Mittwoch, 19. November 2014

♀ Wettlauf in der Nacht (Thomas Taylor) [Rezension]

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David hat schon lange diese Träume, in denen er Eddie begegnet. Eddie ist beinahe schon zu einem Freund geworden. Ein Freund, wie er ihn im echten Leben vermisst.
Während eines Traumes begegnet er Eddie in einem brennenden Haus. Eddie hat plötzlich Angst vor ihm, beschuldigt ihn, Eddie in das Feuer gelockt zu haben und flieht anschließend.
Als auch David dem brennenden Haus zu entkommen versucht, begegnet er Adam.

Und bald ist nichts mehr so, wie David es kannte.
Die Inhaltsangabe versprach mir ein actionreiches Zeitreiseabenteuer der besonders „träumerischen“ Art. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen und so griff ich zu „Wettlauf in der Nacht“.

Meine erste Begegnung mit Protagonist David war feurig. In einem Traum, wie David sie schon oft hatte. Doch sein Traum-Freund Eddie reagiert anders als sonst auf ihn. Er hat Angst vor ihm. Ich war gezwungen, weiterzulesen, um zu erfahren, warum.
Am Tag nach diesem Traum hatte sich in Davids Leben etwas grundsätzlich verändert. Gleich am Morgen wird er verfolgt, später von seltsamen Menschen aus der Schule gelockt. David kann entkommen – zumindest im ersten Moment. Doch kurz darauf wird er gekidnappt. Das hört sich jedoch schlimmer an, als es ist. Denn die „Guten“ haben David und erzählen ihm, warum sich seine Träume so real anfühlen.

Die Idee von Thomas Taylor hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Traumwandler sind durchweg Jugendliche, denn mit 18 verliert man die Fähigkeit nach und nach. Traumwandler wie David können sich zu jedem beliebigen Ort und in jede beliebige Zeit träumen. Dort treten sie als „Geister“ auf, was der Autor mit etlichen „echten“ Geisterbegegnungen untermauert hat.
Wo es die „Guten“ gibt, die den Lauf der Zeit in seinen geregelten Bahnen halten, gibt es natürlich auch die „Bösen“, die aus der Manipulation der Geschichte Profit schlagen wollen, und ihre eigenen Vorteile daraus ziehen. In „Wettlauf in der Nacht“ sind das die Traumwandler der „Heimsuchung“, dessen Oberhaupt stets im Verborgenen agiert.

In bester Zeitreise-Manier hinterlassen die Traumwandler Spuren, verändern die Geschichte. Die verschiedenen Zeitebenen interagieren miteinander und doch schafft es der Autor, mir gewisse Details vorzuenthalten, denen ich hinterherjagen musste.

Die Charaktere sind nicht tiefergehend beschrieben, was mich im Hinblick auf die Zielgruppe jedoch nicht störte. Ich hätte mir ein wenig Emotionen gewünscht, damit meine Verbindung zu ihnen etwas stärker gewesen wäre, konnte die Geschichte selbst aber auch ohne tiefergehende Gefühlswelt genießen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und perfekt für die Zielgruppe geeignet. Nur ab und an entstanden kurze Längen, über die ich aber aufgrund der ansonsten durchweg vorhandenen Spannung hinwegsehen konnte. Diese steigerte sich immer weiter, bis es zu der finalen Begegnung kam, einem Showdown, der die Charaktere ans Limit brachte, ehe der Autor auch die letzten Geheimnisse rund um die Heimsuchung aufklärte.
Thomas Taylors „Wettlauf in der Nacht“ ist eine abenteuerliche Zeitreisegeschichte für jüngere Jugendbuchleser. Spannung, Action und eine fantastische Grundidee sorgen für großen Lesespaß trotz kleinerer Einschränkungen. Knappe 4 Bücher für Traumwandler und Heimsuchung.


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Liebe Grüße

Steffi & Kay