Dienstag, 7. April 2015

♂ Nosferatu.Vom Vollmond geweckt (Barbara J. Zister) [Rezension]

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„Verdrängung ist schlecht, hatte ich mal gelesen. Für mich war Verdrängung die einzige Möglichkeit, nicht komplett durchzudrehen.“
(eBook, Pos. 325)

„Er senkte den Blick, zuckte mit den Schultern und betrachtete seinen nassen Daumen, an dem noch meine Tränen hingen.“
(eBook, Pos. 1871)
Der Tag, an dem Finny von einer Ratte gebissen wird, verändert ihr ganzes Leben. Sobald die Sonne untergeht, verwandelt sie sich in ein abscheuliches Wesen, einen Rattendämon.

Finny hat die Schule geschmissen, ihre Mutter wollte sie nicht mehr in der Wohnung haben. Alles läuft schief. Mit ihrem Aushilfsjob im Supermarkt kann sie sich vorerst über Wasser halten. In Carsten hat Finny jemanden gefunden, der ihr dämonisches Schicksal teilt.

Den Job im Supermarkt setzt Finny aufs Spiel. An ihrem letzten Arbeitstag lernt sie Mad, den gutaussehenden Skater, kennen und verabredet sich mit ihm. Doch eine geheimnisvolle Einladung weckt ihre Neugier und verhindert das Date mit Mad. Gemeinsam mit Carsten erscheint sie am Treffpunkt. Was daraufhin folgt, wäre Finny nie in den Sinn gekommen. Denn sie gerät plötzlich zwischen alle Fronten und muss eine Entscheidung treffen. Und die Anzahl der Ratten in München wächst und wächst. Die Lage gerät außer Kontrolle.
Vorweg muss ich sagen, dass ich wahrscheinlich nie von selbst auf die Idee gekommen wäre, dieses Buch lesen zu wollen. Der Titel „Nosferatu. Vom Vollmond geweckt“ suggerierte mir eine Geschichte in Richtung vampirischen Einheitsbrei. Doch ich hatte das Glück, bei der Leipziger Buchmesse einer Lesung der Autorin beizuwohnen und hier wurde meine Neugier geweckt. Denn das Letzte, was man in diesem Buch antreffen wird, sind Vampire.

Bereits nach den ersten Seiten hatte mich Barbara J. Zister mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil für sich eingenommen. Mit Finny setzte mir die Autorin eine Protagonistin an die Seite, die mir sofort sympathisch war und mich durch die Seiten führte.
Der Plot wird aus Finnys Sicht in Vergangenheitsform erzählt, immer wieder durchsetzt mit gut eingebauten Dialogen, die die Handlungen schön untermauerten. Gerade die Dialoge trieben mir so manches Mal ein Lächeln ins Gesicht. Einmal, weil sie wirklich witzig gestaltet waren. Andererseits hatte ich hier noch die Präsentation der Autorin, und damit ihre Betonung und vor allem den Dialekt, in den Ohren.

Ein Jahr ist es nun her, dass Finny von der Ratte gebissen wurde. Mit einem Trick kann sie die Verwandlung zur Nacht zwar eindämmen, dennoch läuft ihr Leben alles andere als normal ab. Finny ist völlig verzweifelt und sucht nach einem Mittel, den dämonischen Ballst abwerfen zu können. Doch immer wieder gerät sie in eine Sackgasse. Es scheint wirklich nichts zu geben, was ihr helfen könnte. Finny wirkt auf der einen Seite rebellisch, andererseits wird ihr Verhalten Seite für Seite verständlicher. Denn Finny ist tatsächlich eindeutig intelligent und selbstbewusst, muss jedoch selbst erst einmal begreifen, welchen Weg sie nun gehen will.

Ihr Kennenlernen mit Mad macht die ganze Sache nicht einfacher. Wie soll sie einem normalen Jungen erklären, dass in ihr ein Dämon schlummert? Doch auch Mad scheint ein nicht ungefährliches Geheimnis zu haben.

Die dramatischste Entwicklung in dieser Geschichte durchläuft Carsten. Carsten, der Loser an der Schule, teilt Finnys Schicksal. Auch er ist ein Rattendämon, kann aber deutlich besser als Finny mit der Situation umgehen. Und an diesem bestimmten Wendepunkt bekommt nun Carsten seine Chance, die Geschichte entscheidend verändern zu können.

Die Charaktere waren zwar nicht tiefgründig, insgesamt jedoch gut und vorstellbar dargestellt. Barbara J. Zister verfolgt zielstrebig ihre Idee und setzt diese konsequent um. Sicherlich war nicht jede Szene oder Handlung perfekt umgesetzt oder ausgefeilt. Aber gerade dieser Umstand gibt diesem Plot einen gewissen Charme und hielt mich an den Seiten. Ich merkte förmlich, dass die Autorin viel (Wo)Manpower in die Geschichte gesteckt hat und mit Herzblut dabei war.


Das Ende gestaltet die Autorin nicht unbedingt überraschend, dennoch passt es absolut zu dieser schönen Geschichte und lässt mich den Reader nun lesebefriedigt zur Seite legen.
„Nosferatu. Vom Vollmond geweckt“ punktet mit Witz, Charme und Spannung. Die Idee der Autorin wirkt frisch und unverbraucht. An der Seite von Finny verbrachte ich wirklich schöne Lesestunden und deshalb belohne ich mein Leseerlebnis mit 5 Büchern.


Für alle, die sich von Geschichten überraschen lassen können, keine Angst vor wachsenden Bedrohungen kennen und sich ganz einfach dem Charme einer Idee beugen können.



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Kommentare:

  1. Oh verflixt :). Jetzt habe ich wieder richtig Lust das E-Book zu kaufen, dabei habe ich noch genug ungelesene Impress-E-Books. *hachja*

    Ich dachte auch irgendwie es handelt sich bei dem Buch um einen Auftakt zur Reihe :o? Aber scheinbar ja doch nicht.

    Schöne Rezension (macht Lust auf Meer ;))!

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    1. *mehr! (Immer diese doofe Autokorrektur am Handy)

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    2. Hallo Conny,

      dankeschön:-) Die Geschichte hat mich echt überrascht. Es war eigentlich alles enthalten, was für mich ein gutes Buch ausmacht. Wünsche dir viel Spaß mit der Geschichte, wenn es dann so weit ist :-) Und: Lust auf Meer hört sich doch gut an ;-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  2. Huhu Steffi

    Ja, ich hätte jetzt auch nie zu diesem E-Book gegriffen, Titel & Cover neigen wirklich dazu, an eine 0815-Vampir-Story zu denken. Eigentlich schade ..... aber deine Rezension tönt wirklich so vielversprechend, dass ich mir die Geschichte wohl etwas näher anschauen muss.

    lg Favola

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    1. Hallo Favola,

      freut mich, dass ich dir die Geschichte schmackhaft machen konnte :-) Wurde ja selbst erst bei der Lesung in Leipzig etwas überrascht...

      Liebe Grüße

      Kay

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  3. Wow, das klingt ja super! Ich hatte das Buch bereits schon mal gesehen, war mir allerdings nicht sicher, ob ich es wirklich lesen mag. Nun wandert es definitiv auf meine Wunschliste, danke für den Tipp!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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  4. Huhu Nazurka,

    manche Geschichten entdeckt man echt nur durch Zufall. Bin wirklich froh darüber, diese hier gefunden zu haben :-)

    Liebe Grüße

    Kay

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  5. Hallo Kay! :-)

    Ich bin Mitglied einer erst kürzlich gegründeten Seite ( https://bloggervernetzt.wordpress.com/about/ ), dort sammeln wir alle möglichen Rezensionen von den verschiedensten Buchblogs. Natürlich stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder hat ja mal klein begonnen.^^ Jedenfalls soll dieser Blog eines Tages ein ganz großes "Buchblog-Rezensionen-Netzwerk" werden. Und jedem Blogger, der dazu beiträgt, sind wir sehr dankbar! :) Deswegen jetzt meine Frage an dich: Darf ich deine Rezension hier zu "Nosferatu" dort verlinken? (Bzw. darf ich in Zukunft generell Rezensionen von dir/euch beiden dort verlinken?)

    Ganz herzliche Grüße ♥,
    Janine

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  6. Hallo Janine,

    Steffi und ich haben uns euer Projekt mal angeschaut. Finden es nicht schlecht! Solange nur eine Verlinkungen zur Rezi auf Unseren Blog erfolgt, dürft ihr das gern machen :-)

    Liebe Grüße

    Kay

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    1. Natürlich! :-) Wir kopieren oder zitieren nichts, wir verlinken die jeweilige Rezension nur auf euren Blognamen. ;)
      Vielen lieben Dank! ♥

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Steffi & Kay