Samstag, 10. Januar 2015

♂ Infinity Drake (John McNally) [Rezension]


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 
„Bildschirme erwachten zu Leben. Und nach und nach tauchten die bekanntesten Gesichter der Welt vor ihnen auf.“
(S.51)

„Und dann…verwackelt, aber deutlich zu erkennen, stand da plötzlich mitten auf der Lebenslinie von Als Hand eine ziemlich verwirrte, leise meckernde, 4,5 Millimeter große Ziege.“
(S.79)
Nach dem Tod seiner Eltern lebt Infinity – kurz Finn genannt – seit einigen Jahren bei seiner Oma. Nun soll sein Onkel Alan eine Woche auf den Dreizehnjährigen aufpassen, weil Oma einen Urlaub geplant hat.
Heimlich wollen Finn und sein chaotischer Onkel die omafreie Woche in den Pyrenäen verbringen. Gerade auf dem Weg dorthin, wird Al dringend zu einer Krisensitzung gerufen. Jemand hat einen Scarlatti – ein ehemals als biologische Waffe entwickeltes Killerinsekt – im Süden Englands freigelassen. Der Menschheit droht eine Katastrophe, wenn sich das Monstrum vermehren kann. Entweder wird der Scarlatti rechtzeitig gefunden; oder aber die Bedrohung muss mit Nuklearwaffen ausgelöscht werden. Die Zeit läuft davon.


Um den Scarlatti zu finden, muss eine Suchcrew mittels einer von Al entwickelten Maschine geschrumpft werden, um die Spur des Insekts verfolgen zu können. Doch ganz so war es nicht geplant. Denn plötzlich befindet sich auch der nun verkleinerte Finn zusammen mit Kelly, Stubbs und Delta inmitten eines Kampfes gegen schier übermächtige Gegner.
Auf „Infinity Drake“ war ich schon wirklich gespannt. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und so freute ich mich auf Abenteuer in der Makrowelt. Als das Buch dann überraschend schnell bei mir angekommen ist, habe ich auch gleich mit der Geschichte begonnen.

Und so lernte ich Finn und seine Umgebung vorerst langsam kennen und konnte mich damit vertraut machen. Anfangs war ich aufgrund der allgemeinen Umstände schon ein wenig verwirrt, doch bald glitt ich immer mehr in dieses Umfeld hinein. Hatte ich zu Beginn noch ein wenig Abstand, hat sich dieser mehr und mehr verringert und ich konnte sowohl zu Finn als auch zu Al Vertrauen fassen.

Das Buch ist in verschiedene Teile gegliedert, bei denen jeweils die Spannung konstant wächst. Hatte der erste Teil der Geschichte noch sozusagen einführenden Charakter – dieser Teil zog sich für meinen Geschmack auch ein wenig – so wurde ich mehr und mehr förmlich in die Seiten hineingezogen.

Man muss immer bedenken. Finn ist gerade einmal dreizehn Jahre alt. Doch für dieses Alter trifft er einige sehr mutige und vorausschauende Entscheidungen, die mitunter über Leben und Tod entscheiden. Bereits von Beginn an konnte man erahnen, welches Potential in diesem Jungen steckt. Und er hat es immer und immer wieder unter Beweis gestellt. Nichts bringt ihn wirklich aus der Ruhe.

Infinity – Finn – ist eigentlich und vom Grundsatz her ziemlich bedauernswert, weil er nacheinander seinen Vater und seine Mutter verloren hat. Doch dies spielt in diesem Buch nicht wirklich die Hauptrolle. Er hat sich damit abgefunden und geht seinen eigenen Weg. Finn ist intelligent und weiß, mit Sarkasmus und Witz eine Hülle um sich herum zu bauen. Und diese Hülle bröckelt im gesamten Verlauf der Geschichte nicht ein einziges Mal. Das meiste hat sein Onkel Al dazu beigetragen. Denn sie haben eine stille Abmachung. Und jeder hält sich daran, obwohl es dazu eigentlich keinen Anlass mehr gibt. Finn ist taff und findet sich mit jeder Situation zurecht.

John McNally weiß wirklich, durch humorvolle Dialoge und Einblendungen zu bestechen. Ich erlebte seine Geschichte aus der Sicht eines Erzählers in Vergangenheitsform. Die Charaktere wurden mir mit einfachen Mitteln wirklich nahegebracht; und so konnte ich jeden Einzelnen für mich einordnen und entsprechende Sympathien oder Antipathien entwickeln. Die Dialoge zwischen den Charakteren waren hier eindeutig das Salz in der Suppe. Oftmals musste ich schmunzeln, einige Male in mich gehen und doch konnte ich diesen Wortwitz ziemlich genießen.

Es war für mich definitiv, trotz aller Bedrohung in der realen Welt, ein wirkliches Abenteuer, all diese Gefahren in der Makrowelt, die man sonst sicherlich nicht beachtet, real geschildert zu bekommen. Ist es im täglichen Leben die kleine Spinne, die nun wirklich – wenn man sich im Miniaturformat befindet – eine riesige Bedrohung darstellt, oder die allgegenwärtigen Mücken, Fliegen und Mäuse. Alle Lebewesen, die größer als 9 Millimeter sind, trachten einem dann definitiv nach dem Leben bzw. können gefährlich werden. Dies alles wurde entsprechend gut beschrieben und hat mich wirklich begeistert. Ein Scarlatti selbst stellte für mich das Worst-Case schlechthin dar. So einem Wesen möchte ich nie und nimmer begegnen!

