Samstag, 20. September 2014

[Star-Rezension] Diana Menschig und ihr Lieblingsbuch...

Einleitende Worte
Wie man eine Autorin schwer ins Grübeln bringt....
Als Steffi und Kay mich gefragt haben, ob ich mein Lieblingsbuch auf ihrem Blog vorstellen könnte, war mein erster Gedanke: Eins??
Ich habe kein Lieblingsbuch, sondern ganz viele. Am häufigsten gelesen habe ich „Herr der Ringe“, aus der Harry-Potter-Reihe sticht für mich „Der Orden des Phönix“ besonders hervor. Als Reihe/ Welt nimmt Robin Hobbs Farseer-, bzw. Liveship-Saga einen Platz weit vorne ein – bei deutschen Lesern verkannt - zu Unrecht, finde ich.
Mein absoluter Favorit der historischen Romane ist Rebecca Gablés „Der König der purpurnen Stadt“ und der Krimi meines Herzens ist Henning Mankells „Die fünfte Frau“.
So könnte ich nun ewig weitermachen... Aber schon gut, jeder nur ein Buch - ein Lieblingsbuch.


Eines meiner absoluten Highlights der letzten Jahre ist: 
Ready Player One von Ernest Cline (gelesen im englischen Original)

Bist du ein Geek oder Nerd? Wenn du erst wissen willst, was beide voneinander unterscheidet, bist du einer.
Ready Player One ist von einem Geek für Geeks geschrieben, und da ich mit Leib und Seele eine(r) bin, kann ich nicht beurteilen, ob Nicht-Geeks überhaupt etwas damit anfangen können. Ich habe es von der ersten Seite an geliebt!
Worum geht es?
Im Jahr 2045 ist unser Planet ist mehr oder weniger ausgebeutet und zugrunde gerichtet. Wer kann, ist so oft wie möglich online in OASIS.
OASIS steht für eine endlose virtuelle Realität - quasi facebook + World of Warcraft + wikipedia + eine vollständigen Bibliothek aller Bücher, Filme und Musik + amazon + paypal + e-learning in einem.
Ein „anderes Internet“ gibt es nicht mehr.
Die Gründer dieses gigantischen Online-Molochs sind James Halliday und Ogdon Morrow. Halliday stirbt eines Tages an Krebs und hinterlässt sein riesiges Vermögen demjenigen, der es schafft, innerhalb von OASIS am schnellsten einige versteckte Hinweise zu finden und Rätsel zu lösen. Alle Rätsel beziehen sich dabei auf die Pop- und Spielekultur der 80er und 90er Jahre, der Zeit, in der Halliday aufgewachsen ist – und ich auch :-)
Underdog Wade Watts (alias Parzival in der virtuellen Welt) schafft es gegen Ende seiner Schulzeit, den ersten Hinweis zu knacken. Andere professionelle Jäger, teils Verbündete, teils Gegner, folgen.
Damit beginnt die Jagd auf Hallidays Vermögen, denn wer es bekommt, hält auch den Schlüssel zu OASIS‘ Zukunft in den Händen.
Was macht dieses Buch für mich besonders?
Da sind zunächst einmal die schier endlosen Referenzen an Video- und Rollenspiele, Fantasy-Welten, 80er/ 90er Jahre Blockbuster und Serien und Musik, die vermutlich niemand alle verstehen kann.
Tatsächlich habe ich beim Lesen unglaublich häufig bei Wikipedia nachgesehen und bin in meinen eigenen Erinnerungen stecken geblieben (die denen im Buch beschriebenen teilweise erstaunlich ähnlich sind...)
Zum zweiten hat die Geschichte eine sehr ungewöhnliche Erzählstruktur. Der Ich-Erzähler Wade Watts nimmt immer wieder Tempo heraus, um Zusammenhänge über OASIS, das Leben der Gründer oder sein eigenes Leben zu erklären. Dadurch hatte ich als Leserin nie das Gefühl, hier einem „atemberaubenden“ Thriller-Plot zu folgen, sondern konnte immer wieder wundervoll und gemächlich erzählter Geek-Lore folgen.
Die Geschichte bleibt dabei spannend, obwohl sie an manchen Stellen vorhersehbar ist. Man weiß, dass der Held es schafft, die Frage ist wie - und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Kann er beide Welten, die echte und die virtuelle retten? Was bekommt er am Ende, außer einem Haufen Geld? Ein vernünftiges reales Leben außerhalb der Slums (Stacks)? Freunde oder sogar Liebe...?
Und eben weil die Geschichte vorhersehbar ist, bin ich dem Autor sehr dankbar, dass er auf einige „spannungssteigernde Drehs“ verzichtet hat. Der Verlauf von Wades Flucht aus dem Hauptquartier seiner größten Widersacher, dem Provider-Anbieter IOI, ist ein schönes Beispiel dafür.
Zuletzt hat mich beim Lesen natürlich die Frage beschäftigt, wie weit wir überhaupt noch von der dargestellten virtuellen Realität entfernt sind. OASIS wird von „den Guten“ betrieben, die gemäß höchstrichterlichem Beschluss die Identität ihrer Benutzer schützen dürfen und die Daten sicher vor Zugriff aufbewahren. Sie bieten kostenlose Bildung, Zugang zu Datenbanken, grundsätzlich gleiche Chancen für alle und eine Menge Spaß ohne Hintergedanken – eine heile und total „realistische“ schöne neue virtuelle Welt, oder...? ;-)
„Die Bösen“, um bei dieser Zuschreibung zu bleiben, wollen die Macht über OASIS dagegen, um die User auszubeuten, und sich an ihnen zu bereichern.
Wo wird Wade Watts am Ende stehen? Und welche Wahl haben wir? Wir wird unsere virtuelle Welt aussehen?
Die Geschichte ist Fiktion, unsere reale Welt zum Glück noch nicht so weit heruntergekommen, doch im Vergleich von OASIS und unserem realen Internet werden die Grenzen schnell unscharf. OASIS ist in meinem Kopf viel leichter vorstellbar, als mir lieb ist...


