Samstag, 25. April 2015

♂ Deleted (Margit Ruile) [Rezension]

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„Eigentlich beginnt damit die Geschichte.
Sie beginnt mit Misstrauen.
Mit einer abgelegenen Straße.
Und mit Kameras.“
(S.21)
In Berlin im Jahr 2035 sind die elektronischen Helfer nicht mehr wegzudenken. So gut wie jeder Mensch hat ein E-brace am Handgelenk. Ebenso gehören die vielen Kameras und Drohnen zum Alltag. Die Kriminalitätsrate ist hierdurch deutlich gesunken.
Seit vor Jahren die virtuellen Slaves, im E-brace enthaltene personalisierte Avatare, vom Konzern Logos eingeführt wurden, ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Menschen gewährleistet. Das nicht so Offensichtliche ist jedoch, dass den Slaves damit auch sämtliches Wissen über ihre Besitzer zugänglich wird.

Ben vertraut seinem Slave Sakar. Von frühester Kindheit an ist dieser sein Begleiter. Doch plötzlich entdeckt Ben eine neue Eigenschaft an Sakar, die offensichtlich nicht alle Slaves beherrschen. Kurze Zeit später gerät er an Jan aus der geheimen Organisation der „Falschen Freunde“. Ben vertraut den Informationen, die er von Jan erhält und bringt ein großes Opfer, um den „Falschen Freunden“ beitreten zu können. Doch plötzlich findet er sich in einem Geflecht aus Tricks, Lügen und falschen Spielen wieder und ist damit in großer Gefahr.
Schon der Klappentext von „Deleted“ klang für mich nach einer interessanten Geschichte. Umso mehr habe ich mich gefreut, als das Buch endlich bei mir eingetroffen ist. Damit war klar, dass ich es als nächstes lesen würde.

Gleich zu Beginn konnte ich bemerken, dass mich hier sicherlich keine typische Erzählung erwarten würde. Die in drei Teile gegliederte Geschichte beginnt nämlich letztendlich schon mit einem möglichen Ergebnis. Nun war ich natürlich neugierig, welchen Weg Margit Ruile sich ausgedacht hat, um zu diesem Endpunkt zu kommen. Interessant für mich war aber auch, ob ich wirklich an dieser Stelle landen würde oder eventuell doch noch etwas anderes geschieht. Ich war also auf jeden Fall bereit, mich hier überraschen zu lassen.

So traf ich auf den folgenden Seiten nun auf Ben. Ich erfuhr, zu welchem Zeitpunkt er Sakar, seinen virtuellen Helfer, erhalten hat und einige weitere Kleinigkeiten aus seinem Leben. Ben half mir, mich nach und nach in seiner Welt im Jahr 2035 zurechtzufinden.
Sein größter Wunsch, oder besser gesagt der Wunsch seiner Mutter, ist es, an der Akademie aufgenommen zu werden. Doch hierzu ist es nicht nur notwendig, entsprechende schulische Leistungen vorweisen zu können. Nein, auch die Benotung im Sozialverhalten ist enorm wichtig. Und hier hatte Ben bisher immer etwas Probleme, da er eher in die Kategorie Einzelgänger gehört.

Unbewusst eröffnet sich ihm ein Weg, seinem Ziel näherzukommen. Natürlich ist dieser Weg nicht legal. Ben hat im Nachhinein ein wirklich mieses Gefühl. Wenn jemand davon erfährt, geraten Bens Ziele deutlich in Gefahr. Das wollen sich scheinbar die „Falschen Freunde“ zu Nutze machen. Wie aus dem Nichts taucht eines Tages Jan auf und gibt Ben verblüffende Informationen. Hat Ben denn überhaupt eine Wahl?

Der Schreibstil der Autorin war für mich angenehm zu lesen. Die grundsätzlich gewählte Vergangenheitsform aus der Sicht von Ben wird immer wieder mit Passagen aus seiner Gegenwart ergänzt. Hierdurch kommt man zu dem gewollten Eindruck, dass man eine Geschichte im Tagebuchstil liest. Wie ich später erfahren habe, war der Plot ursprünglich als Drehbuch geplant und erst im Nachhinein als Roman aufbereitet worden.

