Donnerstag, 29. Januar 2015

♂ Gone - Licht (Michael Grant) [Rezension]

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„Sein Blick traf ihren. Er war voller Angst. Und Vorwürfen.
So, als wäre das alles ihre Schuld.“
(S.56)

„Die Erinnerung daran…dieses Grauen, das ihn für den Rest seines Lebens nicht mehr loslassen würde. Diese Schmerzen.
Diese Angst.
Diese Einsamkeit.“
(S.111)
Das Licht ist in die FAYZ zurückgekehrt. Und mit dem Licht schöpfen die Kinder neue Hoffnung. Die Barriere ist nun durchsichtig. Die Außenwelt erhält Einblicke in die FAYZ. Doch schnell bilden sich dort Meinungen über die scheinbaren Monster und Mörder im Inneren der Kuppel. Radio- und Fernsehsender berichten über das Geschehen bei den Kindern.


Derweilen steigt die Gefahr in der FAYZ unaufhörlich an. Nachdem der Gaiaphage nun einen menschlichen Körper gefunden hat, wird die Bedrohung für die Kinder noch größer. Der Gaiaphage ist unerbittlich und geht mit äußerster Brutalität vor. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch die letzten Kinder sterben werden.
Nun war es endlich soweit. Der letzte Band der Gone-Reihe stand zum Lesen bereit. Die bisherigen Bücher hatten mir wirklich sehr gut gefallen. Allein deshalb war ich schon sehr gespannt, ob der Abschlussband mit den anderen Teilen mithalten könnte.

Und ich muss es diesmal vorweg nehmen. „Gone – Licht“ konnte das Niveau definitiv halten und bildet einen richtig gelungenen Abschluss. Aber beginnen wir von Beginn an.

Nachdem sich die Hoffnung aufgrund der neuen Rahmenbedingungen ausbreitet, wird diese unmittelbar gebremst. Der Gaiaphage besitzt nun einen menschlichen Körper. Und er hat Fähigkeiten in sich vereint, die das Ende der FAYZ und den Tod der Kinder bedeuten können. Alle müssen auf der Hut sein. Doch dass die Barriere nun durchsichtig ist, macht die Situation nicht leichter. Denn auf der anderen Seite der Wand warten die Eltern der Kinder und müssen machtlos zuschauen, was ihren Sprösslingen widerfährt. Und dabei erhält die Außenwelt einen Einblick in das gesamte grausame Geschehen in der FAYZ. Schnell werden die Kinder gedanklich verurteilt, Meinungen bilden sich und Widerstände entstehen. Denn die Bilder sprechen eine deutliche Sprache.

Die Rettung scheint demnach nah. Doch eine Hürde gilt es noch zu überwinden. Die Hürde ist jedoch so hoch, dass davor noch viele Kinder ihr Leben lassen werden.

Sam, der nun seine Rolle in der FAYZ gefunden hat, muss Kompromisse eingehen. Auch wenn er die stärkste Fähigkeit in sich hat, braucht er Hilfe. Seine Selbstzweifel mehren sich. Ein Bündnis scheint der richtige Weg zu sein. Und Sam geht darauf ein. Das Wohl der anderen Kinder ist ihm wichtiger als alles andere. Und anfangs scheint der Plan auch aufzugehen. Doch man sollte nie die Macht des Gaiaphagen unterschätzen.

Caines Entwicklung hat mir in diesem Abschlussband wirklich gut gefallen. Anfangs erlebte ich ihn wie bisher auch als machtbesessen und egoman. Seine Gedanken entwickeln sich jedoch und nach und nach konnte er sein Handeln für mich rechtfertigen, wenn auch nicht vergessen lassen. Caine war für mich eine der Überraschungen in „Gone- Licht“ und ich werde ihn noch lange in Erinnerung behalten.

Wenn ich bisher dachte, Drake sei der absolut scheußlichste Charakter, hat mich der Gaiaphage im Körper von Gaia deutlich eines Besseren belehrt. Solch eine extreme Niedertracht in Verbindung mit gnadenloser Gewalt ohne Gewissensbisse habe ich bisher selten in Büchern erlebt. Allein der Gedanke an dieses Wesen treibt mir sämtliche Angstschauer über den Körper. Gaia ist eine effiziente Waffe zur Auslöschung menschlichen Lebens. Und dabei geht sie gezielt und gefühllos vor. Ihre Auftritte in dieser Geschichte ließen mich teilweise sprachlos und mit einem Anflug von Grauen zurück.

Michael Grant holt aus dem letzten Band der Gone-Reihe wirklich nochmal alles heraus, was Schock- und Angstelemente bieten können. Einen Anflug von Längen verspürte ich nicht einmal ansatzweise. Ich wurde förmlich durch die nach wie vor in wechselnden Perspektiven in Vergangenheitsform präsentierte Geschichte getrieben. Atemlos hetzte ich von Szene zu Szene, hatte kaum Zeit für eine Pause und konnte mich absolut in der Handlung verlieren.

Über eines muss man sich allerdings auch im Klaren sein, wenn man diesen letzten Teil liest. Brutalität und Schockmomente der Vorgänger werden hier nochmals um Längen geschlagen. Außerdem muss man sich bewusst sein, dass man sich im Laufe der Geschichte von so einigen, teils liebgewonnenen, Charakteren verabschieden muss. Das Spannungsniveau war auf jeden Fall durchgehend hoch und mein Pulsschlag erreichte ungeahnte Höhen. Zartbesaitete Leserinnen und Leser der Zielgruppe ab 14 werden aufgrund der geschilderten Szenerien hier schnell an ihre Grenzen kommen.

Der Showdown selbst war atemberaubend und mitreißend. Das Buch konnte ich ganz einfach nicht mehr zur Seite legen. Ich fieberte mit, war enttäuscht und schöpfte neue Hoffnung. Nur, damit diese Hoffnung im nächsten Moment wieder zerschlagen werden konnte…


Zum Glück hat Michael Grant nach dem furiosen Showdown noch etwas Zeit für mich eingeräumt, um die Geschichte zu einem für mich wirklich gelungenem Ende zu führen. Und ganz ehrlich…Nachdem ich Sam, Astrid, Caine und Co. nun über ganze sechs Teile begleitet habe, hatte ich nun zum endgültigen Abschied auch tatsächlich die eine oder andere Träne im Augenwinkel. Ich werde die FAYZ definitiv vermissen. Nun zusammen im Regal vereint sind die sechs Gone-Bücher auf jeden Fall eine Augenweide.
„Gone – Licht“ ist ein Abschluss, wie er geeigneter für diese grandiose Reihe nicht sein könnte. Michael Grant bedient sich für die kontinuierlich vorhandene Spannung noch einmal seines ganzen Repertoires und setzt für die Reihe neue Maßstäbe in Sachen Spannung, Brutalität und aufkeimender Hoffnung. Ich konnte mich vollkommen in der Geschichte verlieren und vergebe deshalb verdiente 5 Bücher.

Für alle, die in hoffnungslosen Lagen neue Kräfte mobilisieren können, Kompromissen nicht abgeneigt sind und niemals aufgeben. Für alle Fans der Reihe handelt es sich sowieso um ein Must-Read. Eine absolute Leseempfehlung gebe ich hiermit für die gesamte Reihe!
1. Verloren (Rezension)
2. Hunger (Rezension)
3. Lügen (Rezension)
4. Rache (Rezension)
5. Angst (Rezension)
6. Licht


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Kommentare:

  1. Oh wow! Wenn man zum Abschluss einer sechsteiligen Reihe sooo viel zu schreiben hat. Respekt! Ich bin schon länger auf die Reihe aufmerksam, da du sie so gerne magst.
    Ich werde Gone auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, Kay.

    Hab einen schönen Tag!
    Liebe Grüße,
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina,

      ich war selber erstaunt, dass ich so viel geschrieben habe. Die Reihe hat auch wirklich viel Spaß gemacht. Du solltest "Gone" auf jeden Fall auf dem Schirm haben ;-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  2. Weist du, ich sollte diese Reihe auch mal lesen. Eine Freundin von mir schwärmt nämlich auch davon. Und du hast jedes Buch mit "sehr gut" oder "gut" bewertet. Irgendwie stehen die Ravensburger-Bücher bei mir aber immer hinten an. Warum nur?? Da fällt mir ein, ich hab noch eine Mail zweckt den Jägern offen :-)
    LG,
    Damaris

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    1. Huhu Damaris,

      dann musst du jetzt langsam mal auf dein Umfeld hören :-P Die Reihe hätte es echt verdient und ich glaube, sie würde dir auch gefallen :-)

      Liebe Grüße

      Kay

      P.s. Weißt du ;-)

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Steffi & Kay