Donnerstag, 16. April 2015

♂ Exit (Hugh Howey) [Rezension]

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„Die Blicke der Menschen, die sie von früher kannte, erinnerten sie an den Wind, der sie oben auf dem Hügel angeweht hatte. Die misstrauischen Blicke kamen wie Böen – und genauso schnell sahen die Leute auch wieder weg.“
(S.52)

„Nun sah sie die Blutspritzer an der Wand. Sie spürte, wie die Schluchzer, die sie niedergekämpft hatte, bevor sie eingeschlafen war, in ihr aufstiegen und ihr die Kehle zuschnürten.“
(S.211)

„Helden gewannen nicht. Helden waren diejenigen, die aus purem Zufall als Letzte noch aufrecht standen.“
(S.221)
Gegen alle Widerstände treibt Juliette die Bohrung zu Silo 17 voran. Die Kinder zu retten, hat für sie höchste Priorität. Doch nicht nur in ihrem eigenen Silo mehren sich die Stimmen, die gegen das Vorhaben sind. Juliette weicht keinen Zentimeter von ihrem Plan ab. Auch in Silo 1 betrachtet man die Bohrung mit Argwohn. Hat Juliette nun eine Grenze überschritten? Wenn die Machthaber in Silo 1 ihre Drohungen wahr machen, werden alle Menschen in Juliettes Silo sterben. Wie weit ist sie wirklich bereit zu gehen?
Zur Silo-Reihe von Hugh Howey muss ich wahrscheinlich gar nicht mehr viel sagen. „Silo“ ist in der Buchwelt ja wirklich sehr gut angekommen. Nachdem ich die ersten beiden Teile der Reihe nun schon gelesen hatte und sie mir gut gefallen hatten, wollte ich mir das Trilogiefinale natürlich nicht entgehen lassen. Und nun endlich lag „Exit“ lesebereit vor mir.

Nach den ersten Seiten hatte ich jedoch irgendwie das Gefühl, dass mir einige Teile der bisherigen Geschichte gedanklich abhandengekommen waren. Tatsächlich war es so, dass die Erinnerungen erst nach und nach wieder in meinem Kopf auflebten. Mag es an der Zeit zwischen dem Erscheinen des zweiten und dritten Teils gelegen haben oder doch an etwas anderem. Ich fühlte mich zu Beginn ein wenig fremd.

Zum Glück ließ dieses Gefühl jedoch mit steigender Seitenzahl immer mehr nach. Besser und besser kam ich nun in die Geschichte hinein und konnte mich auf den Fortgang konzentrieren.

Hugh Howey verwendet auch in diesem finalen Trilogieteil die Vergangenheitsform. Hauptsächlich werden die Kapitel aus Juliettes Sicht erzählt, allerdings wechseln die Sichten im weiteren Verlauf immer wieder und ich konnte andere Perspektiven erleben. Durch diesen Rundumblick war ich in der Geschichte dann wirklich immer am Puls des Geschehens.

Wie bereits in den Vorbänden schafft es Hugh Howey auch in „Exit“, die Spannung konstant von Seite zu Seite zu steigern. Hatte ich anfangs meine gewissen Einstiegsschwierigkeiten, wurde ich nachfolgend mehr und mehr an die Seiten gefesselt. Verschiedene Handlungsstränge laufen kontinuierlich auf ein gemeinsames Ziel zu und ließen mich die vom Autor erschaffene Welt hautnah erleben. Nach wie vor verwendet Hugh Howey keinen ausufernden Erzählstil; dennoch waren die Szenerien für mich immer vorstell- und greifbar beschrieben.

Die Protagonistin Juliette hat klare Ziele vor Augen. Auch wenn sie mit ihrer nicht gewollten Rolle als Mayor offensichtlich überfordert ist, bleibt sie der Typ für das Praktische und trifft hier notwendige Entscheidungen. Dennoch spielt sie damit unbewusst immer wieder mit dem Leben vieler Menschen. Unterbewusst weiß sie dies auch. Und doch kann sie dem inneren Drang nicht widerstehen, ihren Weg auf Biegen und Brechen zu gehen. Alternativen dazu zieht sie nur am Rande in Betracht. Dass es hierbei auch ein böses Erwachen geben könnte, schließt sie kategorisch aus.

Hugh Howey hat sich für das Trilogiefinale einen mitreißenden Showdown aufgehoben. Hier müssen die Charaktere nochmals alles aus sich herausholen. Die Geschichte lässt der Autor anschließend beruhigend ausklingen. Insgesamt hat mich das Ende zwar nicht unbedingt überrascht, dennoch kann ich nun mit dieser Geschichte sehr zufrieden abschließen.
In „Exit“ erlebte ich eine bedrückende und einengende Stimmung, die vom Kampfgeist und der Souveränität mancher Charaktere immer wieder durchbrochen wird und die Geschichte damit konsequent auf ein gemeinsames Ziel zusteuern lässt. Insgesamt hat mir dieser Trilogieabschluss wirklich gut gefallen und damit kann ich guten Gewissens solide 4 Bücher vergeben.

Für alle, die sich nicht in engen Grenzen festhalten lassen, ihr Ziel niemals aus den Augen verlieren und mit Bedrohungen umgehen können. 
Die Reihe:
1. Silo (Rezension)
2. Level (Rezension)
3. Exit



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Kommentare:

  1. Hallo Kay,

    nachdem nun der letzte Teil der Trilogie erschienen ist, kann ich endlich mit dieser anfangen. "Silo" habe ich ja bereits und die beiden anderen werden bestimmt bald folgen.

    Auf jeden Fall hat mich deine Rezi neugierig darauf gemacht und ich denke im Mai werde ich zu Teil 1 greifen.

    Grüße Uwe

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  2. Hallo Uwe,

    lass dich im ersten Teil nicht von den Treppen abschrecken und bleib dran. Der zweite Teil ist dann der Hammer! Und der dritte Teil komplettiert das Ganze :-)

    Liebe Grüße

    Kay

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Steffi & Kay