Samstag, 3. Januar 2015

♀ Wer die Lilie träumt (Maggie Stiefvater) [Rezension]

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Es gibt viele Sorten von Geheimnissen. Und Ronan trägt sie alle mit sich. Eines seiner Geheimnisse ist seine Fähigkeit, Dinge aus seinen Träumen mitzunehmen. Doch wie weitreichend die Folgen dieser vererbten Begabung reichen, muss er erst noch herausfinden.
Nach Ronans letzter Offenbarung in Band 1 über die Herkunft von Chainsaw war ich sehr gespannt auf seine Geschichte und fuhr sofort mit den zweiten Teil fort.

Dieser schließt nahtlos an Band 1 an und somit fühlte es sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Doch etwas war anders: Ich lernte Ronan besser kennen. Seine Geschichte, seine Hintergründe. Denn es ist sein Leben und sein Sein, das diesen zweiten Band neben der Suche nach Glendower bestimmt. Aber erst im Laufe der Zeit stellt sich heraus, wie alles miteinander verwoben ist.

Aus personaler Sicht lässt die Autorin viele ihrer Charaktere erzählen. Die Perspektive wechselt häufig und nicht immer ist im ersten Moment ersichtlich, auf wessen Innenleben aktuell ein Blick geworfen wird. Star des Buches ist natürlich Ronan, der mit seiner sehr ungewöhnlichen Begabung Aufmerksamkeit auf sich zieht, die es zu verhindern gilt. Doch je mehr er diese Begabung zu verstehen lernt – desto größer wird auch die Gefahr für ihn, die im Hintergrund lauert. Denn wer würde sich nicht gerne einfach alles erträumen?

Adam war mir in diesem Band nicht sehr sympathisch. Seine Verbindung zu dem mysteriösen Ort Cabeswater ist nachvollziehbar, jedoch nicht verständlich. Erst sehr später wird erklärt, was es damit überhaupt auf sich hat.

Blue geht in diesem Band total unter. Nur am Rande beschäftigt sich die Autorin mit dem Mädchen aus der Sehergroßfamilie. Ihre Gefühle waren mir daher nicht immer verständlich und ihr Handeln gegenüber ihrer laut Inhaltsangabe vermeintlichen großen Liebe Gansey nicht immer wirklich nachvollziehbar.
Mir fehlte ein Kribbeln, Gedanken, die mehr sind als die Prophezeiung, ihre große Liebe mit einem Kuss zu töten, die über ihr hängt wie ein Damoklesschwert. Die Gefühle schienen aus dem Nichts zu kommen oder Blue hat sie – auch vor sich selbst – sehr gut verborgen.
Auch Gansey bleibt in diesem Band recht blass. Die Enttäuschung, die er gleich zu Beginn hinnehmen muss, zeichnet ihn die ganze Geschichte lang – bzw. radiert den kämpferischen, mitreißenden Gansey aus.

Ihrer mythologisch-fantastischen Grundidee setzte Maggie Stiefvater in diesem zweiten Band noch eins drauf. Der Greywaren, der Gegenstände aus Träumen real macht, bot viel Stoff für eine interessante Geschichte – vor allem, wenn es sich um die Träume eines nicht gerade durchschnittlichen Menschen wie Ronan handelt. Seine Träume wandeln sich schneller in Albträume, als er selbst es realisieren kann. Und die Monster darin sollten nicht unbedingt in unsere Welt gebracht werden.

Maggie Stiefvater wob diesen Teil um die in Band 1 begonnene Suche nach dem alten König Glendower herum und baute durch Ronans Geschichte durchweg eine gewisse Grundspannung auf. Die Charaktere interagieren miteinander, auch wenn sie es oft vorübergehend nicht wissen. Die komplexe Handlung der Geschichte lässt sich daher nicht mit wenigen Worten beschreiben. Er macht die Geschichte tiefgründiger, schwerer, perfekt passend zu der immer noch drückenden Atmosphäre und Maggie Stiefvaters ausschweifenden Erzählstil. Letzterer sorgte erneut für ein paar Längen, ganze Szenen, die mir vorkamen, als wären sie bis über die Hälfte mit dem Wetter und Unzulänglichkeiten vollgestopft, die mich am Vorankommen hinderten.
Gegen Ende hin zog das Tempo wie schon im ersten Teil merklich an. Die Handlungsstränge verdichteten sich, alles, was vorher noch für sich stand, wurde Teil eines Showdowns, der es in sich hatte. Und plötzlich scheinen alle Probleme – und seien sie noch so klein – gelöst…

Bis Maggie Stiefvater mit ihrem letzten Satz erneut alles wieder umwirft und mich in Erwartung des dritten Bandes zurücklässt.
Der neue Hauptcharakter Ronan und seine besondere Begabung verliehen „Wer die Lilie träumt“ eine ganz besondere Atmosphäre. Adrenalinkicks, Träume und Albträume sammeln sich um die Suche nach dem mysteriösen Glendower und ließen mich trotz des ausschweifenden Stils und der zäheren Parts der Geschichte nicht mehr los. Erneut 4 Bücher für Blue und die Ravenboys.
1. Wen der Rabe ruft (Rezension)
2. Wer die Lilie träumt
3. Originaltitel: Blue Lily, Lily Blue
4. ?



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Kommentare:

  1. Es ist echt schön, dass dir die Bücher doch so gefallen! :D
    Ist Maggie ja doch nicht direkt abgeschrieben bei dir. :)
    LG Jan

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    1. Ja, war einfach nur der falsche Start in ihre Welt :-)
      Jetzt fiebere ich mit euch allen dem nächsten Teil entgegen (der ja scheinbar ganz fies endet :o )

      Liebe Grüße

      Steffi

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  2. Hach ja, ich grinse ja immer noch und freu mich darüber, dass dir die Raben gefallen :)

    Und ich kann dir auch absolut zustimmen, der zweite Band zieht sich wirklich etwas, und ist dank seiner Komplexität keine ganz leichte Kost. Ich denke, dass in den Folgebänden jeder der Ravenboys die "Hauptrolle" in einem Buch übernehmen wird, und das im letzten wieder Blue und Gansey im Fördergrund stehen werden, mal sehen, ob ich recht habe.

    Viele Küsschen, Ally

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    1. Schließlich sollte Blues Vision ja noch irgendwie thematisiert werden :-)
      Ich bin auch so froh, dass ich sie noch gelesen habe <3

      Küsschen zurück!!!

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  3. Tolle Rezi, liebe Steffi und jetzt hast du mich noch neugieriger auf Teil 2 gemacht. Dankeschön ;)
    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Vielen lieben Dank, Uwe <3
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Weiterhören!

      liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay