Freitag, 17. Oktober 2014

[Spielerezension] Fliegende Zeilen

Bildquelle und Infos gibt es hier.
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1 Vers-Verzeichnis
30 Bewertungskarten
6 Notizblöcke
5 Aufgabenkarten
1 Würfel
1 Sanduhr

Die bestechende Optik und der Werbeslogan „literarische Abenteuerreise“ haben uns neugierig gemacht. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass eine offensichtlich angebrachte Spieleranzahl (mindestens 3, maximal 6) und auch Altersempfehlung (laut Amazon 12) fehlt. Dennoch nahmen wir die Herausforderung an und zogen auch unseren ältesten Sohn (9) hinzu.

Zur Spielvorbereitung gehört die Ausgabe der Notizblöcke und die Verteilung der Bewertungskarten abhängig von der Teilnehmerzahl. Es sollte auch vorab vereinbart werden, wie viele Runden gespielt werden.

Das Spiel läuft in drei Phasen ab.

Die Auswahlphase:
Es wird eine der 5 Aufgabenkarten gezogen (die Expertenkarte sollte man jedoch erst verwenden, wenn man echter Profi ist), die Aufgabe selbst wird mit dem Würfel bestimmt.
Die Aufgaben reichen von „einen Reim für die Zeile finden“, über „formen Sie aus der Zeile eine Tragödie“ bis zu „finden sie einen zu der Zeile passenden Songtitel“.

Die Zeile wird mit drei Würfelschritten aus dem beiliegenden Versverzeichnis bestimmt.

Die Kreativphase:
Nach Umdrehen der beiliegenden Sanduhr hat jeder der Spieler 90 Sekunden Zeit, seine Aufgabe zu erledigen und seinen Text auf dem Notizblock zu notieren.

Die Bewertungsphase:
Nach Vorlesen der eigenen kreativen Texte folgt die Punktevergabe. Jeder Spieler erstellt eine Rangliste mit dem besten, dem zweitbesten… Text und ordnet die Bewertungskarten verdeckt entsprechend zu. Am Ende deckt jeder Spieler die Karten auf und addiert seine Punkte und notiert sie.

Die nächste Runde beginnt.

Wir empfanden die Aufgaben als teilweise sehr schwierig, vor allem innerhalb der kurzen Zeit. Auch hätten wir uns ein paar mehr Aufgaben gewünscht, da sich so nach ein paar Spielrunden schnell Wiederholungen einschleichen können.

Glücklicherweise lässt sich das Spiel an eigene Bedürfnisse anpassen und wir haben beispielsweise verschiedene gewürfelte Zeilen erst gereimt, dann zu Schlagzeilen verarbeitet oder Lautsprecherdurchsagen gemacht – einfach mündlich, ohne Notizen und Sanduhr. Auf diese Weise konnten auch unsere Söhne problemlos mitspielen und „Fliegende Zeilen“ bietet einen ganz besonderen Ansatz, um sich mit der Sprache auseinanderzusetzen.


„Fliegende Zeilen“ ist nichts für traditionelle Spieleabende. Es ist eine geistige Herausforderung, die aufgrund des Zeitdrucks alles andere als einfach ist. Optisch ein Highlight, hätte ich mir mehr Aufgabenkarten, evtl. auch Karten für jüngere Mitspieler, gewünscht – denn die Spieleranzahl und die Altersangabe sucht man auf der Verpackung vergeblich.

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Liebe Grüße

Steffi & Kay