Dienstag, 5. Mai 2015

♂ Geflutet (M. C. Conradt) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Menschenrechte waren seit Jahren kein Thema mehr, es ging lediglich um die Verteidigung der verbliebenen Ressourcen. Flüchtlinge spielten dabei keine große Rolle – es herrschte das Zeitalter der Gnadenlosigkeit.“
(S.37)
Mächtige Flutwellen lassen ganze Landflächen verschwinden. Tornados und Stürme ungeahnter Heftigkeit überrollen die Menschen. Naturkatastrophen treten in immer kürzeren Abständen auf. Die Ursache hierfür wird auf den natürlichen Klimawandel zurückgeführt.

Doch kann der Klimawandel tatsächlich in so kurzer Zeit diese Phänomene auslösen. Gibt es vielleicht einen anderen Grund? Viele Millionen Menschen sind bereits gestorben. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, wird es noch deutlich mehr Tote geben.

Mia Harding, Reporterin der Times, hat plötzlich Zugriff auf geheime Dokumente. Die Entschlüsselung gelingt gemeinsam mit dem mysteriösen Hackernetzwerk Destiny. Doch der Inhalt dieser Dokumente ist schockierend. Wenn diese Informationen an die Öffentlichkeit geraten, ist das Chaos vorprogrammiert. Und nun werden Mia und ihre Helfer von den einflussreichen und skrupellosen Drahtziehern gejagt. Denn zu viel steht auf dem Spiel!
„Geflutet“ habe ich überraschend vom canim-Verlag erhalten. Ich muss gestehen, dass ich das Buch eigentlich nicht auf dem Schirm hatte. Doch die Informationen, die ich dann zu dem Buch erhalten hatte, weckten meine Neugier und so begann ich mit dem Lesen.

Der Anfang war für mich dann auch wirklich ein richtiger Appetizer. Ich bekam definitiv Lust, mehr über die Geschichte erfahren zu wollen. Die Basis für einen guten Buchgenuss war also gelegt.

Auf den nachfolgenden Seiten erhielt ich weitere Informationen. Viele Informationen. Informationen, die mein Durchhaltevermögen an manchen Stellen fast überfordert haben. Erklärungen zu Technik und Wirkungsweise bestimmter Konstellationen und Auswirkungen hielten mich an den Seiten fest; den Inhalt einer Seite musste ich im Nachhinein auf mich einwirken lassen, um die Aussagen verstehen und greifen zu können. Insgesamt wirkte der Plot, trotz des hochexplosiven Themas, auf mich bis dahin etwas zäh und mit Längen versehen. Selbstverständlich blieb ich an der Geschichte dran, denn natürlich hat die Idee eine Chance verdient.

Nachfolgend kam der Lesefluss dann doch etwas mehr zustande. Die anfangs von mir bemerkten Wortdopplungen in einzelnen Absätzen verschwanden zunehmend. In den eingebauten Dialogen fand ich dann jedoch neue Stolpersteine. Denn diese waren für mein Empfinden teilweise als Monologe ausgelegt. Ich wusste mitunter nicht mehr, ob ich noch in der Aussage eines Charakters stecke oder die Geschichte bereits ihren Fortlauf genommen hatte.

Den Schreibstil von M. C. Conradt möchte ich an dieser Stelle, sagen wir mal als grundsätzlich gut lesbar aber hart auslegen. Hart in dem Sinne, dass ich aufgrund der o. g. Empfindungen immer wieder auf Ecken und Kanten gestoßen bin, die ich erstmal wegstecken musste. Die Geschichte wurde dennoch stetig vorangetrieben. Für die Erzählung des Plots hat der Autor als Basis die Vergangenheitsform in dritter Person gewählt. Die Sichtweisen wechseln immer wieder und geben die Geschichte damit aus verschiedenen Blickwinkeln wider.

Die vermeintliche Protagonistin Mia ist selbstbewusst und zielstrebig. Doch die Mittel, die sie für ihren Erfolg einsetzt, haben ihr schon einige Sympathiepunkte bei mir gekostet. Doch der Zweck heiligt die Mittel und so sieht das Real-Life nun mal aus. Nach ihrem „Einsatz“ konnte sie hier jedoch mit den weiteren Entwicklungen wieder etwas aufholen und mich ihr Handeln dann etwas vergessen lassen. Im Endeffekt wirft sie alle Bedenken über Bord und gibt ihr Bestes für den gemeinsamen Erfolg. Setzt sogar ihr Leben aufs Spiel, würde sich opfern.

Insgesamt waren die Charaktere eher oberflächlich gehalten. Dennoch konnte ich meine Phantasie spielen lassen und hatte so gewisse Merkmale der handelnden Personen immer präsent.

Die Basis für M. C. Conradts Geschichte ist seit Jahren aktuell und wird mit Sicherheit auch in der Zukunft aktuell bleiben. Der Klimawandel ist uns allen alltäglich präsent. Die Idee für die Ursache des Ganzen selbst bietet eine Menge Potential. Hier wurde aus meiner Sicht definitiv auch ein Grundstein gelegt, der zum Nachdenken anregen kann.

Das Ende von „Geflutet“ war vorhersehbar befriedigend für mich ausgestaltet. Ein anderes Finale hätte auch wirklich nicht zu dieser aufrüttelnden Geschichte gepasst. „Geflutet“ ist aus meiner Sicht alles in allem ein durchaus gelungener Debütroman, den es zu lesen lohnt. 
Geflutet“ bietet Szenarien, die Verschwörungstheoretikern definitiv gefallen und glaubhaft dargestellt werden. Meine Einblicke in mögliche Entwicklungen zum Weltuntergang sind mir auf jeden Fall 3 Bücher wert.

Für alle, die übermächtigen Gegnern standhalten, ihre Ziele dabei bedingungslos verfolgen und alle Kraft zur Rettung der Welt einsetzen können. 




Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

Kommentare:

  1. Das Buch hatte ich auch noch gar nicht auf dem Schirm, aber der Inhalt klingt gut!
    Vielleicht schaue ich da mal näher rein, wenn es mir irgendwo begegnet.
    Schöne Rezension :)

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Jessi,

    verdient hat das Buch einen Blick auf jeden Fall. Und, dankeschön:-) Freut mich, wenn ich dich neugierig machen konnte ;-)

    Liebe Grüße

    Kay

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay