Mittwoch, 7. Januar 2015

♀ The Diviners - Aller Anfang ist böse (Libba Bray) [Rezension]

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Evie O'Neill ist etwas Besonderes. Sie hat eine Gabe. Wenn sie einen Gegenstand berührt, kann sie mehr über den Besitzer und die Vergangenheit des Gegenstandes herausfinden.
Da sie sehr gerne im Mittelpunkt steht, benutzt sie diese Gabe auf einer Party und bringt ein Geheimnis zutage, weswegen sie von ihren Eltern zu ihrem Onkel nach New York geschickt wird.

Ein Traum ist für Evie wahrgeworden, denn sie weiß, dass sie für Größeres bestimmt ist und genießt das (teils verbotene) Partyleben im New York der 1920er-Jahre.

Ihr Onkel ist Wissenschaftler und Besitzer eines Museums für Okkultes, weshalb er zu einem grausamen Mord hinzugerufen wird - und Evie, die es nicht lassen kann, etwas zu erzählen zu haben, kommt der Leiche zu nahe und berührt einen Gegenstand der Toten - der erste Anhaltspunkt auf das Grausame, was noch kommen wird.
Lange habe ich mich gewehrt, dieses 700-Seiten-starke Buch zur Hand zu nehmen. Als ich mich dann herangewagt hatte, fand ich mich in der Welt des Jahres 1926 wieder. An der Seite von Protagonistin Evie, die sich aufgrund ihrer zu modernen Art in der Kleinstadt keine Freunde macht. Doch gerade ihre Begabung führt dazu - eigentlich als Strafe gesehen -, dass sich ihr größter Traum erfüllt: Sie wird im modernen New York leben, dem Mittelpunkt der Welt.

Ich muss gestehen, Evie war mir alles andere als sympathisch. Obgleich die Geschichte in personalem Stil erzählt wird, kam sie mir trotz Miterlebens ihrer Gedankengänge und Gefühle nie sehr nahe. Sie ist egoistisch, drängt sich ständig in den Mittelpunkt und schert sich absolut nicht um Gefühle und Konsequenzen für andere. Diese Oberflächlichkeit zeigt sich auch in ihrem Partyleben.

Der interessanteste Aspekt an ihr war die psychometrische Gabe, die sie öfters als sie eigentlich möchte, zur Schau stellt. Doch gerade denjenigen, denen sie damit helfen könnte, verwehrt sie dieses Wissen.

Doch sie ist nicht die einzige mit einem Geheimnis. Im Laufe der vielen, vielen Kapitel lernte ich unzählige Charaktere kennen, die in ihren eigenen Handlungssträngen mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hatten - und viele von ihnen gehören zu dem, was "Diviners" genannt wird: Menschen mit besonderen Fähigkeiten.

Mit diesem Wissen jedoch bereitete die Autorin mich jedoch lediglich (vermute ich zumindest) auf die Fortsetzung vor, denn abgesehen von dem ein oder anderen Kniff, für den diese Gaben eingesetzt wurden, hatte dieser Reihenauftakt mehr von einem Krimi als einem Fantasy-Buch. Denn dieser erste Mord war nur der Anfang - es folgen mehr und mehr und Evie und ihr Onkel kommen hinter ein gruseliges Geheimnis, einem Armageddon, das es aufzuhalten gilt.

Die von Libba Bray geschaffene Welt war komplex und von unzähligen Geheimnissen durchzogen. Das Setting des New Yorks der 1920er-Jahre, dem Flair der Flappers und Revuen, Flüsterkneipen und Stummfilmen hatte seinen eigenen Charme und bot einen perfekten Background für diese Art von Geschichte. Der Fantasy-Anteil war mir jedoch eindeutig zu gering, die zu zögerlich offenbarten Gaben reichten mir nicht aus, mich bei der Stange zu halten.

Durch diverse Einblicke in die Morde wusste ich um den Mörder, war den Charakteren um einige Schritte voraus und dadurch blieb die Spannung abgesehen von ein paar Spitzen stets auf relativ niedrigem Niveau und die Geschichte entwickelte etliche Längen, ehe es gen Showdown etwas rasanter wurde.

