Dienstag, 18. November 2014

♂ New World 2 - Das dunkle Paradies (Patrick Ness) [Rezension]

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„Unter meinem Verband ist nichts als Dunkelheit.
Ich bin allein, allein im schwarzen Nichts.
Allein mit seiner Stimme.
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Ich weiß gar nichts.“
(S.31)

„Niemand kann vor dem Krieg davonlaufen. Kein Mensch. Nicht einmal die, die überleben. Man nimmt Dinge in Kauf, die einen sonst nur abgestoßen hätten, weil das Leben in diesen Zeiten jeden Sinn verloren hat.“
(S.122)
Die Situation scheint ausweglos. Todd ist gefangen. Er weiß nicht, wo Viola ist und wie es ihr geht. Er verzweifelt immer mehr.

Die Armee des Bürgermeisters Prentiss hat Haven eingenommen. Aus Haven wurde nun entsprechend seines Namens New Prentisstown. Und der Bürgermeister ist jetzt der Präsident.

Als Todd Viola endgültig als verloren glaubt, ändert er sich schleichend. Er stumpft förmlich ab. Furchtbare Dinge geschehen. Und der Präsident kann ihn nahezu überzeugen. Doch wohin führt der ganze Wahnsinn? Die Gewalt breitet sich aus. Ein Krieg ist unausweichlich. 
Erst kürzlich habe ich „New World – Die Flucht“ beendet und bin neugierig auf den weiteren Verlauf zurückgeblieben. Glücklicherweise stand der zweite Teil, „New World – Das dunkle Paradies“ bereits hier und so habe ich mich gleich wieder in diese finstere Welt werfen können.

Gleich zu Beginn stieß ich wieder auf Todd. Er war mir sofort wieder vertraut. Seine Sorge und Angst um Viola konnte ich förmlich spüren. Seine Gedanken kreisen ständig um sie. Auf ihrer gemeinsamen Flucht hat sich etwas zwischen ihnen entwickelt. Etwas, das Todd und Viola verbindet. Und dieses zarte Band lässt sich nicht so einfach trennen. Selbst, als Todd beginnt, an Viola zu zweifeln, gewinnt doch immer wieder sein Glaube an sie die Oberhand. Und dennoch wird Todd in seinem Inneren schier zerrissen. Kaum, dass er noch den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennt. Todd will das Richtige tun. Und begeht dabei Fehler. Schlimme Fehler, grausame Fehler. Er ist niemand, der jemandem mit Absicht wehtun will. Und doch geschieht genau das. Langsam weiß er nicht mehr, welches Handeln das Richtige ist. Aber man kann ihm vieles verzeihen. Und der Präsident kann ihn zusehends beeinflussen. Wird er auf den richtigen Weg zurückfinden?

Viola ist eindeutig eine Kämpfernatur. Sie ist selbstlos, denkt immer an das Wohl ihrer Vertrauten. Und das, obwohl sie mehrfach hintergangen und ausgenutzt wird. Auch Todd geht ihr nicht aus dem Sinn. Viola wächst an ihren Aufgaben. Sie entwickelt sich fortwährend und trifft Entscheidungen. Und sie geht ihren Weg. In der Hoffnung, Todd retten zu können.

Patrick Ness hat es nicht versäumt, Rückblicke in seine Geschichte einzuflechten. Auch wenn die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Teil recht kurz für mich war und ich wieder gut in das Geschehen gekommen bin, empfand ich dies als sehr angenehm. Die Darstellung in Gegenwartsform wurde beibehalten. Hierbei werden die verschiedenen Sichtweisen jeweils von Todd und Viola benutzt. Insgesamt kam ich mit dem Schreibstil wirklich gut zurecht, wobei ich einige kleine Stolpersteine aus dem Weg räumen konnte. Die Gefühle und Gedanken der Charaktere wurden gut beschrieben, kamen dennoch nicht durchgängig vollständig bei mir an, was der Geschichte grundsätzlich jedoch nicht spürbar schadet. Der Weltentwurf wird vorstellbar beschrieben und löste so manches ungute Gefühl in mir aus.

Dachte ich, langsam auf das große Finale dieses zweiten Teils zuzusteuern, setzte der Autor noch etwas dazu. Nachdem ich nun die letzten Seiten gelesen habe, lässt mich Patrick Ness fast ungläubig mit dem von ihm konstruierten Ende zurück und weckt die große Neugier in mir, sehr bald nach dem dritten Teil greifen zu müssen.
„New World – Das dunkle Paradies“ bringt alles mit, was man für spannende Lesestunden benötigt. Sequenzen von Gewalt gemischt mit gnadenloser Manipulation und Machtstreben ließen mich eine Welt erleben, die einerseits faszinierend, andererseits aufgrund der Vorkommnisse abstoßend wirkt. Für meine Lesestunden in New World vergebe ich sehr gute 4 Bücher.

Für alle, die von der Hoffnung getrieben werden, Hindernisse überwinden und Manipulation standhalten können.
1. New World – Die Flucht (Rezension)
2. New World – Das dunkle Paradies
3. New World – Das brennende Messer



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Steffi & Kay