Samstag, 7. März 2015

♀ Darkmouth - Der Legendenjäger (Shane Hegarty) [Rezension]

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Darkmouth ist ein Ort, von dem man lieber fortbleibt. Denn in Darkmouth werden die alten Legenden wieder lebendig. Es ist der letzte Ort auf der Welt, in dem noch die Monster aus den alten Mythen auftauchen: Minotauren, Basilisken oder Mantikore - in Darkmouth werden sie lebendig.
Die alten Legendenjäger haben hier tatsächlich noch etwas zu tun. Allen voran Finns Vater, der aktuelle Legendenjäger, der Finn gerade ausbildet und in die Familientraditionen einführt.
Doch Finn ist nicht gerade begeistert über den Job. In der Schule wird er blöd angemacht und dazu kommt, dass seine bisherigen drei Einsätze alle damit endeten, dass Finns Vater eingreifen musste.
Nun steht er auch noch unter Druck - denn sein Vater wird ihm in knapp 11 Monaten die Verantwortung für Darkmouth übergeben.

Finns einziger Lichtblick ist die Neue in der Stadt, Emmie, die sich für die Legenden und all das Mysteriöse in Darkmouth interessiert – sich für ihn interessiert.
Die Warnung der kleinen Legende, die Finn einfangen sollte, geht ihm dennoch nicht aus dem Kopf.
Das bestechende Cover schrie nahezu "Lies mich!" und so musste ich dem Ruf der Monster folgen.

Der Einstieg gelang locker leicht, ich wurde mit dem Städtchen Darkmouth und dessen tragischem Schicksal bekanntgemacht: Darkmouth ist der letzte Ort auf der Welt, an dem die Legendenjäger noch einen Job haben - weil noch Legenden auftauchen. Darkmouth besitzt noch eine Verbindung zur verseuchten Seite, dem Ursprung der Legenden. Die Bewohner munkeln, es läge an den Legendenjägern, die jederzeit ihr Leben für die Stadt geben würden, indem sie Jagd auf die einfallenden Legenden machten und ohne Job dastünden, würden die Legenden verschwinden. So fristet Finn, der Sohn des örtlichen Legendenjägers ein eher ungeliebtes Leben - insbesondere in der Schule.
Bis Emmie auftaucht, die sich für niemanden außer ihn interessiert: Den jungen Legendenjäger, der noch keine Legende gefangen hat.

Der junge Finn war mir auf Anhieb sympathisch. Er hat kein leichtes Leben, so im Schatten seines Vaters, dem berühmten (und letzten aktiven) Legendenjäger. Der Unmut der Menschen in Darkmouth ist groß und er wird nicht gerade gut in die Gemeinschaft integriert. Leider ist Finn auch alles andere als erfolgreich, was mir im Laufe des Buches schon fast zu viel war. Irgendwann hätte er ja rein aus Zufall/Wahrscheinlichkeit treffen/erreichen müssen, was er möchte, aber nein…

Natürlich macht sowas nicht gerade einen guten Eindruck auf ein Mädchen. Ein Mädchen, das sich für all die Legenden und den Job des Jägers interessiert und mehr zu wissen scheint, als Finn wirklich erzählt hat. Mir hat es Spaß gemacht, zu verfolgen, was dahintersteckt.

Noch interessanter war aber der Perspektivenwechsel zur „verseuchten Seite“ und den dortigen Bewohnern, die auf neue Missionen geschickt wurden. Sie gaben mir Einblicke in das Warum und ich wurde immer neugieriger. Durch die personale Erzählweise aus all diesen Blickwinkeln und die zusätzlich eingefügten Ausschnitte aus den zahlreichen schriftlichen Werken der Legendenjäger hatte ich einen guten Kenntnisstand über alles, was passierte.

Gen Showdown wurde die Zeit dann knapp, Intrigen werden gesponnen und böse Fallen schnappen zu – und mittendrin ein Legendenjäger.

Der Schreibstil von Shane Hegarty ist dem jüngeren Zielpublikum angepasst einfach, jedoch nicht zu kindisch oder zu einfach gehalten, sondern lässt sich schön und flüssig lesen. Die vielen kurzen Kapitel machen es auch weniger ausdauernden Lesern einfach, ein paar Kapitel durchzuziehen, denn dank der Cliffhanger an nahezu jedem Kapitelende kann man kaum mit dem Lesen aufhören.

Erwähnenswert ist auch die optische Gestaltung des Buches. Es besticht nicht nur durch seinen schwarzen Buchschnitt. Die Kapitel beginnen mit Zeichnungen, die teilweise die Doppelseite einnehmen, wird es düsterer im Buch ist zeitweise weiß auf schwarz gedruckt – wirklich abwechslungsreich und toll anzuschauen.
„Darkmouth – der Legendenjäger“ ist ein spannender und interessanter Auftakt einer ganz anderen Reihe um Monster und Mythen, der dem Zielpublikum optimal entspricht. Haarscharfe 5 Bücher für Shane Hegartys Jäger wider Willen.
1. Darkmouth – der Legendenjäger
2. Darkmouth - ?
3. Darkmouth - ?




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Kommentare:

  1. Meine jüngere Tochter (9) hat gerade die Leseprobe dazu gelesen und ist sehr neugierig auf das Buch. In unserer Buchhandlung steht es aber bei den Büchern ab 11 Jahren und da war ich bei dem Thema dann doch vorsichtig. Die Buchhändlerin meinte aber, wenn sie Harry Potter liest, dann passt das auch. Ich überlege es mir jetzt erst noch. Entweder Ostern oder wir warten bis es das Buch (hoffentlich) in der Bücherei gibt.
    Danke für die Rezension, die ich sogar von vorne bis hinten gelesen habe. Ist ja nicht für mich. ;-)

    LG und ein schönes Wochenende!
    Mona

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    1. Ich hab es Colin schon zum Lesen gegeben. Es ist weder gruselig noch "belastend" spannend für das Alter.
      Harry Potter war schlimmer ;-)

      Und vom Schreib-/ Erzählstil ist es schon eher 10-Jahres-Niveau :-)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

      Steffi

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  2. Hui, das ist aber ein sehr gutes Fazit! Ich hab das Buch zwar schon vorher gesehen, allerdings noch keine Rezension gelesen. Danke für deine Meinung, ich packs direkt mal auf meine Wunschliste!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Wenn es bei dir etwas jugendlicher sein darf, muss es unbedingt bei dir einziehen :-)

      Liebe Grüße

      Steffi

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  3. Ich fand das Buch auch toll, auch wenn ich nun nicht mehr zur Zielgruppe passe. Aber ich finde, das macht ein gutes Kinder/Jugendbuch ja auch aus, es begeistert eben alle Altersklassen. Und diese Gestaltung, wow!
    Beim nächsten Band bin ich auf jeden Fall auch wieder mit dabei :-)

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    1. Genau das <3
      Auch mir macht es Spaß, wenn ab und zu tolle Bilder drin sind - dafür ist man vermutlich nie zu alt :-)

      Ich freue mich auch schon auf den nächsten Teil, es gibt ja noch so einiges, was ich wissen muss :-)

      liebe Grüße

      Steffi

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  4. Ein Roman lebt nicht nur von Spannung und Rätseln, sondern auch von der Auflösung. Für einen Schriftsteller ist diese Auflösung das schwierigste. Viele Bücher lesen sich toll, bis zur schlechten Auflösung. Aber diese von George R. R. Martin eingeführte Masche mit der „Buchreihe“, die nicht zu Ende geführt wird, halte ich für grauenhaft. Anders gesagt: Ein Armutszeugnis für den Autor. Große Reihen wurden erst veröffentlicht, als sie zu Ende geschrieben wurden: „Herr der Ringe“ z. B. Oder die Bücher waren weitgehend in sich abgeschlossen wie in der „Harry-Potter“ Reihe. Aber einfach mitten in der Handlung abbrechen und den Leser auf „Vielleicht, irgendwann…“ zu vertrösten ist armselig.

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    1. Solange die Fortsetzung in Sicht ist, geht es ja noch. Oft sind die Reihen im Original ja bereits abgeschlossen, ehe sie nach und nach übersetzt werden.

      Im Jugendbuchbereich gibt es kaum mehr Bücher ohne fiesen Cliffhanger :-(

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Steffi & Kay