Als soweit alles zufriedenstellend aufgelöst wurde, zog die Autorin jedoch ihre noch aufgesparten Asse aus dem Ärmel und gab der Geschichte eine neue Richtung, die ich so noch nicht wirklich zuordnen kann. Ob ich weiterlesen werde, bin ich mir noch nicht sicher - vielleicht, wenn die ersten Meinungen mir sagen, dass es weniger krimimäßig ist?
Krimifans, die einer Prise Fantasy, einem Hauch Steampunk und dem Flair einer längst vergangenen Zeit nicht abgeneigt sind, werden an "The Diviners - Aller Anfang ist böse" ihre Freude haben. Als Fantasy-Fan war ich aufgrund der ausgiebigen Jagd nach dem "Serienkiller", die dieses Buch eindeutig dominiert, etwas gelangweilt, die teils unsympathischen Charaktere und einige Längen taten ihr Übriges. 3 Bücher für Evie und Co.
1. The Diviners – Aller Anfang ist böse

2. Originaltitel: Lair of Dreams

(Erscheinungstermin: April 2015)

3. ?

?



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Kommentare:

  1. Ach, jetzt machst du es mir echt schwer. Eine Spur Steampunk und die 20er finde ich ja schon richtig reizvoll. Aber eine unsympathische Prota schreckt mich ja echt ab o.O

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    1. Aber nur ein Hauch Steampunk ;-)
      Vielleicht ist das Mädel dir ja auch sympathischer? Das Setting ist definitiv mal was anderes (zumindest für mich) :-)

      Liebe Grüße
      Steffi

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  2. Oje, kann mich deiner meinung nur anschließen, war auch nicht so mein Buch, obwohl ich mich eigentlich darauf gefreut habe... schon alleine wegen der tollen Aufmachung. Aber das war leider für mich schon fast das einzige von den wenigen Highlights im Buch. *schade*
    Lg Tina

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    1. Ich finde die Idee der Diviners ja ganz gut - nur hatte ich mir echt mehr versprochen :-(
      Mal abwarten, wie dann irgendwann die Meinungen zu der Fortsetzung sind - vielleicht kann uns die ja mehr beeindrucken :-)

      Aber gut, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin.

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. ja, ich hatte wohl auch die falschen Erwartungen, wobei ich mich bemüht habe, sie im Vorhinein nicht zu groß werden zu lassen...
      ich werde nicht mehr weiterlesen, dafür sind mir die Bücher zu dick u zu langweilig ;)
      LG

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    3. Ich würde definitiv auch eine große Portion Überzeugungskraft brauchen... Vorerst hab ich damit abgeschlossen - aus denselben Gründen.

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  3. Ich bin ja traurig, Steffi, dass es dir nicht so gut gefallen hat. :( Ich habe es geliebt! Wie schade...

    *drück*
    Sabrina C

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    1. Ich glaube, ich hatte einfach völlig falsche und viel zu große Erwartungen.
      Aber da du so begeistert warst, liest du ja sicher weiter und kannst berichten, ob mir Band 2 gefallen würde :-)

      Viele Küsschen

      Steffi

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    2. Das werde ich tun! Wenn denn die gute Libba mal fertig wird... :D

      :-*

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    3. Bei den vielen Seiten braucht das halt :-)

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  4. Auch wenn die Meinungen dazu nicht ganz so positiv ausfallen, aber Steampunk, Krimi, Fantasy und dann noch die 20er-Jahre, das ist wohl etwas für mich.

    Sehr schöne Rezension, danke!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ich drück dir die Daumen, dass es dir einen Tick besser gefällt.

      liebe Grüße

      Steffi

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  5. Die Längen haben mich teilweise auch sehr gestört, wenn eigentlich mal wieder nichts passiert ist und die Story nen Durchhänger hatte. Aber mir hat dann eigentlich auch weider gefallen, dass es schon ein bisschen das Feeling von den 1920igern vermittelt hat ^^ Evie fand ich jetzt auch nicht die Welt, besonders da ihr eigentlich keiner mal richtig sagt, dass sie die Backen halten soll.
    Ich bin trotzdem gespannt wie es weiter geht ^^

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    1. Genau DAS dachte ich mir auch immer wieder: Sie ist ein Teenager, verdammt. Wenn ihr keiner sagt, was sie tun soll, ist klar, dass sie frisch und fröhlich weiter macht :-(

      Mal sehen, was Band 2 bringt...

      Liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay