Dienstag, 4. November 2014

♂ Keine Zoombies (Maria Engels/David Michel Rohlmann) [Rezension]

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„Für Helden war diese Welt nicht gemacht. Man konnte kämpfen und auf einen Sieg hoffen oder man rannte und überlebte. Vorerst. Denn das Überleben war eine Anstrengung, die nie endete.“

(„Keine Zoombies“, Position 268, 43%)

Auf „Keine Zoombies“ bin ich eher durch Zufall gestoßen. Es handelt sich hier um eine Anthologie, in der 3 Kurzgeschichten enthalten sind. Obwohl Zombies eigentlich nicht unbedingt meine Leserichtung ausmachen, bin ich hier doch irgendwie neugierig geworden.

So startete ich in dieses Werk und befand mich in der ersten Geschichte „Auf in die Schlacht!“ von Maria Engels an der Seite von Josh, Amy und BG. Und diese befinden sich in einer ziemlich misslichen Lage. Das Haus, in dem sie sich nun befinden, sah eigentlich nicht gefährlich aus. Doch nun müssen sie sich den Weg freikämpfen. Die Situation scheint ausweglos.

Maria Engels präsentiert diese Geschichte in Vergangenheitsform aus der der Ich-Perspektive von Josh. Die Geschichte beginnt mit Tempo und ebbt auch auf den folgenden Seiten nicht ab. Die Charaktere wurden vorstellbar beschrieben, genau ausreichend für eine Kurzgeschichte. Dass hierdurch natürlich nur ein Anflug von Nähe aufkommen kann, dürfte klar sein. Ich fand hier keine zombietypischen übertriebenen Gemetzel, sondern war von der Idee und dem Ende der Geschichte sogar überrascht.

Weiter ging es dann mit der Shortstory „Keine Zoombies“ von David Michel Rohlmann. Hier geht es um einen Teil einer Gruppe von Überlebenden, die sich nach der Apokalypse in Europa im Leipziger Zoo verschanzen konnten. In scheinbarer Sicherheit haben sie vorerst genügend zu essen und müssen keinen Hunger leiden. Doch wie lange wird diese Sicherheit anhalten können?
Herrn Rohlmann gelingt es von Beginn an, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die mich an den Seiten halten konnte. Auch seine Charaktere sind anschaulich beschrieben. Die Geschichte erlebte ich aus der Sicht des Protagonisten Mark in Vergangenheitsform. Die gewählte Erzählweise in dritter Person gestattete es mir, immer einen Überblick über das Geschehen zu erhalten. Mit dem Ende der Geschichte gelang David Michel Rohlmann ein sowohl nachvollziehbares als auch nervenaufreibendes Ende.

Last but not least befand ich mich sodann in der Abschlussgeschichte „Wie wir wurden, was wir sind“ von David Michel Rohlmann. Diese Geschichte baute letztendlich auf „Keine Zoombies“ auf und so erlebte ich den anderen Teil der Überlebendengruppe im Leipziger Zoo. Zwischenzeitlich ist der Hunger hier zum ständigen Begleiter geworden. Eine schier unvorstellbare Idee wird in die Tat umgesetzt. Die Konsequenzen daraus sind lebensbedrohlich und verändern alles.
Auch diese Geschichte wird in Vergangenheitsform erzählt. Wechselnde Sichten beleuchteten die verschiedenen Blickwinkel und erlaubten mir so manche Erkenntnis. Im Endeffekt bringt David Michel Rohlmann hier die dunkelste Seite des Menschen zum Vorschein und erinnert an das, was nicht verleugnet werden kann. Die Urinstinkte kann man nicht abschalten, in Extremsituationen geht es nur um das Eine – Überleben!

Dem Autorenteam ist mit „Keine Zoombies“ ein Werk gelungen, bei dem das Lesen Spaß gemacht hat. Zugegeben, bei so mancher Formulierung oder inhaltlichen Darstellung bin ich manchmal etwas gestolpert. Die Umstände des Ganzen selbst habe ich letztendlich akzeptieren können, war auf das "Wieso" dennoch neugierig. Insgesamt konnte mich dies im Lesefluss jedoch kaum behindern. Die Ideen und die Umsetzung sind auf jeden Fall einer Erwähnung wert. Definitiv fand ich hier keine typische Zombie-Story, denn das Autoren-Duo wartet mit vielen eigenen Gedanken und Handlungsansätzen auf. Ich konnte mich auf dieses Werk einlassen und bereue meinen kleinen Ausflug auf dieses Terrain keinesfalls. Die Basis für weitere Geschichten des Duos, sei es getrennt oder auch wieder als Team, ist zumindest gelegt.
In „Keine Zoombies“ findet man natürlich auch Gemetzel, befindet sich mit den Charakteren jedoch schnell in der Geschichte. Auch wenn die Umstände für das Szenario zum Großteil im Unklaren bleiben, konnte ich mich auf die Welt einstellen und das Setting genießen. Meinen Ausflug in ein apokalyptisches Europa belohne ich deshalb mit 4 Büchern.

Für alle, die kurzzeitigen Ausflügen aus ihrem gewohnten Leseumfeld nicht abgeneigt sind, sich dabei auf das Wesentliche konzentrieren können und Charaktere nicht vorverurteilen.




           



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Kommentare:

  1. Ooooh! Tolle Rezi! Da werden sich die beiden aber sehr freuen :)

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    1. Huhu Mendea,

      das Buch ist ein schöner Leckerbissen für zwischendurch. Danke fürs Vermitteln :-) Hatte viel Spaß mit dem Buch!

      Liebe Grüße

      Kay

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    2. Gute Bücher empfehle ich immer gerne weiter ;)

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  2. Antworten
    1. Hallo Nadine,

      das eBook kann man auf jeden Fall auf dem Wunschzettel haben! Ist wirklich eine nette und tolle Abwechslung :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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  3. Dankeschön für die ausführliche Rezension! =) Freut mich, dass wir dich so gut unterhalten und du dich darauf einlassen konntest!

    LG Maria

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    1. Hallo Maria,

      war ja schon sehr gespannt, was mich da so erwartet. Das habt ihr wirklich klasse hinbekommen! Danke für die schönen Lesestunden :-)

      Liebe Grüße

      Kay

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Steffi & Kay