Mittwoch, 3. Dezember 2014

♂ New World - Das brennende Messer (Patrick Ness) [Rezension]

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„Während all das geschieht, denke ich: Ja.
Hier kommt es.
Das Ende.
Das Ende von allem.“
(S.10)

„Seine Stimme erfüllt alles um uns herum, sie tanzt um und in die Köpfe der Soldaten, erreicht auch den letzten Mann am Rand des Camps.“
(S.145)

„Überall ist Blut.
Auf dem Gras im Vorgarten, auf dem schmalen Weg, der zum Haus führt, auf dem Fußboden drinnen, überall.“
(S.219)
Das Heer der Spackles rückt unaufhaltsam näher. Todd hat keine andere Chance, als den Bürgermeister freizulassen, um die Armee zu befehligen. Als Gegenleistung verlangt Todd jedoch die Sicherheit Violas.

Die erste Schlacht kann gewonnen werden. Die Spackle werden zurückgedrängt. Doch der scheinbare Sieg kann nicht über die Übermacht des Gegners hinwegtäuschen. Auch der Bürgermeister weiß, dass die Chancen gering sind. Denn ihnen gegenüber stehen unzählige Gegner. Ihr Ende scheint besiegelt zu sein. Es gibt keine Hoffnung, dass die Menschen auf diesem Planeten überleben werden.
Die ersten beide Teile der „New World“- Reihe haben mir wirklich gut gefallen. Ich war deshalb sehr froh, dass der finale Teil bereits in meinem Regal darauf wartete, gelesen zu werden. So nutzte ich nun die Gelegenheit, um wieder in New World einzutauchen.

Gleich zu Beginn erhielt ich eine wirklich gute, kurz gehaltene, Zusammenfassung des bisher Geschehenen. Dies ist definitiv ein Pluspunkt für alle, bei denen zwischen den Bänden bereits einige Zeit verstrichen ist. Aber auch ich konnte davon profitieren, selbst wenn ich die Reihe fast nahezu am Stück lesen konnte.

Patrick Ness zeichnet hier eine Welt, wie sie realer kaum erscheinen kann. Jedes Detail ist vorstellbar. Ich erlebte einerseits bedrückende Verzweiflung, andererseits punktet New World mit durchaus reizvollen, unerforschten Landschaften, die ich mir vor meinem geistigen Auge gut bildhaft vorstellen konnte. Dabei ist der Schreibstil des Autors keinesfalls ausschweifend. Präzise und ohne zu sehr ins Detail zugehen gelang es ihm, mich völlig in den Bann der Geschichte zu ziehen. Erleben konnte ich das Geschehen wiederum in Gegenwartsform. Todd und Viola wechselten sich hierbei in Ich-Perspektive ab. Doch in diesem dritten Teil baute Patrick Ness noch eine dritte Sicht ein. Ohne zu viel zu verraten kann ich dennoch bestätigen, dass die Geschichte damit insgesamt tiefgründiger wirkt und völlig neue Eindrücke gewährt. Zudem verspürte ich eindeutig Nuancen von Erbarmungslosigkeit und Gewaltbereitschaft, die beide Vorbände deutlich übertrafen.

Todd hatte mittlerweile, auch durch die Einwirkung des Bürgermeisters, gelernt, seinen Lärm zu kontrollieren. Auch wenn er vermeintlich immer noch derselbe ist, kann man eine gewisse Änderung nicht abstreiten. Zu gegensätzlich sind Handlungen und eigentliches Denken. Und doch überstrahlt die Sorge um Viola alles um ihn herum. Violas Sicherheit ordnet er alles unter, diese hat für ihn oberste Priorität. Ohne Wenn und Aber.

Auch Viola bleibt Todds Entwicklung nicht verborgen. Sie zweifelt, glaubt dennoch stets an ihren Todd. Sie selbst entwickelt sich zusehends. Viola wirkt reifer, trifft wohlüberlegte Entscheidungen. Selbst gesundheitlich schwer angegriffen, kämpft sie sich durch alle Hindernisse. Doch wird dieser unbedingte Wille belohnt werden? Bekommt sie Todd, IHREN Todd, zurück oder muss sie tatenlos zusehen, wie der Bürgermeister immer mehr Macht bekommt?

Der Bürgermeister ist der Antagonist schlechthin in dieser Geschichte. Prentiss vereint alle Boshaftigkeiten, die einen wirklichen Schurken ausmachen. Dabei gibt es tatsächlich spürbare Ansätze von Besserung. Und daran ist Todd nicht ganz unschuldig. Doch haben diese Änderungen Bestand? Kann sich der Bürgermeister tatsächlich ändern? Zu den Guten gehören?

Patrick Ness hat mit diesem dritten Teil einen wirklich passenden Abschluss geschafft. Das Ende, das er gewählt hat, könnte treffender nicht sein. Und ich kann auch mit Recht behaupten, dass es DIESEN EINEN Showdown nicht gab; das Finale ist vielmehr geprägt von einer Aneinanderkettung von Highlights und spannungsgeladenen Momenten. Einfach eine gute Mischung, die mich durchgehend auf hohem Niveau unterhalten konnte.
Mit „New World – Das brennende Messer“ hat Patrick Ness seiner Trilogie einen krönenden Abschluss verpasst. Eine Mixtur aus Gewalt, Intrigen und ehrlicher Hoffnung wird hier zu einer wirklich spannenden Geschichte vereint. Für mich ist dieser dritte Teil eindeutig das Highlight der „New World“-Trilogie. Auch wenn ich mich nun von einer einzigartigen Welt verabschieden muss, hinterlasse ich Todd und Viola für unsere gemeinsamen Stunden eindeutige 5 Bücher.

Alle, die gern in fremde Welten hineinschnuppern, dabei mögliche Gefahren, aber auch Gewohnheiten nicht außer Acht lassen, dabei zielstrebig ihr Ziel verfolgen, sollten hier einen Blick riskieren. Für alle Fans der ersten beiden Teile ist „New World – Das brennende Messer“ selbstredend ein Must-Read!
1. New World – Die Flucht (Rezension)
2. New World – Das dunkle Paradies (Rezension)
3. New World – Das brennende Messer

    

                                                    

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1 Kommentar:

  1. Hey! :)

    Ich habe dich für den 'Sisterhood of the world bloggers Award* getaggt.
    http://weltderleseeulen.blogspot.de/2014/12/tag-sisterhood-of-world-bloggers-award.html

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Steffi & Kay