Nach der Einführung in diese real wirkende Welt wurde ich von Spannungsspitze zu Spannungsspitze getrieben und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Einzige Kritik muss ich hier an die für mich etwas langwierige Einleitung und an die oftmals gebrauchten wissenschaftlichen Ausdrücke, überspitzt in Fußnoten dargestellt, loswerden, die mich im Lesefluss mitunter etwas ausbremsten. Insgesamt fand ich die Geschichte allerdings wirklich erfrischend und spannungsgeladen.


Auch das Ende fand ich ziemlich passend. Der Autor ließ die Geschichte beruhigend ausklingen und ließ damit meinen Herzschlag auch wieder in normale Werte abgleiten.
„Infinity Drake –Scarlattis Söhne“ glänzt nach einem für mich etwas langwierigem Einstieg durch Spannung und realistischen Fortgang mit Geheimdienst-Feeling, der es mir nicht erlaubte, das Buch zur Seite zu legen. Trotz kleiner Unwägbarkeiten fühlte ich mich mitgerissen und konnte dem Sog der Geschichte nicht entfliehen. Meine Abenteuer mit Finn in der Makrowelt belohne ich deshalb mit sehr guten 4 Büchern.

Für alle, die Welten aus anderen Sichten erleben möchten, sich deren Gefahren jedoch bewusst werden und das Ziel beständig im Auge behalten. Für die Zielgruppe definitiv ein Must-Read.
1. Infinity Drake – Scarlattis Söhne
2. ? (in Planung)




Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

Kommentare:

  1. Hallo Kay,

    vielen Dank für eine Rezi. Ich habe noch überlegt, ob ich beim Gewinnspiel der Leserwelt zu diesem Buch mitmachen soll, aber jetzt werde ich es auf jeden Fall versuchen. Mich schreckt nur ein wenig ab, dass es sich schon wieder um eine Trilogie handelt :-D

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Sandra,

    ja, schon wieder ein Trilogieanfang...Wobei dieser Teil in sich schon abgeschlossen ist. Einen bösen Cliffhanger gibt es auch nicht. Du kannst das Buch also beruhigt lesen ;-)

    Liebe Grüße

    Kay

    AntwortenLöschen
  3. Na, das klingt doch sehr ansprechend. Ich wollte mal nachlesen, ob du es für kindisch gehalten hast. Aber das war anscheinend nicht der Fall! Dann sollte ich das. Ich mal auf meine Wunschliste setzen! LG Verena von books-and-cats

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Verena,

    natürlich ist es stellenweise schon auf die Zielgruppe ausgelegt, hat aber richtig Spaß gemacht. Kannst du ruhig probieren :-)

    Liebe Grüße

    Kay

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hm....ich bin durch und es hat mir fast überhaupt nicht gefallen! Werde heute meine Rezi schreiben, die wohl auf zwei Sterne hinauslaufen wird....sehr schade! Gruß und schönes Wochenende

      Löschen
    2. Hi Verena,

      schade, dass es dir nicht so gefallen hat. Da hat das Buch meinen Geschmack dann doch eher getroffen...Aber so ist es halt manchmal. Wäre ja auch langweilig, wenn alle das gleiche gut oder schlecht finden würden ;-)

      Liebe Grüße

      Kay

      Löschen
    3. Das stimmt, aber bisher haben wir immer ähnlichen Geschmack gehabt! Aber das muss auch mal sein! LG

      Löschen
    4. Beim nächsten Buch wird es wieder anders sein ;-) LG, Kay

      Löschen
  5. Eine schöne Rezi, Kay. Es klingt wirklich interessant! Das Cover konnte mich schon neugierig machen...
    Ich behalte es mal im Auge, für den erweiterten Dunstkreis. :)

    Liebste Grüße
    Sabrina

    AntwortenLöschen
  6. Huhu Sabrina,

    Dankeschön :-) Die Geschichte ist mal etwas anderes. Kann man also wirklich gelesen haben ;-)

    Liebste Grüße zurück

    Kay

    AntwortenLöschen
  7. Das Buch habe ich letztes Jahr auch gelesen, in einer Leserunde mit eher gemischten Meinungen. Ich fand es aber total witzig und finde mich in eurer Rezension ziemlich wieder!
    Freut ihr euch auch schon auf Teil 2?

    #Clockwork

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohje, die Zeit rast... ich meinte natürlich dieses Jahr, also 2015 - aber das ist ja schon fast vorbei :-)

      Löschen
    2. Hallo Dani,

      das Buch fand ich auch gar nicht so einfach zu beschreiben. Freue mich aber auf jeden Fall mit dir auf den zweiten Teil :-)

      Liebe Grüße

      Kay

      Löschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay