumindest am Anfang :-)

      Immer wieder interessant, wie andere empfinden :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. Jep, ich mochte Selection :-) Kann aber jeden verstehen, der es nicht gut findet. Da mich manche Dinge auch gestört haben, zum Glück nicht so sehr wie euch.

      Ich stimme dir aber zu, dass man die beiden Bücher nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Bis auf das Königshaus haben sie eigentlich nicht viel gemein.

      Ja stimmt schon, aber bei mir konnte er danach nur ganz langsam punkten. Mir tat dafür einfach Sashas Großvater viel zu sehr leid und natürlich auch Grant. Ich fand es fürchterlich, wie wenig Sasha sich zu Beginn für sein Schicksal interessiert hat.

      Liebe Grüße
      Sandra

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    3. Ich hab es für mich erstmal einfach so hingenommen, dass sie ja selbst total aus allem Bekannten herausgerissen wurde... Daher hab ich ihr das verziehen :-D
      Aber ich kann dich verstehen. :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  7. Von Anna Jarzab hab ich schon ein anderes Buch gelesen (vor 4 Jahren oder so): "Das kalte Herz der Schuld". Das hat mir aber leider nicht sooo gut gefallen. Nachdem du aber so begeistert warst, kommt dieses Buch nun doch auf meine Wunschliste ;)

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    1. Das kenne ich nicht :-/
      Aber "Aurora" war klasse - der Wunschlistenplatz ist verdient :-)

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    2. Freu mich schon drauf :)

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  8. Hallo Steffi,
    du hast mit deiner Rezension den Nagel auf den Kopf getroffen. Mir hat das Buch auch echt gut gefallen.
    Den Vergleich mit Selection finde ich nicht gelungen. Die Geschichte ist ganz anders.

    Hoffentlich geht es schnell weiter!

    :-*
    Sabrina

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    1. Zum Glück ist der Vergleich falsch :-)

      Ich will auch ganz schnell wissen, wie es weitergeht.

      :-*

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  9. Dieses Buch steht schon seit einer Weile auf meiner Wunschliste. Da kommt ja bald der zweite Teil, oder? Auf jeden Fall bestätigt mich die Rezension, das Buch alsbald zu besorgen ;)
    Viele Grüße
    Monja
    #Clockwork

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    1. Es ist wirklich richtig toll. Im Januar wird es eine mega Leseaktion bei uns und ein paar weiteren Bloggern geben, ehe im Februar Band 2 erscheint.
      Am 12.12. gibt es erste Infos dazu - da solltest du unbedingt vorbeischauen ;-)

      Ganz liebe Grüße und du bist im Lostopf

      Steffi

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Liebe Grüße

Steffi & Kay