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 


(c) privat

Diana Menschig findet ihr hier:


Ihr aktuellstes Buch ist "So finster, so kalt"


Hier Kays Rezension zum Buch.

Kommentare:

  1. Das Buch klingt gut, sollte ich mir mal näher ansehen.
    Gleiches gilt für Robin Hobb. Meine Freundin hat vor Jahren die Bücher verschlungen und davon geschwärmt. Nur ich verliere sie immer wieder aus den Augen.

    Viele Grüße
    Mona

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    1. "Ready Player One" wird auch von Rainer Wekwerth immer begeistert erwähnt... Bei uns hat es Kay gelesen, ich hatte nach dem sehr technisch klingenden Inhalt keine allzu große Lust auf das Buch :-)

      Aber wenn da so viele Erinnerungen dran geknüpft sind, müsste ich mir das vielleicht nochmal überlegen. Das war ja auch mein liebstes Detail an "Wir beide, irgendwann".

      Liebe Grüße

      Steffi

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    2. Das technische interessiert mich auch nicht besonders, aber der Rest. ;-)

      LG

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    3. Übrigens ist der Inhalt gar nicht so technisch, finde ich. Für mich tritt das 80er-Jahre-Flair auch eher in den Hintergrund. Ich finde die In-Game-Welt faszinierend und wie ich vermutet hatte, ist da ganz viel für Rollenspieler drin (egal ob Pen & Paper oder online). Und "Zork" habe ich früher auch gespielt, aber nie bis zum Ende. Textadventures waren mir zu anstrengend - bis man da mal den passenden Befehl hatte. :-)

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    4. Oh Gott, ich kenne nichts davon :o

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  2. Das hat Diana schön geschrieben! Seit das Buch bei uns als Sommerbuchtipp von Rainer Wekwerth vorgestellt wurde, habe ich es auch auf der Wunschliste. :)

    Liebste Grüße,
    SaCre

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    1. Rainer erwähnt es wirklich auch ständig und teilt den Link... Sehr gefragt, das Buch :-)
      Falls du es dir leihen willst, Nachricht genügt <3

      liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay