Samstag, 23. Mai 2015

♀ Das Herz der Harpyie (Rebekka Pax) [Rezension]

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Schon seit längerem träumt Milena, dass sie durch die Gegend fliegt wie ein Vogel. Doch nicht nur das: Sie beobachtet, wie jemand stirbt und trägt das Seelenlicht dann in die Unterwelt, wieder und wieder.

Bis sie dem kommenden Tod von John beiwohnt. Sie will ihn nicht sterben lassen, nimmt daher nicht sein Licht hinfort, sondern das seines Widersachers. Und schnell ist klar, dass es nicht nur Träume waren und Milena sich die Rache der Göttin zugezogen hat.

John hat diese Begabung: Er kann Gräber, Tote, sehen. Natürlich erzählt er niemandem davon, um nicht für verrückt gehalten zu werden. All das macht erst einen Sinn, als er von einer uralten Wette unter Göttern erfährt.
Durch das Cover neugierig gemacht, habe ich mich – ohne noch einmal den Klappentext zu lesen – in die Geschichte gestürzt.

Dass „Das Herz der Harpyie“ einen mythologischen Hintergrund hat, war klar. Wie weit dieser gehen würde, hingegen nicht. Nachdem die Protagonistin Milena in „das Schicksal“ eingegriffen und John das Leben gerettet hat, befindet sie sich plötzlich der Göttin Aeollo gegenüber, die ihr ein Ultimatum stellt: Sie muss ihren Fehler wiedergutmachen und John töten oder „ihrer Liebe“ wird etwas geschehen. Als Milenas Ex-Freund, den sie noch immer liebt, danach im Koma liegt, ist klar, was Milena tun muss. Doch die Begegnung mit John ist ganz anders, als erwartet. Denn auch seine Schicksalsfäden liegen in göttlicher Hand.

Die Idee von „Das Herz der Harpyie“ fand ich wirklich gelungen. Die aus zwei Perspektiven (Milena und John) erzählten Handlungsstränge steuern unwillkürlich aufeinander zu und als Leser ist man jederzeit gespannt, wie es weitergehen wird.

Rebekka Pax‘ Schreibstil war leicht zu lesen, fühlte sich jedoch „älter“ an als die meisten Bücher der ab-14-Kategorie. Die Autorin führte mich durch die Geschichte und ließ mich mit den Charakteren mitzittern, wenngleich sich klitzekleine Längen einschlichen, wenn Milena zu viel nachdachte und hin und her überlegte. Darüber konnte ich jedoch locker hinwegsehen, denn die Spannung steigerte sich mit jedem Kapitel. Vor allem, da sich die Beziehung der beiden Hauptcharaktere immer weiter entwickelt.

Die vielen göttlichen Bekanntschaften und Rebekka Pax‘ Interpretation des Olymp fand ich sehr gelungen, wenngleich mir – als Vielleser in Sachen Mythologie – die Erklärungen und Hintergründe zu diesen - beinahe zu viel waren.

Gegen Ende rennt die Zeit gegen Milena und John an und ein gelungener Showdown kitzelt jegliche Höhen und Tiefen aus dem Plot heraus.

Das Ende ist zufriedenstellend, man könnte die Geschichte dennoch irgendwann fortsetzen.
„Das Herz der Harpyie“ strotzt mehr vor Göttern und Mythologie, als der Klappentext einem verrät. Ein Abenteuer mit alten Fehden, göttlichen Begegnungen und neuen Aspekten, das mich absolut unterhalten konnte. Die kleineren Längen und die für mich zu detaillierten Erklärungen zu den (mir bekannten) Gottheiten, schmälerten meinen Lesespaß nur minimal, sodass ich „Das Herz der Harpyie“ mit haarscharfen 5 Büchern belohne.





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Kommentare:

  1. Ich kannte das Buch bisher noch gar nicht, aber das klingt ziemlich interessant :) Werde es mal im Hinterkopf behalten.

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    1. Unbedingt! Ich bin eigentlich auch eher drauf gestoßen, weil Rebekka auf der Leipziger Buchmesse gemeinsam mit uns beim Essen von Carlsen war. Und da sich die Geschichte zu gut angehört hat, MUSSTE ich es haben :-)

      Wird dir sicher gefallen!

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. Das denke ich auch :) Bin schon gespannt drauf!

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Steffi & Kay