Margit Ruile zeichnet eine beklemmende zukünftige Welt voller Überwachung und falschen Tatsachen. Erschreckend fand ich bei diesem Szenario ebenfalls, dass eindeutige Ansätze und Hinweise zu bereits heutigen technischen Möglichkeiten glaubhaft dargestellt werden. Die aktuelle Markteinführung eines am Handgelenk befindlichen (virtuellen) Helfers dürfte uns allen ja in Erinnerung sein. Die Rechercheergebnisse der Autorin zu den möglichen Entwicklungen der heutigen Technologie sind aus meiner Sicht definitiv nachvollziehbar und nicht von der Hand zu weisen. Denn auch heute schon sind unsere Daten bei vielen Firmen heiß begehrt.

Die Charaktere insgesamt kamen mir in „Deleted“ allerdings ein wenig zu kurz. Ich habe nicht viele Informationen über sie erhalten, insofern ging mir so manche Handlung letztendlich auch nicht so nah. Hier fühlte ich mich irgendwie nicht aufgenommen, als stiller Betrachter der Handlungen.
Manche Szenen wirkten auf mich teilweise etwas hakend und sprunghaft. Auch wenn durchweg eine fesselnde Anspannung zu spüren war, hatte ich immer wieder das Gefühl nicht ganz abgerundeter Handlungen. Dennoch hätte ich das Buch in keiner Sekunde zur Seite legen wollen.

Ob das Ende nun tatsächlich der Version vor der eigentlichen Geschichte entspricht, muss nun wohl jeder selbst für sich herausfinden. Ich für meinen Teil kann mich nun zufrieden von dieser Geschichte verabschieden und das Buch ins Regal stellen.
In „Deleted“ wurde ich mit einem Zukunftsszenario konfrontiert, wie es beklemmender und erschreckender kaum sein kann. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich sogar beim Lesen ständig beobachtet fühlte. Meine Lesestunden im Jahr 2035 sind mir auf jeden Fall knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die sich von übermächtigen Gegnern nicht einschüchtern lassen, Gefahren auch in der Zukunft bestehen können und Gesellschaftssysteme nicht gedankenlos akzeptieren wollen.




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Kommentare:

  1. Das Buch hört sich ziemlich gut an! Ich werde wohl mal einen Blick rein werfen :)

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    1. Hallo Faancy,

      ein Blick lohnt sich auf jeden Fall :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  2. Ah, eines meiner Top-Wunschbücher zur Zeit und ich bin echt froh, dass es hier so gut abgeschnitten hat! :D Da steht dem Kaufen und Lesen bald nichts mehr im Wege! :)

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Hallo Nazurka,

      ich hatte wirklich viel Spaß beim Lesen! Und den wünsche ich dir auch, wenn es dann so weit ist :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  3. Das Buch liegt hier auch wieder! :-))) Denke, ich lese als nächstes "Opal", dann dieses! LG

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    1. Hallo Verena,

      wünsche dir viel Spaß mit der Geschichte :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  4. Das klingt ja ganz interessant. schade, dass die Charaktere nicht so gut rüberkamen. Ich mag es gerne den Personen "nahe" zu sein ;-).

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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    1. Hallo Vanessa,

      da gab es wirklich noch Potential...Vielleicht probierst du es ja doch irgendwann ;-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  5. Huhu Kay-Schatz,

    wow, das Buch klingt ja echt sehr interessant. Ich hatte es bisher so gar nicht auf dem Schirm, dank dir ist das jetzt anders. Schade ist allerdings, dass du den Charas nicht nahe kommen konntest, das ist mir bei einem Buch schon auch sehr wichtig.

    Viele Küsschen, Ally

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    1. Huhu Ally-Maus,

      ja, die Nähe hat mir etwas gefehlt. Aber lass dich davon nicht abschrecken. Vielleicht empfindest du es ja völlig anders ;-)

      Viele Küsschen zurück

      Kay

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Steffi & Kay